Sonntag, 16. Oktober 2011

Herbstfeuer

habe ich meine letzte Seife genannt.

Und gestern abend hatten wir dann den passenden Himmel dazu. Wieso sieht man dieses Licht immer nur dann so bewusst, wenn die Dämmerung die Dunkelheit ankündigt?


Und dies ist das Fräulein Sise, unsere Hauskatze.
Sie ist eine ordinäre Hauskatze (ja, wenn sie in die Waschküche pinkelt, dann ist sie einfach nur ordinär!) und ihre Fellfärbung wird Schildpatt genannt. Aus dem englischsprachigen Raum stammt die Bezeichnung "Tortie", die sich vom englischen Wort Tortoise für Schildkröte ableitet.

Unser Fräulein Sise ist aber nicht nur eine Tortie, sondern auch eine Torbie, weil sie  zusätzlich zum Schildpattmuster auch noch Streifen in den roten Fellanteilen (Tabby-Muster) aufweist.

Wusstet Ihr, dass nur weibliche Katzen dreifarbig sein können? Dreifarbige Kater sind die absolute Seltenheit, denn dieses beruht dann auf dem Klinefelter-Syndrom (XXY), das auch bei Menschen vorkommen kann.
Warum das so ist, findet Ihr bei Wikipedia. Ein wirklich spannendes Beispiel zum Thema Genetik und Vererbungslehre.
Wer schläft, zerkratzt keine Sofas

So, genug kluggeschnackt für heute. Sise fliegt gleich raus in den Garten und dann werde auch ich mich Richtung Bett bewegen.

Bis bald,
Postpanamamaxi

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Kusudama

Papier: Vivi Gade und Aldi-Nord
Origami: Ursprünglich aus Japan stammende, mittlerweile internationale Kunst des Papierfaltens. Bevorzugt wird mit quadratischem Papier gearbeitet und fast immer auf den Einsatz von Hilfsmitteln wie Schere oder Klebstoff verzichtet.

Kusudama: Modulares Origami. Ein größeres Objekt wird aus mehreren gleichen Modulen zusammengesetzt, auch hier vorzugsweise ohne Klebstoff und ohne Schere.
Bei obigen Objekten - wie auch bei Bascetta-Sternen - handelt es sich um klassische Kusudama, weil sie ohne Klebstoff einzig aufgrund von Form und Faltung zusammenhalten.

Von der Marke Vivi Gade gibt es seit zwei Jahren unterschiedliche Bastelpapiere in wunderschönen Designs, die jeweils Ton in Ton aufeinander abgestimmt sind: braun-beige, rot-naturweiß, hellgrau-altweiß.

Auf der Schachtel mit dem 15x15cm Faltpapier sind bezaubernde Papierkugeln abgebildet, die ich schon immer mal falten wollte.

Nun habe ich eine Anleitung gefunden:
http://deschanas.blogspot.com/2011/03/paper-ball-papier-kugeln.html
Übrigens ein insgesamt sehr lesenswertes und interessantes Blog mit tollen Tutorials und Basteleien.

Und wie man auf den Fotos sieht, funktioniert die anschauliche Anleitung wunderbar.
Diese Kugeln sehen sehr viel komplizierter aus, als die Umsetzung letztendlich ist: Man benötigt für diese tollen Objekte nur 6 quadratische Blätter Papier!
Die Verwendung eines Falzbeins ist allerdings empfehlenswert, weil das Papier teilweise in mehreren Lagen gefaltet werden muss und exaktes Arbeiten hier unerlässlich ist.

Eigentlich hatte ich das gold-gelbe Papier für Bascetta-Sterne eingeplant, aber nun habe ich beschlossen, stattdessen diese tollen Bälle als Weihnachtsbaumschmuck anzufertigen.

Der große Vorteil: Man feiert entspannter Weihnachten, weil diese Kugeln unzerbrechlich sind. Ein Vorteil, der in einem turbulenten Haushalt mit zwei kleinen Kindern von 2 und 4 Jahren und mit einer lebensmüden Katze nicht von der Hand zu weisen ist.

So, und nun wünsche ich Euch allen viel Spaß beim Nachbasteln!

Viele Grüße,
Postpanamamaxi

PS:
Am 2. und 9. November (Mittwochs) von 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr gibt es in der FBS Heide wieder einen der beliebten Bascetta-Stern-Kurse. Unter meiner Anleitung lernen die Teilnehmer, ihren eigenen Bascetta-Stern zu falten.
Am ersten Abend lernt man das Falten der Module, am zweiten Abend werden die Sterne dann zusammengesetzt. Bitte entsprechendes Faltpapier mitbringen (30 Blatt, 15x15cm oder 20x20cm, eher festere Qualität) und ein Falzbein (die aus Knochen sind minimal teurer, aber definitiv die besten in der Handhabung!).

