Mittwoch, 9. Februar 2011

Der Seaweed-Affäre erster Teil

Und hier ist die erste ausgeformte Seaweed-Seife. Eine OHP aus der Not geboren. Was nicht immer schlecht enden muss, wie sich hier zeigt.
Die andere Hälfte der Partie (CP) schlummert noch im Divi, der heute früh immer noch gut warm war. Ein Blick unter den Deckel ergab, dass es eine kräftige Gelphase gegeben hat und dass sich die Farben, soweit erkennbar, ganz nett entwickelt haben. Naja, nachdem ich 6g Seidenfasern als Schaumverstärker im SL versenkt hatte, hätte mich das auch sehr gewundert, wenn da keine kräftige Gelphase zustande gekommen wäre.
An Ausformen ist allerdings noch nicht zu denken.

Beim Abwaschen der Blockform mit der OHP-Seife hat sich übrigens bestätigt, dass sie wunderbar schäumt.

Dieses Foto zeigt den Tulpenstrauß, den mir meine Freundin Montag mitgebracht hat. Innerhalb eines Tages haben sich die Tulpen entfaltet und tun nun das, was Tulpen als Schnittblumen gern machen: Sie schießen nochmal ein gutes Stück in die Länge. Mir gefällt dieser Wildwuchs, er erinnert mich an das überbordende Wachstum und die kunterbunte Lebensfreude, die bald auch draußen vom Frühling künden wird.
Außerdem ist Rot eine meiner Lieblingsfarben (alle Sonnenfarben von weiß, gelb, orange, rot bis hin zu violett).
Ich MAG es, einmal in der Woche mit einem Bund Tulpen für einen Hauch Frühling zu sorgen.

Im Garten gebe ich übrigens eher den Osterglocken und ihren Varianten den Vorzug. Aber von denen war gestern auf meinem Inspektionsgang noch nichts zu sehen, ebensowenig wie von den Krokussen, die mein Großer und ich letzten Herbst so fleißig im Rasen versteckt haben. Der einzige Vorbote des Frühlings sind Weidenkätzchen, die ganz verzagt silbrig schimmern, als trauten sie sich noch nicht so recht, und ein einziges Schneeglöckchen, das auch noch nicht aus seiner silbrigen Hülle geschlüpft ist.

Das ist der Nachteil, wenn man so weit im Norden wohnt wie wir. Der Frühling zieht pro Tag ca. 80km weit nach Norden. Am Bodensee ist der Frühlingseinzug nach diesem Erfahrungswert rund 10 Tage früher als hier oben kurz vor der dänischen Grenze.
Ich habe es als Kind immer sehr genossen, dass wir im Frühling unsere Freunde auf der Alb besucht haben. Während man daheim noch warme Jacken benötigte, konnten wir dort in geschützter Lage am Südhang bereits auf der Terrasse frühstücken. Und wenn wir heimkamen, war der Frühling mittlerweile auch bei uns im Norden angekommen.

Es wird noch dauern, bis das blaue Band des Frühlings hier wieder fröhlich flattert.

Aber einen UNTRÜGLICHEN Frühlingsvorboten möchte ich Euch dann doch nicht vorenthalten:

Mein großes Matschmonster hat das milde Wetter dazu genutzt, gemeinsam mit den beiden Nachbarsmonsternkindern eine schöne Matschepampe anzurühren und sich damit von oben bis unten ordentlich einzudrecken und zu durchnässen.
Ich habe ihn noch draußen vor der Hintertür bis auf die Unterwäsche ausgezogen, die Klamotten ausgeschüttelt und in die Waschmaschine befördert und das, was unter dem Dreck nach Kind aussah, unter die Dusche gejagt. Jedenfalls klang die Stimme nach meinem eigenen Kind, nicht dass ich womöglich das falsche Matschmonster in Empfang genommen habe!

