Heute erreichte mich ein Paket von Rosabella.
Sie betreibt einen lesenswerten Blog, der sich schwerpunktmäßig der Lyrik, Rosen in allen Variationen und philosophischen und philanthropischen Gedanken widmet.
Und das liest sich dann längst nicht so trocken wie meine Beschreibung, sondern ungemein herzenswarm, menschlich und unterhaltsam!
Vor kurzem hat sie eine selbstgemachte Papierrose als Blogcandy verlost und ich bin die glückliche Gewinnerin. Und für alle, die kein Glück hatten, hat sie auf ihrem Blog ein leicht umsetzbares Tutorial veröffentlicht, mit dem man sich seine eigenen Rosen erschaffen kann.
Neugierig geworden? Schaut mal rein, hier gehts zu Rosabella - la vie en rose.
Wollt Ihr das Paket mit mir gemeinsam auspacken?
Lauter wunderschöne selbstgebastelte Schachteln und Tüten waren darin und ich merke mal wieder, dass ich selbst kein großer Verpackungskünstler bin. Umso mehr erfreuen mich solche Kunstwerke!
Rosabella hat sich ihre ganz eigenen Gedanken zum Thema Knopfbasteln gemacht und ich finde, ihre Umsetzung ist sehenswert! Nun seid Ihr doch bestimmt neugierig, was sich in so schönen Schachteln verbergen mag.
Zuerst sollt Ihr aber noch diese wunderschöne "Wildrose" auf Euch wirken lassen. Diese Schachel enthält winzige Schokoladentäfelchen, deren Papier mit Märchenmotiven verziert ist. Die musste ich gleich in Sicherheit bringen, ich habe hier nämlich zwei kleine Schokomonster im Haushalt (ich bin auch nicht besser als die beiden!).
Und hier der Inhalt der Knopfschachtel. Sind diese Teerosen nicht wunderschön?
Aber da war noch so ein verdächtig leichtes Schächtelchen auszupacken:
Und noch so ein Prachtexemplar von einer Schachtel. Was für Mühe da aufgebracht wurde!
Geht es Euch auch manchmal so, dass Ihr ein Geschenk kaum auszupacken wagt, weil die Verpackung allein schon soviel Freude macht?
Aber dann siegt doch die Neugier bei mir: Diese Rose ist das eigentliche Blogcandy, das ich bei Rosabellas Verlosung gewonnen habe. Und ich glaube, ich weiss auch schon, wo sie ihren Platz finden wird. Ich berichte in einem der nächsten Beiträge mehr darüber.
Aber das war noch nicht alles. Hier drehte sich dann alles bei mir, und das lag nicht nur am Titel der Tüte "Walzer":
Notenlesen kann ich leider nicht, mir wurde als Kind das vernichtende Urteil "völligen musikalischen Unvermögens" im Zeugnis attestiert und damit jede Ambition und Chance, ein Instrument zu lernen, vonvornherein genommen.
Meinem flügelbrechenden alten Drachen von Musiklehrerin zum Trotz singe ich begeistert und aus vollem Herzen - und gar nicht mal so übel. Und meinen Jungs wird niemand die Begeisterung an der Musik nehmen, egal ob sie begabt oder durchschnittlich sind. Ihren Spaß werde ich bewahren.
Genügend OT, dieser Walzer hier hat es wirklich in sich:
Für alle, die nicht wissen, was das ist: Dies ist eine alte Monogrammschablone aus Kupfer. Damit wurden früher die Initialen der Braut auf die Weißwäsche-Aussteuer gemalt, um sie dann zu besticken.
Und Rosabella hat es geschafft, tatsächlich meine Initialen zu beschaffen, was angesichts der Kombination schon wie ein kleines Wunder anmutet. Als ich sie auspackte und bewundernd im Licht drehte, hatte ich richtiges Flattern im Bauch.
Ich suche nämlich selbst schon seit mehreren Jahren danach und wurde bislang nicht fündig. Manchmal soll man wohl nicht verbissen suchen, sondern sich lieber finden lassen.
Wer wie ich keine Stickerin ist, kann so ein historisches Schätzchen auch wunderbar in einem Bilderrahmen in Szene setzen.
Und meine geliebten Tafeltücher sind mit AK und IB bestickt, dies sind Erbstücke aus den Aussteuertruhen meiner Großmütter, die dann den Tisch zieren, wenn ich auch ihr altes Festtagsgeschirr andecke. Großmutter hat mir ihr "Wiesengrund und Bergeshöhn" von Krautheim vermacht, ein wunderschönes elfenbeinfarbenes Porzellan mit unterschiedlichen Wiesenblumenszenerien, und mein Vater freut sich jedesmal von Herzen, wenn ich zum Essen einlade und die Tafel voller Erinnerungen an seine Kindheit ist.
Womit sich mal wieder beweist, dass es sich immer lohnt, lieber etwas mehr in ein solides Tafeltuch und zeitlos schönes Geschirr zu investieren als in einen kurzlebigen Modeartikel!
Und dann war da noch dieser schwere Beutel, der sich sehr verheißungsvoll anfühlte.
Rosabella ist nämlich genau wie ich eine begeisterte Floh- und Trödelmarktjägerin und hat eine Leidenschaft für Knöpfe. Ich bin total begeistert von den Schätzen, die sie mir hier anvertraut hat.
Und ich befürchte, ich werde mit einem 2kg schweren basketballgroßen Brautstrauß in die Kirche marschieren, wenn ich hier so verwöhnt werde. Was ich nicht unbedingt schlimm finde, sondern amüsant und irgendwie typisch für mich und meinen Hintergrund. Und vor 1,85m Frau würde so ein Winzlingsbukett auch irgendwie verloren wirken, oder?
Und was sich in der flachen Dahlienschachtel befand?
Wunderschöne kleine Bildchen mit nostalgischen Blumenkindern. Wir haben diese Dinger in meiner Kindheit immer "Sprüche" genannt, weil man sie nebst poetischem Sprüchlein ins Poesiealbum klebte.
Ich habe meines übrigens immer noch und auch für meine Jungs habe ich bereits Poesiealben besorgt, die demnächst ihre Reise bei der Familie antreten werden. Und ich werde die Bildchen neben den Spruch kleben, den ich meinen Jungs in ihr Poesiealbum schreiben werde. Wenn nur die Wahl des Spruchs nicht so schwer wäre...