Infos und Anmeldung HIER
Stern nach Paolo Bascetta, Papier von Heyda (15x15cm)

"Kassel-Stern" aus Din a 3 Transparentpapier, 75cm Durchm.
Am Mittwoch, den 23.11.2011 gibt es wieder einen kostenlosen weihnachtlichen Bastelkurs in der Kirchengemeinde Wesseln im Gemeindehaus. Wir basteln Blockbodenbeutel, die sich vielseitig als Windlicht, Adventskalender oder einfach als nette Geschenkverpackung verwenden lassen. Materialkosten ca. 5,- Euro, Anmeldung im Kirchenbüro in Weddingstedt bei Frau Reimers unter 0481-5409.
Wer ein Falzbein besitzt, bringt es bitte mit!

Montag, 10. Oktober 2011

Und hier ist das Foto vom Seifenkurs!

Meine liebe H. war so freundlich, das Tray mit ihren Seifen nochmal zu fotografieren, bevor es in den Gefrierschrank wandert und einen Tag lang frieren muss, um die Seife brav freizugeben.

Dankeschön für das Bild, liebe H.!
Von oben nach unten:

Basilikumseife mit Peeling
Klassische Kaffeeseife
Kürbisseife mit Hokkaidopürree und Kürbiskernöl
Ringelblumenseife mit 3fach Ringelblume
Seidenseife mit "Rüdigers Heilkreide" (Rügener Heilkreide und rosa Tonerde)

Ich finde, meine Teilnehmerinnen haben hier wirklich tolle Arbeit geleistet und können mit Fug und Recht stolz sein über ihre Werke.

Übrigens, der nächste Kurs - Einsteiger - startet am 29.10. mit neuem Konzept.
Weniger reden, mehr rühren.

Ich freue mich auf Euch!

Viele Grüße,
Postpanamamaxi

Sonntag, 9. Oktober 2011

Kräuterseifenkurs in der FBS Heide - eine Nachlese

Samstag fand er statt, der allererste Seifenkurs mit der Schwerpunktsetzung
"Kräuter und andere nette Seifenzusätze".
In der Vergangenheit habe ich bereits diverse Einsteigerkurse gegeben, dieser Kräuterseifenkurs sollte nun besonders meine ehemaligen Teilnehmerinnen ansprechen und an neue Themen heranführen.

Gemeinsam mit 5 Teilnehmerinnen machte ich mich daran, mit den unterschiedlichsten Zusätzen für Seifen zu experimentieren.
Es waren einfachere und auch kompliziertere Rezepte darunter, die sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene eine meisterbare Herausforderung darstellten.

Nach der obligatorischen Einführung in die Sicherheitsmaßnahmen und den grundsätzlichen Ablauf haben sich meine Teilnehmerinnen an die Arbeit gemacht.
Jede hat eigenverantwortlich eines der Rezepte zubereitet. Was mir besonders gut gefallen hat, war dieser Teamgeist, der sich trotzdem untereinander vom ersten Augenblick an zeigte. Man half sich gegenseitig, schaute einander über die Schulter und begeisterte sich.

Und ich fühlte mich in meinem Element. Es macht mir jedesmal wieder unheimliche Freude, zu beobachten, wie die Teilnehmerinnen das erste Zögern abstreifen und loslegen, bis sie der Flow erwischt und sie voller Konzentration und Begeisterung aktiv werden.

Ich glaube, auch meine Teilnehmerinnen haben diesen Nachmittag genossen. Über konstruktive Kritiken freue ich mich natürlich sehr, denn nur so kann ich das Konzept noch weiter verbessern.
Und was den "drögen" Theorieteil betrifft: Ein Minimum muss sein, denn er dient unserer Sicherheit und dem erfolgreichen Sieden. Aber ich gebe mir Mühe, diesen Teil möglichst kurz und kurzweilig zu halten, damit mehr Zeit fürs Werkeln bleibt.

Und weil jede Teilnehmerin am liebsten jedes Rezept ausprobiert hätte, haben wir gemeinsam eine wunderbare Lösung gefunden: Wir haben die Seife in sogenannte Osterhasen-Trays gefüllt, so dass am Ende jede Teilnehmerin mindestens 4 Seifen von jeder Sorte mit heimnehmen konnte. Auch hier war wieder die besonders harmonische und konstruktive Stimmung dieser Gruppe zu spüren.

Meine Damen, Sie waren ein tolles Team und ich freue mich auf weitere Workshops mit Ihnen!

Leider war ich - mal wieder - so sehr dabei, alles anzuleiten, dass ich versäumt habe, diese Aneinanderreihung bunt gefüllter Trays zu fotografieren.
Dabei war es so ein toller Anblick, wie sich jedes Tray Reihe um Reihe mit einer neuen Seifensorte füllte. So müssen wir uns mit dem Foto leider bis zum nächsten Kurs gedulden.