Dort amüsierte er sich dann mit Gartenzwergs "Drechwech"-Seife, während ich fassungslos seine Stiefel oder die Reste davon begutachtete (es ist zum Glück das Waschküchenwaschbecken, das immer für alle Drecksaufgaben herhalten muss):

Und nein, ich meckere nicht. Erstens, weil ich als Kind genauso war, und zweitens, weil ich froh bin, dass meine Kinder als Landkinder und Dorfjungs aufwachsen dürfen, wo es noch die Gelegenheit gibt, so einen herrlichen Kleckermatsch anzurühren.
Und wozu gibts eine Waschmaschine...*lach*

Alles Liebe
Postpanamamaxi

meine Mikrowelle duftet nach Seaweed

Ich glaube, ich sollte diese Woche keine Seife mehr sieden.
Nee, wirklich nicht.
Wenn der Seifenkobold dreimal klingelt...der war diese Woche jetzt zweimal da, das reicht vollauf!

Seitdem das Trichterexperiment im Seifenworkshop so toll geklappt hat, wollte ich das zuhause mit einem etwas hochwertigeren Rezept in meiner großen Blockform und im Divi nachmachen.

Gestern habe ich dann hochmotiviert rund 5,5kg Seifenleim angerührt, um dann eine zweifarbige Kirsch-Bananen-Seife in der Blockform und eine dreifarbige Vierfruchtseife im Divi zu trichtern. Ich bin ja ehrgeizig.

Tja, war nichts mit Trichtern. Gab stattdessen hübsche farbenprächtige Schichtseifen. Was solls.

Ich bin dann also heute abend in die Seifenküche gegangen, habe die Seifen aus dem Divi geprügelt und eine neue Seife mit 7% ÜF angesetzt. Mit reichlich Mandelöl, Reiskeimöl und Olivenöl, dazu Seide, nur 4 Farben und nur ein PÖ...ich bin also schon etwas bescheidener geworden.
Tja, und was soll ich sagen...Seaweed ist tückisch und dickt ganz nett an.

Statt einer schönen Trichterseife im Divi habe ich jetzt ein formloses Gematsche in Grün-Blau-Violett-Tönen.
Und in großer Menge verwendet, duftet Seaweed wie die blauen Bonbons aus dem Klo. Ich habe zwar nur mit 2% beduftet, aber nichtsdestotrotz wanderten 80g in den Seifenleim.

Den ungefärbten SL habe ich mir dann gleich beiseite gestellt für eine OHP. Und damit die nicht so langweilig aussieht, habe ich eine getrichterte Seife in Grüntönen (Duft: Toskanischer Morgen) in kleine Würfel geschnitten und diese dann untergerührt und obenauf gestreut. Ich hoffe, sie halten und verbinden sich gut mit der OHP. Aber ich habe diesbezüglich ziemliche Zweifel.

Und so sieht das jetzt aus:


Zumindest wird sie sich angenehm verwaschen lassen, denn dank der Seide und des Esslöffel Zuckers im SL wird sie wunderbar schäumen, und mit den Fetten wird sie auch sehr pflegend sein.
Beim Abwasch des Topfes hatte ich auf jeden Fall schon sehr angenehmen üppigen Schaum.

Nein, ich werde diese Woche wohl keine Seife mehr sieden. Und wenn doch, dann höchstens eine zweifarbige mit ÄÖ Orange. Ich bin jetzt also ganz bescheiden geworden.

Lieber Kobold, nachdem Du mich jetzt mal wieder eine Runde Demut gelehrt hast: Hau ab!

Alles Liebe
Postpanamamaxi

Montag, 7. Februar 2011

sechzehn Socken-Singles

Tragödie in der Waschküche.
Ich habe tatsächlich im letzten halben Jahr 16 Sockensingles angesammelt. Erwachsene Sockensingles, wohlgemerkt. Außerdem haben sich rund 7 minderjährige verwaiste Socken angefunden.

Dass gelegentlich mal eine Socke in der Waschmaschine verschwinden kann, wissen wir alle spätestens seit dem Beitrag in der "Sendung mit der Maus".
Aber binnen 6 Monaten rund 23 verwaiste bzw. geschiedene Socken? Damit ist meine neue Waschmaschine wahrscheinlich neuer Rekordhalter. Es bedeutet, dass durchschnittlich jede Woche eine Socke von ihr verschlungen wird.