Das große Päckchen enthielt die Glasnuggets, die Rosabella freundlicherweise für mich besorgt hat, weil wir hier weit und breit keinen DM haben. Sie werden bei der Deko der Hochzeitstafel die Aufgabe der Tischkärtchen übernehmen und sicherlich wunderbar zu den Lichtertüten passen, die ich auch bereits besorgt habe. Auch die Idee zu dieser Glasnuggetverwendung stammt von Rosabellas Blog. Danke!
Und dann waren da noch so liebe Kärtchen und Grüße im Paket...ich komme mir so unendlich reich beschenkt vor...freue mich wie ein kleines Kind und würde am liebsten eine Runde herumspringen wie ein Frühlingslamm auf der grünen Wiese.
Danke, liebe Rosabella, Du bereitest mir große Freude mit diesem liebevollen Paket und mit Deinem immer wieder lesenswerten Blog, Deinen Bastelanleitungen, die Du so freigiebig teilst und mit allem anderen. Weil Du Du bist.
Alles Liebe
Postpanamamaxi
Donnerstag, 10. März 2011
Mittwoch, 9. März 2011
es hat mich erwischt...
...die Knopfsucht ist ausgebrochen und treibt ihr Unwesen in meinem Haushalt.
Jetzt ist aber erstmal Zwangspause angesagt, denn der weiße Draht ist mir ausgegangen und der ist gar nicht so leicht zu beschaffen. Vor Ort war gar keiner zu beschaffen und selbst im Internet fand ich erst nach 2 Stunden Recherche einen Anbieter - und selbst der muss ihn erst bestellen, vor Ablauf von 2-3 Wochen wird das also keinen Nachschub geben.
Offenbar war die Rolle Draht aus meinem Bastelfundus doch schon etwas älter, denn die eine Verkäuferin meinte sich vage zu erinnern, sowas auch mal in ihrem Laden gesehen zu haben - vor gefühlten 10 Jahren!
Und so ruht die Knopfbastelei einstweilig, bis der neue Draht geliefert wird.
Aber keine Sorge, mir fällt schon noch genug ein, womit ich mich beschäftigen kann.
Da sind noch 5 Blumenkinderkleidchen und 2 Westen zu nähen, eine vierteilige Wikingergewandung und falls ich reichlich Langeweile haben sollte, kann ich auch noch mit dem Brautkleid anfangen.
Außerdem sind da noch zwei Seifensiedekurse in diesem Monat, einmal am 12.3. und einmal am 26.3. im Hause der FBS Heide.
Der Einsteigerkurs am kommenden Samstag ist bereits ausgebucht mit 8 Teilnehmerinnen, für den Milchseifenkurs für Fortgeschrittene in gut 2 Wochen sind noch Plätze frei.
Bei Interesse: Anmeldung bei der FBS Heide, 0481/64144, wir freuen uns auf Euch und auf einen kreativen Nachmittag.
Und denkt dran, mit erfolgreichen Seifenkursen unterstützt jeder Teilnehmer auch die anderen Angebote der Familienbildungsstätte: Elternkurse, Kindertreffs, PEKIP und mein Lieblingsprojekt WELLCOME.
Ich rege mich gerade auf über die aktuell laufende Sendung von Stern TV. Da sagt der Arzt aus, dass sie bei Diagnose eines durch Schütteln geschädigten Kindes wegen der ärztlichen Schweigepflicht nicht generell und automatisch eine Meldung wg. Körperverletzung machen, sondern erstmal hübsch darüber beraten, ob für das Kind eine Gefährdungslage besteht, wenn es aus dem Krankenhaus zurück zur Familie entlassen wird.
Ich bin weder Jurist noch Medizinerin, nur eine ganz normale liebevolle Mutter. Ich finde, ein Kind, das von seinen Eltern so stark geschüttelt wurde, dass es mit Hirnschädigungen ins Krankenhaus muss, ist bei seinen Eltern definitiv einer Gefährdung ausgesetzt!
Was gibt es da noch viel zu beraten?
Wieso muss ich damit rechnen, dass ich sofort eine Strafanzeige wegen Körperverletzung bekomme, wenn ich einen Erwachsenen so stark verletze, aber wieso kann ich auf Straffreiheit oder eine Bewährungsstrafe hoffen, wenn ich dasselbe einem wehrlosen Baby antäte?
Es gibt für sowas keine Entschuldigung und keine Ausreden. Wer einem Baby sowas antut, der tut es durchaus im Bewusstsein für die Schäden, die er damit anrichtet.
In 2003 starben 148 Babys unter 1 Jahr durch nicht unfallbedingte Fremdgewalt, also durch Misshandlung und Vernachlässigung. Hinzu kommen die Kinder, die diese Misshandlung zwar überleben, aber ihr Leben lang unter den Folgen zu leiden haben und schwerste Behinderungen erleiden.
Nach einem Schütteltrauma wird nichts mehr so werden, wie es die Natur für dieses Kind eigentlich vorgesehen hatte.
Bitte, liebe Nachbarn, Freunde, Verwandte, Kollegen und auch Partner, haltet Eure Augen offen! Seht nicht weg, wenn jemand verzweifelt und kurz davor steht, eine Kurzschlusshandlung zu begehen. Passt besonders auf die Eltern von Schreikindern auf und auf die Mütter, die unter postpartalen Depressionen leiden.
Und bitte, liebe Eltern, holt Euch Hilfe, wenn Euch die Situation über den Kopf zu wachsen droht. Fragt Eure Hebamme, den Kinderarzt, geht in Schreiambulanzen und holt Euch Hilfe bei WELLCOME. Ihr müsst nicht allein sein mit Euren Problemen, wenn Ihr den Mut und die Klugheit habt, Euch Hilfe zu holen.
Seid bereit, zu helfen, bevor es passiert. Damit es nicht passiert.
Postpanamamaxi
Jetzt ist aber erstmal Zwangspause angesagt, denn der weiße Draht ist mir ausgegangen und der ist gar nicht so leicht zu beschaffen. Vor Ort war gar keiner zu beschaffen und selbst im Internet fand ich erst nach 2 Stunden Recherche einen Anbieter - und selbst der muss ihn erst bestellen, vor Ablauf von 2-3 Wochen wird das also keinen Nachschub geben.