Greift sich die Maschine gezielt immer nur eine Socke als Teil eines Paares? Jagt sie nach Beuteschema? Oder ist die Zahl der tatsächlich verschlungenen Socken noch größer, weil die Dunkelziffer der komplett verschwundenen Paare nicht erfasst werden kann?

Kann das wirklich sein?
Meine Waschmaschine hat A+, vielleicht holt sie sich die eingesparte Energie statt aus Elektrizität aus der Verdauung meiner Socken? Vielleicht hat sie einen eingebauten Fusionsreaktor, in dem sie aus dunkler Materie (=schwarze, dunkelblaue oder dunkelgraue Socken) Energie gewinnt? Man erinnere sich: In "Zurück in die Zukunft" hat Doc Brown den Fluxkompensator nebst Fusionsreaktor so weiterentwickelt, dass er mit Müll betrieben werden kann.

Alternativ könnte ich mir das höchstens noch damit erklären, dass sich irgendwo in meiner Waschküche ein Dimensionsloch befindet, durch das meine Socken ans andere Ende des Universums verschwinden. Na, wer auch immer da sein mag: Die werden sich bestimmt wundern, was wir da so rüberbeamen zu ihnen. Und daran zweifeln, dass wir hier intelligentes Leben haben, geschweige denn Haustechnik. Hoffentlich sind die Socken wenigstens schon sauber, wenn sie durchs All irren.

Scherz beiseite.
Ich finde es furchtbar, dass meine neue Waschmaschine soviele Socken frisst. Es ist wunderbar, wenn sie so energieeffizient ist und gleich 8kg Wäsche in einer Ladung waschen kann. Aber wenn es damit erkauft ist, dass ich hier ständig Sockensingles habe, dann ist der Fortschritt teuer bezahlt.

Vielleicht sollte man Waschmaschinen nicht nur mit einem Energieeffizienzlabel versehen, sondern auch mit "Socken pro Waschladungen" auszeichnen.

Falls jemand einen Einbeinigen kennt, Schuhgröße 42 oder 45...bitte melden, ich habe hier diverse kaum getragene Socken für ihn! Ansonsten warte ich einfach noch eine Woche, bis der nächste Sockensingle hier auftaucht, und ich habe ein Komplettset für einen weiteren Socken-Adventskalender. Und bis Weihnachten kriege ich bei diesem Tempo noch einen zweiten zusammen.

Ich mach mich jetzt mal vom ACKER und geh mal meinen Waschküchenalltag "farbiger und schöner" machen. Au MANN. Aua!

Sockige Grüße
Postpanamamaxi

Sonntag, 6. Februar 2011

Bericht zum Seifenworkshop und neue Termine!

Gestern fand mein Seifenworkshop in der FBS Heide statt. Wir waren 6 Teilnehmerinnen und eine sehr gemütliche und vergnügliche Runde.
Und weil hier doch großes Interesse daran besteht, wie so ein Workshop bei mir abläuft, erzähle ich Euch mal ein bisschen darüber.

Im ersten Teil habe ich ein bisschen über die Geschichte der Seife erzählt und bin dann auf die Herstellungspraxis eingegangen. Natürlich kamen die Sicherheitshinweise zur Sprache, genauso wie die Einkaufsmöglichkeiten für Rohstoffe und PÖs. Zur Veranschaulichung habe ich ein Körbchen mit Seifen herumgehen lassen.

Damit man auch daheim noch weiß, worüber wir gesprochen haben, habe ich eine fünfseitige Zusammenfassung mitsamt Rezepten, Einkaufsquellen, weiterführenden Informationsquellen und Sicherheitshinweisen verfasst, die jede Teilnehmerin mit nach Hause nehmen kann. Und damit diese Papiere nicht gleich beim anschließenden Sieden verschmutzen, liegt das Rezept nebst Kurzanleitung in laminierter Form auf dem Arbeitstisch.

Dann wurden zwei Dreierteams gebildet, die dann Fette und Öle abgewogen und geschmolzen sowie die Lauge zubereitet haben. Je drei Teilnehmerinnen teilten sich also eine Partie Seifenleim.

Während Fette und Laugen abkühlten, haben wir eine kleine Kaffeepause eingelegt und entspannt über alternative Möglichkeiten beim Seifensieden gesprochen.
Ganz spannend war das Thema Kräuter, Milchseifen und mögliche Flüssigkeitsalternativen zur Laugenzubereitung. Es war eine tolle Gruppe, die sehr kreative Ideen hatte. Sowas macht mir immer besonders viel Spaß, mit so einem Team kann man nämlich richtig Tolles auf die Beine stellen.

Nach der Kaffeepause haben wir dann genüsslich die unterschiedlichen PÖs und die dazu passenden Farben ausgewählt. Super Melon, Frank'n Myrh, Erdbeere-französischer Sekt, Waldhimbeere, Basilikum-Limette-Rosmarin waren die Düfte des Tages.

Normalerweise halte ich es immer so in meinen Seifensiedekursen, dass jede Teilnehmerin sich einen Duft und eine oder zwei Farben für ihren Seifenleimanteil aussucht, der dann in einen Milchkarton getrichtert wird. Da ich diesmal aber auch noch ein paar längliche Behälter vom Schweinefilet dabeihatte, bot ich diese auch noch als Alternative an.

Gemeinsam haben wir dann die ersten Trichter- und Marmorierversuche gestartet. Zwei besonders Mutige haben gemeinsam mit mir in ihre "Schweinefiletformen" getrichtert, wobei es völlig unterschiedliche Ergebnisse gab, außerdem hat eine Teilnehmerin ihre grün-hellrote Melonenseife fein marmoriert. Und natürlich gab es auch wieder wunderschöne zart marmorierte Milchkarton-Trichterseifen.

Anschließend habe ich meinen Teilnehmerinnen noch eine Topfmarmorierung gezeigt, damit man auch in Einzelförmchen schöne Muster erhält. Dazu habe ich den SL zweifarbig in Grüntönen marmoriert und ca. 1,5cm hoch in Joghurtbecher gefüllt. Anschließend habe ich den Rest mit Blaumohn zusammengerührt und als Peelingschicht darauf gegossen. Beduftet habe ich diese Mischung mit dem sehr beliebten Basilikum-Limetten-PÖ von Gracefruit. Von diesen Einzelformen durfte dann jede Teilnehmerin eine mit heimnehmen.

Außerdem durfte sich jede Teilnehmerin ein Stück fertige Seife aus meinem Vorführkörbchen mitnehmen. Ich finde es immer ganz wichtig, dass man nach dem Kurs gleich etwas in der Hand hat, das man benutzen kann. So ein schnöder Milchkarton und ein Joghurtbecher voller festem Seifenleim sind irgendwie nicht wirklich befriedigend, wenn man daheim gefragt wird, was man in den fast 4 Stunden eigentlich geschafft hat.

Hinterher haben wir schnell gemeinsam aufgeräumt und die gebrauchten Gefäße und Geräte in die Küche gebracht, anschließend wurden die gefüllten Formen gewogen (natürlich mit Tara-Abzug!) und die Materialkosten für jeden individuell über einen Kilopreis für den SL berechnet.

Und da so großes Interesse an weiterführenden Seifenworkshops bestand, haben wir uns auf einen Milchseifenkurs im Frühling und einen Kräuterseifenkurs im Herbst geeinigt.
Nach Rücksprache mit der FBS können wir jetzt folgende Termine anbieten:

Samstag, 12.03.2011 Seifenworkshop
Samstag, 26.03.2011 Milchseifen
Mittwoch, 06.04.2011 Seifenworkshop Sondertermin für LF
Samstag, 07.05.2011 Seifenworkshop Sondertermin für LF

Anmeldung erfolgt über das Büro der FBS Heide unter Telefon 0481/64144.

Viele liebe Grüße
Postpanamamaxi

Donnerstag, 3. Februar 2011

Was diese Frau so alles treibt...