Offenbar war die Rolle Draht aus meinem Bastelfundus doch schon etwas älter, denn die eine Verkäuferin meinte sich vage zu erinnern, sowas auch mal in ihrem Laden gesehen zu haben - vor gefühlten 10 Jahren!
Und so ruht die Knopfbastelei einstweilig, bis der neue Draht geliefert wird.
Aber keine Sorge, mir fällt schon noch genug ein, womit ich mich beschäftigen kann.
Da sind noch 5 Blumenkinderkleidchen und 2 Westen zu nähen, eine vierteilige Wikingergewandung und falls ich reichlich Langeweile haben sollte, kann ich auch noch mit dem Brautkleid anfangen.
Außerdem sind da noch zwei Seifensiedekurse in diesem Monat, einmal am 12.3. und einmal am 26.3. im Hause der FBS Heide.
Der Einsteigerkurs am kommenden Samstag ist bereits ausgebucht mit 8 Teilnehmerinnen, für den Milchseifenkurs für Fortgeschrittene in gut 2 Wochen sind noch Plätze frei.
Bei Interesse: Anmeldung bei der FBS Heide, 0481/64144, wir freuen uns auf Euch und auf einen kreativen Nachmittag.
Und denkt dran, mit erfolgreichen Seifenkursen unterstützt jeder Teilnehmer auch die anderen Angebote der Familienbildungsstätte: Elternkurse, Kindertreffs, PEKIP und mein Lieblingsprojekt WELLCOME.
Ich rege mich gerade auf über die aktuell laufende Sendung von Stern TV. Da sagt der Arzt aus, dass sie bei Diagnose eines durch Schütteln geschädigten Kindes wegen der ärztlichen Schweigepflicht nicht generell und automatisch eine Meldung wg. Körperverletzung machen, sondern erstmal hübsch darüber beraten, ob für das Kind eine Gefährdungslage besteht, wenn es aus dem Krankenhaus zurück zur Familie entlassen wird.
Ich bin weder Jurist noch Medizinerin, nur eine ganz normale liebevolle Mutter. Ich finde, ein Kind, das von seinen Eltern so stark geschüttelt wurde, dass es mit Hirnschädigungen ins Krankenhaus muss, ist bei seinen Eltern definitiv einer Gefährdung ausgesetzt!
Was gibt es da noch viel zu beraten?
Wieso muss ich damit rechnen, dass ich sofort eine Strafanzeige wegen Körperverletzung bekomme, wenn ich einen Erwachsenen so stark verletze, aber wieso kann ich auf Straffreiheit oder eine Bewährungsstrafe hoffen, wenn ich dasselbe einem wehrlosen Baby antäte?
Es gibt für sowas keine Entschuldigung und keine Ausreden. Wer einem Baby sowas antut, der tut es durchaus im Bewusstsein für die Schäden, die er damit anrichtet.
In 2003 starben 148 Babys unter 1 Jahr durch nicht unfallbedingte Fremdgewalt, also durch Misshandlung und Vernachlässigung. Hinzu kommen die Kinder, die diese Misshandlung zwar überleben, aber ihr Leben lang unter den Folgen zu leiden haben und schwerste Behinderungen erleiden.
Nach einem Schütteltrauma wird nichts mehr so werden, wie es die Natur für dieses Kind eigentlich vorgesehen hatte.
Bitte, liebe Nachbarn, Freunde, Verwandte, Kollegen und auch Partner, haltet Eure Augen offen! Seht nicht weg, wenn jemand verzweifelt und kurz davor steht, eine Kurzschlusshandlung zu begehen. Passt besonders auf die Eltern von Schreikindern auf und auf die Mütter, die unter postpartalen Depressionen leiden.
Und bitte, liebe Eltern, holt Euch Hilfe, wenn Euch die Situation über den Kopf zu wachsen droht. Fragt Eure Hebamme, den Kinderarzt, geht in Schreiambulanzen und holt Euch Hilfe bei WELLCOME. Ihr müsst nicht allein sein mit Euren Problemen, wenn Ihr den Mut und die Klugheit habt, Euch Hilfe zu holen.
Seid bereit, zu helfen, bevor es passiert. Damit es nicht passiert.
Postpanamamaxi
Dienstag, 8. März 2011
Perfect Harmony
Da ich im Moment mit dem Knopfstrauß nicht weiterkomme, weil ich auf das Eintreffen der bestellten großen Perlmuttknöpfe für die Blüten warte, habe ich heute ein wenig mit den schwarz-weißen Knöpfen aus meiner Sammlung herumgespielt:
Leider ging mir nach der Hälfte der Blüten der weiße Draht aus und so werde ich morgen erstmal neuen beschaffen müssen, um die restlichen schwarz-weißen Knöpfe zu verarbeiten. Ich finde, dieses schwarz-weiße Bukett strahlt eine ganz besondere Eleganz aus. Dieses Design hat Stil und Klasse.
Habe ich schon erwähnt, dass diese Knopfbasteleien einen gewissen Suchtfaktor haben?
Und weil heute so ein schönes Wetter war, haben die Kinder und ich uns draußen im hellen milden Sonnenschein herumgetrieben, erste Schneeglöckchen, Krokusse und folgendes entdeckt:
Wir sind dann also ausgiebig spazieren gestanden und haben uns die Baumaschinen genauestens angesehen. Es ist einfach toll, mit welch alltäglichen Dingen man kleine Kinder glücklich machen kann.
Ich wünsche noch einen schönen Abend!
Postpanamamaxi
| Perfect Harmony |
Habe ich schon erwähnt, dass diese Knopfbasteleien einen gewissen Suchtfaktor haben?
Und weil heute so ein schönes Wetter war, haben die Kinder und ich uns draußen im hellen milden Sonnenschein herumgetrieben, erste Schneeglöckchen, Krokusse und folgendes entdeckt:
Wir sind dann also ausgiebig spazieren gestanden und haben uns die Baumaschinen genauestens angesehen. Es ist einfach toll, mit welch alltäglichen Dingen man kleine Kinder glücklich machen kann.