Der Spielfilm "Was diese Frau so alles treibt" ist definitiv einer der Filme, die ich mir immer wieder ansehen mag. Ich habe diesen Film zwar schon so oft gesehen, dass ich bestimmte Dialoge fast schon mitsprechen kann, aber es macht einfach Spaß, diese fröhliche Komödie mit Doris Day und James Garner anzusehen. Es ist ein Stück Familienunterhaltung und ich bedaure, dass die wunderbaren Doris Day-Filme immer seltener wiederholt werden und stattdessen so hochwichtige Formate wie "Mütter nach dem Küchenkoller" oder "Männertausch" gesendet werden.
Dass dieser Film in 2 Jahren auch schon seinen 50. Jahrestag feiert, schadet ihm gar nicht. Außerdem passt er so herrlich zu meinem Hobby Seifensieden.

Gottseidank leben wir heute in einer Gesellschaft, wo die Frau eine andere Rolle einnimmt als jene, in die Beverly Boyer im Spielfilm zugewiesen bekommt. Ich denke, heute wären unsere Männer froh und sehr stolz, wenn ihre Frauen dermaßen erfolgreich im Seifenverkauf wären, dass sie sich davon Pool und Sportwagen leisten könnten.

Außerdem passt dieser Filmtitel so herrlich zu meinem heutigen Tagesprogramm, dass ich ihn mir einfach mal ausborgen musste. Ich war heute nämlich wirklich umtriebig.

Bild 1 zeigt den Inhalt des Päckchens für meine Blogcandy-Gewinnerin Hellcat. Auch die Pakete an Dörte und Katsura sind jetzt auf den Weg gegangen. Die Seife hat ihren Monat Minimumreifezeit hinter sich, aber ich kann Euch nur ans Herz legen, sie ausgewickelt noch ein paar Wochen nachtrocknen zu lassen.
Ich wünsche Euch viel Freude mit Euren gewonnenen Blogcandys und ich bin sicher, dass das nicht das letzte gewesen sein wird.
"Tatütata!"
nennt sich mein allerneuestes Werk und heute frisch aus der Form gekommen. Sie duftet sehr appetitanregend nach Erdbeer-Rhabarber und als Farbe habe ich mit vorsichtig dosiertem DC Fire gearbeitet (welch passende Bezeichnung!). Inhaltlich besteht sie aus Palm, Raps, Olive, Kokos, reichlich Reiskeimöl, Rizi und Bienenwachs. Damit die Seife schön schäumt, habe ich noch Seide in der Lauge aufgelöst.
Als Mutter eines Feuerwehr-Hotties konnte ich nicht anders und musste mir die neue HD-Mold bei www.seifenformen.de sofort bestellen, als ich sah, dass es sie jetzt auch in D gibt.

Außerdem wanderten noch so ein paar Unentbehrlichkeiten in meinen Warenkorb und ich werde Euch in den nächsten Tagen meine neuesten Kreationen vorstellen.


 
Und hier seht Ihr noch einen Marmorierversuch. So langsam lerne ich es, oder?
Es handelt sich dummerweise nur nicht um Seife, die ich da feinst marmoriert habe, sondern Schokoladenbrownies.
Meine Freundin hat Geburtstag und ein kleines Muffin- und Browniebuffet ist mein Geburtstagsgeschenk an sie. Alles Liebe zum Geburtstag, M.!
Und hier möchte ich nochmal Bezug auf meinen Seifenworkshop am Wochenende nehmen, von dem ich neulich berichtet hatte. Es läuft erstaunlich gut an, wir haben Anmeldungen aus dem gesamten Kreisgebiet und mit etwas Glück kommen noch zwei weitere Termine Ende März Anfang April dazu.

Wir machen nach einem modifizierten 25er Rezept Trichterseifen im Milchkarton. Das hat sich als eine recht erfolgssichere Methode herausgestellt. 

Bei meinem letzten Workshop im Herbst blieb eine Portion Seifenleim übrig, den ich dann für mich eingefärbt und beduftet habe. PÖ Captivate von GF, Farbe: Indigo, Brilliantrosa und Rosenrot. Die Seife blutet wie Hölle, aber ich finde, ihre Optik macht es mehr als wett. Und ein unbeabsichtigt schiefer Milchkarton hat doch durchaus seinen Charme!
Ich nenne diese Seife "Frauenpower".