Ich wünsche noch einen schönen Abend!
Postpanamamaxi
neuer Lieblingssong
Im Moment spielt NDR2 diesen Song hier rauf und runter: "Marry me" von Train.
Das offizielle Video findet Ihr auf www.trainline.com und ich finde es schlicht und ergreifend schön.
Ein richtiger Wohlfühlsong zum Träumen...
Alles Liebe
Postpanamamaxi
die heute ihren romantischen Tag hat
Das offizielle Video findet Ihr auf www.trainline.com und ich finde es schlicht und ergreifend schön.
Ein richtiger Wohlfühlsong zum Träumen...
Alles Liebe
Postpanamamaxi
die heute ihren romantischen Tag hat
Freitag, 4. März 2011
ohne viele Worte
Eigentlich wollte ich nur die Knöpfe waschen, trocknen und durchsortieren...eigentlich.
Uneigentlich ist dann das hier dabei herausgekommen, nachdem ich gestern abend und heute vormittag ein bisschen gewerkelt habe.
Natürlich ist er noch im Rohbau und noch lange nicht komplett, aber ich denke, Ihr werdet schon jetzt den einen oder anderen Knopf von Euch wiedererkennen können.
Schönes Wochenende!
Postpanamamaxi
PS: Das Letzte
In der Türkei wurde blogger.com gesperrt. Für mich riecht sowas nach Zensur.
Mittwoch, 2. März 2011
Und es gibt immer noch neue Überraschungen!
Heute klingelte die Postbotin an unserer Tür. Sie hatte eigentlich nur drei Briefe in der Hand, aber diese waren so dick, dass sie nicht in den Briefkasten gepasst hätten. Ich glaube, sie hält mich für einen Auktionsbuchtsüchtigen, denn normalerweise erhalte ich nicht soviele Briefe.
Und was war darin? Knöpfe! Und was für wunderschöne Exemplare das sind.
Ich hoffe, ich langweile hier niemanden mit immer neuen Knopffotos, aber ich möchte meine Begeisterung und Freude gern mit Euch teilen.
Gleich der allererste Umschlag, den ich öffnete, zog mir ein wenig den Boden unter den Füßen weg. BriMa hat sich die Mühe gemacht und mir aus weißem Ton Herzen und Sterne als Knöpfe modelliert.
Und weil ich selbst jahrelang getöpfert habe, weiß ich genau, was das für eine Mühe gewesen sein muss: Ton ausrollen, ausstechen bzw. ausschneiden, teilweise Motive mit Tonschlicker zusammenkleben, saubere Löcher zum Annähen bohren.
Alles gründlich trocknen lassen, Schrühbrand machen.
Eventuell noch nachschleifen, glasieren, Glasurbrand machen.
Soweit die Theorie.
Die Praxis ist weitaus komplizierter und erfordert jede Menge Erfahrung und Geschicklichkeit:
Beim Glasieren muss man aufpassen, dass die Glasur nicht in die Löcher läuft und sie verklebt. Die richtige Menge Glasur zu finden ist schon eine Kunst für sich, denn zuwenig sähe unschön aus, bei zuviel bleibt das Werkstück unter Umständen im Ofen kleben oder alles verläuft.
BriMa hat die Knöpfe auch noch beidseitig glasiert, was einen besonderen Schwierigkeitsgrad darstellt. Sozusagen eine Eislaufkür, denn damit beidseitig glasierte Gegenstände im Ofen nicht einfach an irgendwas festkleben, muss man sie aufhängen oder auf ein Gestell packen, das möglichst wenig Berührungspunkte mit dem Tonobjekt hat. Bei Tontellern, Bechern und Vasen kennt man den Standring an der Unterseite, der ganz bewusst nicht glasiert wird, um genau dieses Problem zu verhindern.
Bei so kleinen frickeligen Objekten wie den 1cm kleinen Sternchen ist das eine unglaubliche Feinmotorik, die da abverlangt wird. Und Geduld, Frustrationstoleranz, Erfahrung und vor allem: liteweise Herzblut!
Und ich würde wahrscheinlich locker 2/3 Ausschuss produzieren, wenn ich vor so einer Aufgabe stehen würde. Ich kann mich jedenfalls noch gut dran erinnern, dass eigentlich fast bei jedem Brand in unserer Töpfergruppe irgendein Werkstück wegen unerwartet stark verlaufener Glasur an der Schamotteplatte festgeklebt war und abgeschlagen werden musste (nach Möglichkeit so, dass wenigstens die teure Schamotteplatte heil blieb!).
Liebe BriMa, ich danke Dir von ganzem Herzen für diese kostbaren kleinen Kunstwerke und für Deinen sehr persönlichen Brief! Was mir einen Kloß im Hals verursacht, ist die Tatsache, dass Du nicht nur Herzen, sondern auch Sterne gemacht hast. Die Sterne haben eine große Bedeutung für mich. Herzen sind für mich das Symbol für die Liebe, die mich hier auf Erden begleitet. Meine Mitmenschen. Die Sterne stehen für alle meine Lieben im Himmel.
Der zweite Umschlag, den ich öffnete, kam ebenfalls aus Österreich und stammt von einer Absenderin, mit der ich nicht nur das Seifensieden als gemeinsames Hobby teile. Wir haben beim Mailen auch noch eine gemeinsame Vergangenheit entdeckt, nämlich eine ziemliche Vorliebe für brummige, stark behaarte Typen.
Nee, nicht das, was Ihr jetzt denkt. Ich meine Teddybären in allen möglichen Varianten und Größen.
Kenner aus dem NSF ahnen nun sicherlich schon, wer die Absenderin war: Yddet lässt grüßen!
Liebe Yddet, ich habe mich sehr über Deine nette Post, die lieben Worte und die liebevolle Verpackung gefreut. Da sind ein paar wunderschöne Knöpfe dabei, die ich mit Freuden verbauen werde. Die kleinen Perlmuttherzen und Blumen sind meine ganz besonderen Lieblinge. Die sehen so puppenlustig aus.