So, genug Frauenpower für heute.

Alles Liebe
Postpanamamaxi

Mittwoch, 2. Februar 2011

Brautkleid bleibt Brautkleid...

Ich habe es getan, ich habe jetzt den restlichen Stoff für mein Brautkleid geordert.
Und zwar bei Angelika von Wien2002. Dieser Internetshop ist eigentlich auf Zubehör zum Dessousnähen spezialisiert, aber es spricht vieles dafür, diese herrlichen und vor allem günstig angebotenen Materialien auch für andere Zwecke einzusetzen.

Dank des relativ günstigen Stoffes bleibe ich nun mit meinen Materialkosten deutlich unterhalb der 200-Euro-Grenze und bekomme dafür ein maßgeschneidertes und zu 100% individuelles Brautkleid aus Seide.

Angelika hat mir freundlicherweise erlaubt, ein Foto des Stoffes hier zu posten, denn Ihr seid doch sicherlich neugierig.
Leider klappt das nicht so wie erhofft, ich verlinke also einfach auf die Artikelseite:
mein Spitzenstoff

Geplant ist jetzt ein schlichtes Bahnenkleid, das ab Taillenhöhe weiter wird. Ärmellos (ich habe zum Glück vorzeigbare Oberarme), bodenlang. Gefüttert mit Seidenfutter, die Zwischenlage aus naturweißer Dupionseide und obendrüber mit diesem unglaublich schönen Spitzenstoff. Diese Bogenkante ist einfach der pure Luxus! Der Stoff selbst besteht aus Tüll, auf den vereinzelt zarte Ranken gestickt sind.

Und weil er so günstig ist, kann ich mir auch noch eine schöne Spitzenstola daraus nähen, damit die Arme in der Kirche bedeckt sind. Alternativ könnte ich mir natürlich auch einen chicen schmalen Bolero aus der Spitze nähen und mit Dupionseide unterlegen. 

Von der Idee, das Kleid wie ein klassisches Brautkleid zweilagig mit Schleppe zu arbeiten, bin ich wieder abgekommen. Ich kenne die Probleme, die eine Schleppe mit sich bringt, aus meiner Zeit als Hochmittelalter-Reenactorin. Es ist nicht das Problem, sich in einem langen Kleid zu bewegen. Aber wie oft stand mir da irgendwer auf meiner Schleppe herum und machte mir das Kleid kaputt oder schmutzig, und wie schnell sah ein Kleid unansehnlich aus, weil man damit natürlich jeden Dreck unweigerlich aufkehrt!

Dass ich mich also von der Schleppe getrennt habe und aus dem Grundschnitt etwas völlig eigenständiges entwickelt habe, gibt mir ein gutes Gefühl. Das Kleid, was ich vor meinem inneren Auge bereits fertig sehen kann, entspricht mir viel mehr als jedes gekaufte Modell es jemals könnte.

So, und nun viel Spaß beim Stöbern in meinem neuen Lieblings-Nähzubehörladen. Und für alle Nicht-Österreicher: So teuer ist das Auslandsporto gar nicht!

Alles Liebe
Postpanamamaxi

Dienstag, 1. Februar 2011

das Schlimmste am Seifensieden: Etiketten drucken

Diese Arbeit ist die schlimmste am gesamten Seifensieden: Etiketten drucken

Dagegen ist selbst der Abwasch ein Vergnügen.
Auch das Etikettentippen ist zwar eine langwierige und hochkonzentrierte Arbeit, aber selbst die geht mir mir mittlerweile recht leicht von der Hand, weil ich die INCIs, die Allergene und sonstige Anmerkungen gleich beim Übertragen meiner Siedeprotokolle in meine Verwaltungstabelle eintrage.
Copy&Paste ist eine wunderbare Erfindung, um sich viel Tipperei zu ersparen.

Aber diese Etiketten dann zu drucken ist jedes Mal wieder ein Quell der Frustration.
Mein Drucker mag mich nämlich nicht. Wie ich auf diese Idee komme?