Und nun der dritte Brief:
Diese Sammlung hat mich dann wirklich erstaunt. Da hat sich nämlich die Gisa gedacht "was soll ich nur bei mir gucken, ich hab doch auch viele Freunde, die bei sowas gern mitmachen". Tja, und das ist das Ergebnis ihres "Beutezugs".
Es ist unglaublich, was da für tolle Einzelstücke in diesem Briefumschlag steckten. Knöpfe in allen möglichen Formen, Größen und Materialien.
Und soviel Symbolik versteckt sich darin: Die Kompassrose (am unteren Bildrand), damit die Ehe immer auf dem richtigen Kurs bleibt. Rosenknöpfe. Herzknöpfe. Perlknöpfe. Glasknöpfe. Und vieles mehr!
Habt Ihr diesen großen Knopf in der Bildmitte entdeckt, der aus einer Mischung aus gewickeltem Garn und perlmuttfarbigem Kunststoff besteht? Ich habe noch nie sowas gesehen.
Und dann habe ich hier noch eine Besonderheit, zu der es eine Geschichte zu erzählen gibt (ich liebe Geschichten!).
Was Ihr hier seht, ist ein altes Halsband, das mit Perlmuttscheiben besetzt ist. Besonders die Verschlusslösung gefällt mir daran ausgeprochen gut.
Gisa hatte mir vorgeschlagen, dass ich aus Knöpfen, die ich nicht verbauen kann, auch wunderschöne Schmuckstücke fertigen könnte. Halsbänder, Armbänder, Gürtel...man braucht im Prinzip nur einen angenehm tragbaren Untergrund für die Knöpfe.
Da es sich bei dem Halsband um ein Familienerbstück handelt, fühle ich mich besonders geehrt, dass Gisa es mir zu Studienzwecken anvertraut hat. Mit der Tauschseife wird es wieder auf den Heimweg gehen.
Und mit einem lieben Dank an Gisa und ihr knopfgeräubertes Umfeld verbleibe ich
Eure Postpanamamaxi
PS: Und hier die aktualisierte Liste:
18 - Referenzstück, Rückstellprobe
17 - Rapunzel - Knöpfe angekommen
16 - Friesenfan - Knöpfe angekommen
15 - Astrid - Knöpfe angekommen
14 - Kazi - Knöpfe angekommen
13 - Christina - Knöpfe angekommen
12 - BriMa - Knöpfe angekommen
11 - Andrea S. - Knöpfe angekommen
10 - Gartenzwerg - Knöpfe angekommen
09 - Yddet - Knöpfe angekommen
08 - Dagmar - Adresse müsste vorliegen
07 - Gisa - Knöpfe angekommen
06 - Aromaharmonie - sie wird die richtig schönen Etiketten für die Tauschseife basteln *freu*
05 - Marinasoap - Knöpfe angekommen
04 - Helixturnhelix - Adresse getauscht
03 - Alisavon - über NSF angemeldet
02 - Minnie May - Knöpfe angekommen
01 - Roveena - Adresse getauscht
Außerdem gab es nette Post von Rosenmaid, LiLaLo's Mama hat mir auch Knöpfe vom Flohmarkt mitgebracht und meine KultTour-Ministerin hat auch in ihrem Fundus gekramt
*knuddels*
Und was war darin? Knöpfe! Und was für wunderschöne Exemplare das sind.
Ich hoffe, ich langweile hier niemanden mit immer neuen Knopffotos, aber ich möchte meine Begeisterung und Freude gern mit Euch teilen.
| BriMa macht Knöpfe! - DANKE |
Und weil ich selbst jahrelang getöpfert habe, weiß ich genau, was das für eine Mühe gewesen sein muss: Ton ausrollen, ausstechen bzw. ausschneiden, teilweise Motive mit Tonschlicker zusammenkleben, saubere Löcher zum Annähen bohren.
Alles gründlich trocknen lassen, Schrühbrand machen.
Eventuell noch nachschleifen, glasieren, Glasurbrand machen.
Soweit die Theorie.
Die Praxis ist weitaus komplizierter und erfordert jede Menge Erfahrung und Geschicklichkeit:
Beim Glasieren muss man aufpassen, dass die Glasur nicht in die Löcher läuft und sie verklebt. Die richtige Menge Glasur zu finden ist schon eine Kunst für sich, denn zuwenig sähe unschön aus, bei zuviel bleibt das Werkstück unter Umständen im Ofen kleben oder alles verläuft.
BriMa hat die Knöpfe auch noch beidseitig glasiert, was einen besonderen Schwierigkeitsgrad darstellt. Sozusagen eine Eislaufkür, denn damit beidseitig glasierte Gegenstände im Ofen nicht einfach an irgendwas festkleben, muss man sie aufhängen oder auf ein Gestell packen, das möglichst wenig Berührungspunkte mit dem Tonobjekt hat. Bei Tontellern, Bechern und Vasen kennt man den Standring an der Unterseite, der ganz bewusst nicht glasiert wird, um genau dieses Problem zu verhindern.
Bei so kleinen frickeligen Objekten wie den 1cm kleinen Sternchen ist das eine unglaubliche Feinmotorik, die da abverlangt wird. Und Geduld, Frustrationstoleranz, Erfahrung und vor allem: liteweise Herzblut!
Und ich würde wahrscheinlich locker 2/3 Ausschuss produzieren, wenn ich vor so einer Aufgabe stehen würde. Ich kann mich jedenfalls noch gut dran erinnern, dass eigentlich fast bei jedem Brand in unserer Töpfergruppe irgendein Werkstück wegen unerwartet stark verlaufener Glasur an der Schamotteplatte festgeklebt war und abgeschlagen werden musste (nach Möglichkeit so, dass wenigstens die teure Schamotteplatte heil blieb!).
Liebe BriMa, ich danke Dir von ganzem Herzen für diese kostbaren kleinen Kunstwerke und für Deinen sehr persönlichen Brief! Was mir einen Kloß im Hals verursacht, ist die Tatsache, dass Du nicht nur Herzen, sondern auch Sterne gemacht hast. Die Sterne haben eine große Bedeutung für mich. Herzen sind für mich das Symbol für die Liebe, die mich hier auf Erden begleitet. Meine Mitmenschen. Die Sterne stehen für alle meine Lieben im Himmel.