Es ist ein Drama in mehreren Akten. Der letzte Akt ist der, dass er jeden Etikettenbogen schief einzieht und damit unrettbar versaut. Pro Bogen gehen mir 30 Cent verloren. Ich kann machen, was ich will, er zieht schief ein. Führe ich von Hand den Einzug, dann zieht er insgesamt zu langsam ein und druckt schon über den eigentlichen Etiketten drauflos. Die kleine Klemmschiene, die von amerikanischem auf deutsches Papierformat umschaltet, kann das Papier nicht sicher genug führen. Der Drucker zieht jede Papiersorte konsequent schief ein. Wahrscheinlich sind die Transportrollen mürbe, der Drucker geht jetzt auch schon ins 6. Jahr.

Es ist zum Mäusemelken.

Da tüftelt man stundenlang an netten, aussagekräftigen und professionell vollständigen Etiketten, kauft einen Stapel im Bürobedarfsladen für ein irres Geld und dann sowas!

Jetzt habe ich beschlossen, ich wünsche mir zum Geburtstag einen ordentlichen Drucker, Scanner und Kopierer. Obwohl ich eigentlich eine geeichte Waage brauche. Aber was braucht man dringender?

Es reicht mir wirklich. Wenn die Patronen leergefahren sind, wandert das Gerät in den Elektroschrott oder ich such mir in der Auktionsbucht einen gutgläubigen Käufer, der mir noch Geld für dieses Machwerk bietet. Egal wie, aber der Kasten kommt weg hier.


Es fing damit an, dass ich mit diesem Gerät von Anfang an Probleme mit den Druckpatronen hatte. Die waren immer verstopft bzw. eingetrocknet, weil ich relativ selten druckte und den Drucker vom Stromnetz getrennt hatte. Ich fand nämlich heraus, dass der auch im abgeschalteten Zustand Strom zog. So wie ein Koch, der heimlich vom Cognac nascht, der eigentlich fürs Flamieren gedacht ist.
Was ich nicht wusste, ist die Tatsache, dass dieser heimliche Stromverbrauch dafür sorgt, dass die Patronen nicht verstopfen...

Also bekam das Gerät neue Patronen und als Stromjunkie durfte es fortan am Netz bleiben.
Wir hatten scheinbar unseren Frieden mit dem Gerät gemacht.

Scheinbar. Das richtige Chaos brach aus, als ich vor einem Jahr einen neuen Laptop brauchte. Dass der alte dann doch noch von meinem Schatz repariert werden konnte, war ein unerwarteter und sehr erfreulicher Glücksfall. Der alte Laptop steht seitdem in der Siedeküche.

Zuerst hat der neue Laptop wunderbar mit dem Drucker kommuniziert. Es war die helle Freude.

Und dann, natürlich mitten in der Woche und mit einem Versandtermin für eine Tauschaktion im Nacken, verweigerte der Drucker die Arbeit. Von jetzt auf gleich.

Auch mein Partner, als leidender Ingenieur  (=LI) für solche Aufgaben prädestiniert, konnte keine Lösung finden. Bei ihm funktionierte nämlich das Zusammenspiel meines Laptops und des Druckers über die WLAN-Box. Hinterhältiger Drucker!

Ich konnte seinem Blick ansehen, dass er mich wahrscheinlich für einen klassischen Useridioten hielt und den Fehler für meine geschilderten Druckprobleme irgendwo zwischen meinen Ohren zu lokalisieren meinte.

In der Folgewoche startete ich also wieder einen Versuch, zu drucken. Es ging um Seifenetiketten, welch Überraschung!
Und welch Überraschung, der Drucker druckte noch eine Seite, dann hängte er sich mitten in der zweiten Seite auf und war nur mit leichter Gewaltanwendung davon zu überzeugen, das halbfertige Blatt Papier wieder herzugeben. Es gab am Ende dann wieder handgeschriebene Etiketten.

Erbitterter Anruf beim LI, Beschwerde. Ich bin nicht doof, es ist der Drucker, der doof ist!