Der zweite Umschlag, den ich öffnete, kam ebenfalls aus Österreich und stammt von einer Absenderin, mit der ich nicht nur das Seifensieden als gemeinsames Hobby teile. Wir haben beim Mailen auch noch eine gemeinsame Vergangenheit entdeckt, nämlich eine ziemliche Vorliebe für brummige, stark behaarte Typen.
Nee, nicht das, was Ihr jetzt denkt. Ich meine Teddybären in allen möglichen Varianten und Größen.
Kenner aus dem NSF ahnen nun sicherlich schon, wer die Absenderin war: Yddet lässt grüßen!
Liebe Yddet, ich habe mich sehr über Deine nette Post, die lieben Worte und die liebevolle Verpackung gefreut. Da sind ein paar wunderschöne Knöpfe dabei, die ich mit Freuden verbauen werde. Die kleinen Perlmuttherzen und Blumen sind meine ganz besonderen Lieblinge. Die sehen so puppenlustig aus.
Und nun der dritte Brief:
Diese Sammlung hat mich dann wirklich erstaunt. Da hat sich nämlich die Gisa gedacht "was soll ich nur bei mir gucken, ich hab doch auch viele Freunde, die bei sowas gern mitmachen". Tja, und das ist das Ergebnis ihres "Beutezugs".
Es ist unglaublich, was da für tolle Einzelstücke in diesem Briefumschlag steckten. Knöpfe in allen möglichen Formen, Größen und Materialien.
Und soviel Symbolik versteckt sich darin: Die Kompassrose (am unteren Bildrand), damit die Ehe immer auf dem richtigen Kurs bleibt. Rosenknöpfe. Herzknöpfe. Perlknöpfe. Glasknöpfe. Und vieles mehr!
Habt Ihr diesen großen Knopf in der Bildmitte entdeckt, der aus einer Mischung aus gewickeltem Garn und perlmuttfarbigem Kunststoff besteht? Ich habe noch nie sowas gesehen.
Und dann habe ich hier noch eine Besonderheit, zu der es eine Geschichte zu erzählen gibt (ich liebe Geschichten!).
Was Ihr hier seht, ist ein altes Halsband, das mit Perlmuttscheiben besetzt ist. Besonders die Verschlusslösung gefällt mir daran ausgeprochen gut.
Gisa hatte mir vorgeschlagen, dass ich aus Knöpfen, die ich nicht verbauen kann, auch wunderschöne Schmuckstücke fertigen könnte. Halsbänder, Armbänder, Gürtel...man braucht im Prinzip nur einen angenehm tragbaren Untergrund für die Knöpfe.
Da es sich bei dem Halsband um ein Familienerbstück handelt, fühle ich mich besonders geehrt, dass Gisa es mir zu Studienzwecken anvertraut hat. Mit der Tauschseife wird es wieder auf den Heimweg gehen.
Und mit einem lieben Dank an Gisa und ihr knopfgeräubertes Umfeld verbleibe ich
Eure Postpanamamaxi
PS: Und hier die aktualisierte Liste:
18 - Referenzstück, Rückstellprobe
17 - Rapunzel - Knöpfe angekommen
16 - Friesenfan - Knöpfe angekommen
15 - Astrid - Knöpfe angekommen
14 - Kazi - Knöpfe angekommen
13 - Christina - Knöpfe angekommen
12 - BriMa - Knöpfe angekommen
11 - Andrea S. - Knöpfe angekommen
10 - Gartenzwerg - Knöpfe angekommen
09 - Yddet - Knöpfe angekommen
08 - Dagmar - Adresse müsste vorliegen
07 - Gisa - Knöpfe angekommen
06 - Aromaharmonie - sie wird die richtig schönen Etiketten für die Tauschseife basteln *freu*
05 - Marinasoap - Knöpfe angekommen
04 - Helixturnhelix - Adresse getauscht
03 - Alisavon - über NSF angemeldet
02 - Minnie May - Knöpfe angekommen
01 - Roveena - Adresse getauscht
Außerdem gab es nette Post von Rosenmaid, LiLaLo's Mama hat mir auch Knöpfe vom Flohmarkt mitgebracht und meine KultTour-Ministerin hat auch in ihrem Fundus gekramt
*knuddels*
Dienstag, 1. März 2011
Burgprojekt, zweiter Teil
Ich möchte Euch heute mal zeigen, was mein Vierjähriger und ich gemeinsam an diesem trüben Nachmittag gewerkelt haben:
Die Burg verlangte nach einem Anstrich und nach 2,5 Stunden war sie fertig bemalt.
In der Reenactorszene gibt es dafür zweierlei Begriffe:
GNI: geschichtsnah interpretiert (was soviel heißt wie: man weiß mangels Fundlage nicht genau, wie man es früher handhabte, also überlegt man sich, was mit damaligen Mitteln möglich war)
ambientetauglich: Umschreibung für Ausrüstung, die zwar absolut nicht authentisch ist, aber dem unwissenden Marktbesucher gern als "irgendwie mittelalterlich" verkauft wird. Gruselig!
Unser Burgmodell basiert auf einer typischen, wenn auch stark vereinfachte Wehrburg aus dem Mittelalter.
Vorn sieht man das Burgtor, über dem ein mit Schießscharten versehener Wehrgang liegt. Manchmal waren diese Wehrgänge auch überdacht zum Schutz der Verteidiger.
Das Burgtor weist mit Zugbrücke und Fallgitter gleich zwei typische Torsicherungen auf. Oftmals befand sich genau über dem Durchgang ein sogenanntes Mörderloch, durch das Eindringlingen im Verteidigungsfall heißes Wasser oder auch Pech auf die Köpfe gegossen wurde.
Links und rechts wird das Burgtor von zwei Türmen umrahmt, wobei der eine Turm mit einem Dach versehen und neben Verteidigungszwecken auch als Unterbringung für die Burgverteidiger diente.
Im Hintergrund sieht man den Palas, der von gleich zwei Bergfrieden eingerahmt ist. Der Palas enthielt den großen Burgsaal, der sowohl Repräsentationszwecken als auch Wohnzwecken diente. Er war der Lebensmittelpunkt auf der Burg. Morgens und abends speiste man in ihm, indem man Böcke aufstellte und Tischplatten auflegte. Nach dem Mahl wurde die Tafel "aufgehoben", was nichts anderes bedeutet, als dass die Tischplatten weggeräumt wurden.
Anschließend begab man sich zur Ruhe. Das Gesinde suchte sich eine Schlafstelle auf den Bänken oder auf dem Boden, das Küchenpersonal schlief in der Küche und die Burgherren in den Privaträumen, die sich oftmals in der Etage über dem Burgsaal befanden.
Im Palas befand sich häufig auch die Kemenate, sofern sie nicht in einem extra Gebäude untergebracht war. Die Kemenate war, neben der Küche, meistens der einzige beheizbare Raum. Im Winter tummelte sich also jeder, der konnte und durfte, entweder in diesen Räumen oder in den Stallungen, auch wenn es bedeutete, sich in schlecht beleuchteten und noch schlechter belüfteten Räumlichkeiten zu sein. Alles war besser als die Kälte.
Zwischen "Kemenate" und "Kamin" besteht also nicht nur ein praktischer Zusammenhang, sondern auch etymologische Verwandschaft.
Die beiden Burgfriede flankieren den Palas. Sie dienten im Verteidigungsfall als letzte Rückzugsmöglichkeit, wenn der Rest der Burg schon eingenommen war. Sie sind sechseckig, eine Bauform, die verteidigungstechnisch günstiger ist als ein viereckiger Grundriss.
Sehr anschaulich sind die beiden Erker an den Burgfrieden. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um einen Abtritt, also ein mittelalterliches Plumpsklo. Die Ausscheidungen fielen dann die Burgmauer entlang zu Boden. Gerade bei Burgen, die von einem Graben umgeben waren, wurde es immer wieder notwendig, diesen von Unrat und Abfällen, aber auch menschlichen Ausscheidungen zu reinigen, damit er nicht seine Verteidigungsfunktion verlor.
Dass diese Fäkalien- und Abfallentsorgung neben üblen Gerüchen auch gesundheitliche Gefahren verbreitete, wussten die Menschen seinerzeit noch nicht. Diese Entdeckung wurde erst im 19. Jahrhundert gemacht.
Die vier Türme der Burg sind so angeordnet, dass es keinen toten Winkel gibt, aus dem sich ein Angreifer anschleichen könnte. Sie sind miteinander durch eine zinnengekrönte Ringmauer verbunden, auf deren Innenseite ein Wehrgang verläuft. An der Innenseite der Ringmauer sind die Wirtschaftsgebäude (Küche, Schmiede, sonstige Werkstätten) und Stallungen der Burg angebaut. Manchmal befand sich die Küche auch im steinernen Kellergewölbe des Palas.
Eine gute, wehrhafte Burg verfügte über einen eigenen Brunnen oder wenigstens eine Zisterne, in der Regenwasser gesammelt werden konnte, um auch im Belagerungsfall eine Wasserversorgung sicherstellen zu können.
Diese hier abgebildete Burg ist in ihrem baulichen Zustand keine mittelalterliche Burg mehr, sondern weist eher den Charakter einer Schlossburg auf, die hauptsächlich Wohn- und Repräsentationszwecken diente. Für einen Verteidigungsbau sind die nach außen weisenden Fenster viel zu groß und die Türen in den beiden vorderen Wehrtürmen wären eine Einladung an jeden Angreifer gewesen. Wenn es ein Schlupftürchen gab, dann war es wirklich nur für Fußgänger geeignet und normalerweise auf der sicheren Seite der Burg angebracht. Im Verteidigungsfall wurde es schleunigst zugemauert, damit der Angreifer nicht zur Hintertür hereinspazieren konnte.
So, wie dieses Modell aussieht, bildet es eine frühere Festung ab, die deutlich später zur Schlossburg umgebaut wurde.
Und für meinen Vierjährigen ist es das Schloss vom Froschprinzen. Basta. "Mama, hör auf zu erklären! Kleb lieber Papier hinter die Fenster, damit sie schön bunt sind."
Und dann habe ich meinem Sohn zuliebe noch eine 20er LED-Lichterkette verbaut und für stimmungsvolle Beleuchtung gesorgt. Er hat mir übrigens mit großer Ausdauer bei dieser insgesamt fast 4 Stunden dauernden Bastelaktion geholfen, was ich für einen Vierjährigen für eine ziemliche Leistung halte.
Was mir mal wieder bestätigt, dass mein Großer sich durchaus mit Hingabe und Akribie einem Thema widmen kann, wenn es ihn wirklich fesselt. Seine Sprunghaftigkeit lässt sich durch geballten Informationsfluss und spaßmachende Beschäftigungsaufgaben also durchaus gut bändigen.
Dieses Jahr lernt er übrigens noch eine Burgform kennen, eine Motte: www.turmhuegelburg.de
Dort bin ich beim Wikingerlager dabei und natürlich werden wir dann auch die HoMis auf der Burg besuchen.
Und hier noch ein paar Bilder vom Nachbau einer echten Burg:
So, ich hoffe, Ihr hattet etwas Spaß an meinem kleinen Exkurs zum Thema Burgen in Mittelalter und Neuzeit. Falls Ihr Kinder habt, lohnt sich der Besuch der Turmhügelburg in Lütjenburg auf jeden Fall und ist einen Ausflug wert. Eintrittspreise sind sehr moderat und die Burgleute freuen sich über interessierte Besucher und ihre Fragen zum Thema. Hier gibts Geschichte und Geschichten zum Anfassen!
Viele Grüße
Postpanamamaxi
Die Burg verlangte nach einem Anstrich und nach 2,5 Stunden war sie fertig bemalt.
In der Reenactorszene gibt es dafür zweierlei Begriffe:
GNI: geschichtsnah interpretiert (was soviel heißt wie: man weiß mangels Fundlage nicht genau, wie man es früher handhabte, also überlegt man sich, was mit damaligen Mitteln möglich war)
ambientetauglich: Umschreibung für Ausrüstung, die zwar absolut nicht authentisch ist, aber dem unwissenden Marktbesucher gern als "irgendwie mittelalterlich" verkauft wird. Gruselig!
Unser Burgmodell basiert auf einer typischen, wenn auch stark vereinfachte Wehrburg aus dem Mittelalter.