Am Wochenende glaubte mir mein LI dann, dass ich die Wahrheit gesagt hatte, denn der Drucker streikte auch bei ihm und verweigerte jegliche Kommunikation mit dem Laptop. Ich konnte zwar immer noch nicht von meinem Laptop aus drucken, aber ich war jedenfalls rehabilitiert und galt nicht mehr als DAU (dümmster anzunehmender User).

Des Rätsels Lösung war letztendlich nach mehreren Wochen Herumtüfteln, dass mein neuer Laptop Windows 7 in der 64Bit-Version hat. Und dass das schlichtweg zu modern für meinen alten HP5510-AllesimEimer ist.

Wir konnten dann mit meinem Laptop drucken, indem wir den Druckerstecker aus der WLAN-Box zogen und den Laptop manuell anstöpselten. Back to the roots...aber so konnte ich wenigstens drucken. Ich habe in der Zeit eher einen Schlepp-Top als einen Laptop gehabt, so oft trug ich das Gerät durch unseren Haushalt.

Irgendwie hat mein Schatz es dann nach einigen Monaten noch einen Trick gefunden, wie wir abwechselnd alle drei Laptops im Haushalt über die Fritzbox virtuell an den Drucker anstöpseln können. Dann kann auch mein Laptop drahtlos Druckaufträge geben.

Wir dürfen allerdings kein Update diesbezüglich fahren, denn das zerschießt dieses fragile Konstrukt wieder (hatten wir schon erlebt, ein Wochenende voller Gefluche meines LI).

Und nächste Woche kaufen wir dann einen Nadeldrucker, und übernächste machen wir das Licht wieder mit dem Stein aus.
Fortschritt ist doch was Wunderbares, aber ist Euch mal aufgefallen, dass keiner behauptet hat, dass das Leben dadurch unkomplizierter geworden ist?

Mein Vierjähriger wünscht sich übrigens einen I-Pod. Ich hatte ihm versprochen, dass er sich vom gesparten Windelgeld nach erfolgreichem Trockenwerden etwas wünschen darf.

Ich dachte an ein praktisches Geschenk, das preislich einem Monatsverbrauch an Windeln entspricht: an die schicke Kindergartentasche, die er ohnehin bald braucht.

Aber der Herr hätte gern einen I-Pod.
Kriegt er nicht, wäre ja noch schöner!
Warum nicht gleich ein Moped?

Es reicht, dass dieser Racker sich abgeguckt hat, wie der DVD-Player angeht, dass CDs was zum Hören und DVDs auch noch zusätzlich was zum Sehen sind. Und er hat längst rausgefunden, wie man die Feuerwehr-DVD heimlich 5mal hintereinander startet, wenn Mama nicht aufpasst wie ein Hühnerhabicht und irgendwann die Fernbedienung einkassiert.

Und der Einjährige hat schon seit drei Monaten raus, dass die runde Taste oben rechts Mamas Laptop startet und dass man auf dem Touchpad rumwischen muss, damit sich was auf dem Bildschirm bewegt. Neulich hätte dieser kleine Nerd doch beinahe meine Festplatte neu formatiert. Ich wüsste nicht mal, wie ich das absichtlich machen sollte - er kriegt das mit knapp 1 1/2 Jahren locker hin!

Aber irgendwie ist man dann doch auch stolz, dass die Kleinen so mit der Technik aufwachsen, auch wenn das Stichwort Medienkonsum leises Unbehagen macht.

Und dann denke ich an meine Kindheit zurück und daran, dass ich mit 8 Jahren in Papas Büro mit dem Microfiche-Lesegerät Daten für ihn rausgesucht und abgeschrieben habe. Dass ich den Anrufbeantworter programmieren konnte und als einzige alle technischen Möglichkeiten des brandneuen Betasystem-Videorecorders von WEGA nutzen konnte. Da war ich 9...und irgendwie gar nicht so viel anders als mein Vierjähriger heute mit seinem selbstverständlichen Umgang mit der Technik.

Ich hoffe, dass der Tag noch in weiter Ferne liegt, wo meine Söhne feststellen, dass sie ihren Altvorderen hoffnungslos überlegen sind am Computer. Ich gebe mir noch maximal 10 Jahre bei meinem Großen, dann ist es soweit.

Viele Grüße
Postpanamamaxi

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