Vorn sieht man das Burgtor, über dem ein mit Schießscharten versehener Wehrgang liegt. Manchmal waren diese Wehrgänge auch überdacht zum Schutz der Verteidiger.
Das Burgtor weist mit Zugbrücke und Fallgitter gleich zwei typische Torsicherungen auf. Oftmals befand sich genau über dem Durchgang ein sogenanntes Mörderloch, durch das Eindringlingen im Verteidigungsfall heißes Wasser oder auch Pech auf die Köpfe gegossen wurde.
Links und rechts wird das Burgtor von zwei Türmen umrahmt, wobei der eine Turm mit einem Dach versehen und neben Verteidigungszwecken auch als Unterbringung für die Burgverteidiger diente.
Im Hintergrund sieht man den Palas, der von gleich zwei Bergfrieden eingerahmt ist. Der Palas enthielt den großen Burgsaal, der sowohl Repräsentationszwecken als auch Wohnzwecken diente. Er war der Lebensmittelpunkt auf der Burg. Morgens und abends speiste man in ihm, indem man Böcke aufstellte und Tischplatten auflegte. Nach dem Mahl wurde die Tafel "aufgehoben", was nichts anderes bedeutet, als dass die Tischplatten weggeräumt wurden.
Anschließend begab man sich zur Ruhe. Das Gesinde suchte sich eine Schlafstelle auf den Bänken oder auf dem Boden, das Küchenpersonal schlief in der Küche und die Burgherren in den Privaträumen, die sich oftmals in der Etage über dem Burgsaal befanden.
Im Palas befand sich häufig auch die Kemenate, sofern sie nicht in einem extra Gebäude untergebracht war. Die Kemenate war, neben der Küche, meistens der einzige beheizbare Raum. Im Winter tummelte sich also jeder, der konnte und durfte, entweder in diesen Räumen oder in den Stallungen, auch wenn es bedeutete, sich in schlecht beleuchteten und noch schlechter belüfteten Räumlichkeiten zu sein. Alles war besser als die Kälte.
Zwischen "Kemenate" und "Kamin" besteht also nicht nur ein praktischer Zusammenhang, sondern auch etymologische Verwandschaft.
Die beiden Burgfriede flankieren den Palas. Sie dienten im Verteidigungsfall als letzte Rückzugsmöglichkeit, wenn der Rest der Burg schon eingenommen war. Sie sind sechseckig, eine Bauform, die verteidigungstechnisch günstiger ist als ein viereckiger Grundriss.
Sehr anschaulich sind die beiden Erker an den Burgfrieden. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um einen Abtritt, also ein mittelalterliches Plumpsklo. Die Ausscheidungen fielen dann die Burgmauer entlang zu Boden. Gerade bei Burgen, die von einem Graben umgeben waren, wurde es immer wieder notwendig, diesen von Unrat und Abfällen, aber auch menschlichen Ausscheidungen zu reinigen, damit er nicht seine Verteidigungsfunktion verlor.
Dass diese Fäkalien- und Abfallentsorgung neben üblen Gerüchen auch gesundheitliche Gefahren verbreitete, wussten die Menschen seinerzeit noch nicht. Diese Entdeckung wurde erst im 19. Jahrhundert gemacht.
Die vier Türme der Burg sind so angeordnet, dass es keinen toten Winkel gibt, aus dem sich ein Angreifer anschleichen könnte. Sie sind miteinander durch eine zinnengekrönte Ringmauer verbunden, auf deren Innenseite ein Wehrgang verläuft. An der Innenseite der Ringmauer sind die Wirtschaftsgebäude (Küche, Schmiede, sonstige Werkstätten) und Stallungen der Burg angebaut. Manchmal befand sich die Küche auch im steinernen Kellergewölbe des Palas.
Eine gute, wehrhafte Burg verfügte über einen eigenen Brunnen oder wenigstens eine Zisterne, in der Regenwasser gesammelt werden konnte, um auch im Belagerungsfall eine Wasserversorgung sicherstellen zu können.
Diese hier abgebildete Burg ist in ihrem baulichen Zustand keine mittelalterliche Burg mehr, sondern weist eher den Charakter einer Schlossburg auf, die hauptsächlich Wohn- und Repräsentationszwecken diente. Für einen Verteidigungsbau sind die nach außen weisenden Fenster viel zu groß und die Türen in den beiden vorderen Wehrtürmen wären eine Einladung an jeden Angreifer gewesen. Wenn es ein Schlupftürchen gab, dann war es wirklich nur für Fußgänger geeignet und normalerweise auf der sicheren Seite der Burg angebracht. Im Verteidigungsfall wurde es schleunigst zugemauert, damit der Angreifer nicht zur Hintertür hereinspazieren konnte.
So, wie dieses Modell aussieht, bildet es eine frühere Festung ab, die deutlich später zur Schlossburg umgebaut wurde.
Und für meinen Vierjährigen ist es das Schloss vom Froschprinzen. Basta. "Mama, hör auf zu erklären! Kleb lieber Papier hinter die Fenster, damit sie schön bunt sind."
Und dann habe ich meinem Sohn zuliebe noch eine 20er LED-Lichterkette verbaut und für stimmungsvolle Beleuchtung gesorgt. Er hat mir übrigens mit großer Ausdauer bei dieser insgesamt fast 4 Stunden dauernden Bastelaktion geholfen, was ich für einen Vierjährigen für eine ziemliche Leistung halte.
Was mir mal wieder bestätigt, dass mein Großer sich durchaus mit Hingabe und Akribie einem Thema widmen kann, wenn es ihn wirklich fesselt. Seine Sprunghaftigkeit lässt sich durch geballten Informationsfluss und spaßmachende Beschäftigungsaufgaben also durchaus gut bändigen.
Dieses Jahr lernt er übrigens noch eine Burgform kennen, eine Motte: www.turmhuegelburg.de
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| Sorry für die Bildqualität, ist nur eine Kompakte! |
| Motte mit Wassergraben |
| Blick vom Burgturm zur Kapelle. Man kann hier getraut werden! |
| Wikingerheerlager und Markt Pfingsten 2008, das blaue Zelt ist meins! |
Viele Grüße
Postpanamamaxi
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