Bei diesem Kurs ging es mir schon in der Planungsphase schwerpunktmäßig darum, dass die Teilnehmerinnen ermuntert werden, mit dem zu experimentieren, was Küche, Garten und Supermarkt alles hergeben an potenziellen Seifenzusätzen. Dies habe ich bei der Auswahl der Seifenrezepte und Zutaten berücksichtigt und ich habe das Gefühl, dass diese bunte, naturnahe Vielfalt besonders gut angekommen ist und Lust auf mehr macht.

Warum nicht mal den Kürbis weglassen und stattdessen Möhrensaft nehmen, oder statt des Basilikums einfach frische Petersilie verwenden? Alle Teilnehmerinnen bekamen die genauen Rezepte ausgehändigt und außerdem eine Liste von Zutaten, die man auch noch in der Seife verwenden könnte - und wie man sie anwendet.

Damit die Noch-Nicht-Siederinnen in meiner Leserschar Lust bekommen, es auch mal auszuprobieren, möchte ich hier die Rezeptideen kurz vorstellen:

Kaffeeseife mit starkem Kaffee als Grundlage für die Lauge und Kaffeepulver als Peelingzusatz

Einem Tipp von Aconita aus dem NSF folgend, haben wir ein wenig ätherisches Orangenöl hinzugefügt, weil dies durch die enthaltenen Terpene die Reinigungsleistung der Seife verbessert - sinnvoll immer dann, wenn es darum geht, nicht Gerüche an den Händen zu neutralisieren, sondern auch Fett- und Schmierschmutz zu lösen. Danke für den tollen Tipp, ich lern gern sowas Nützliches dazu.




Seidenseife mit rosa Tonerde und "Rüdigers Heilkreide"

Ein echtes Luxusstückchen mit feinem Duft (Sunflower von SP), mit reichlich Reiskeimöl und Kakaobutter. Hier haben die Teilnehmerinnen gelernt, wie man Seide und Tonerden in der Seife handhabt und was diese Zugaben bewirken, und wie man mittels Topfmarmorierung auch mit kleinen Einzelförmchen hübsche Ergebnisse erzielt.

Als Patin stand dafür Gartenzwergs Luxusschnitte (aber mit völlig anderem Rezept und mit anderer Optik), die mich überhaupt erst auf das Thema Tonerden gebracht hat. Auch hier danke für die Inspiration für meinen Kurs.


Basilikumseife mit frischem Basilikum und Peelingzusatz, eine klassische Gartenseife

Hier haben wir ausprobiert, was frische Kräuter in der Seife bewirken können. Die Basilikumseife duftet auch ohne große Parfümierung herrlich appetitlich. Zusammen mit einem Schuss ätherischen Orangenöls (für die Reinigungsleistung) und einem Zitrus-PÖ haben wir eine angenehm frisch-grün duftende Seife geschaffen, die später sicherlich gern benutzt werden wird. Als Peelingzusatz haben wir Mandelkern-Olivenstein-Granulat verwendet, was für einen unaufdringlichen, aber nachhaltigen Reinigungseffekt sorgen wird.


Ringelblume 3-fach

Bei diesem Rezept haben die Teilnehmer gelernt, wie die Kräuter und ihre Wirkstoffe in die Seife kommen können: Als Ölauszug, als Aufguss und in Form von zerkleinerten Ringelblumenblättern als Peelingzusatz. Beduftet mit dem PÖ Ringelblume von Behawe (übrigens ein schnell andickender Duft). Und weil noch ein paar Seidenfasern übrig waren, haben wir die kurzerhand in der Lauge für diese Seife reingetan.


Kürbis zweifarbig

Bei der Kürbisseife wird der Seifenleim zweigeteilt. Die eine Hälfte bekommt 50g Reiskeimöl und 100g selbstgemachtes Kürbispüree (für alle, die es etwas einfacher haben wollen, empfehle ich ein Babykostgläschen mit Kürbis pur), die andere Hälfte wird mit 50g steirischem Kürbiskernöl aufgewertet. Dann wird zweifarbig gearbeitet, in diesem Fall hatten wir olivgrüne Seifen mit einem orangenen Herzen.
Und bei der Frage nach einem Duft, der zu dem nussigen Kürbiskernölaroma passt, sind wir dann völlig überraschend auf Cedarwood von SP gestoßen, der mit seiner holzig-rauchigen Note einen perfekten Duftakkord bildet.


Wer jetzt Lust bekommen hat, auch mal einen Seifenkurs in der FBS Heide mitzumachen, hat in diesem Jahr noch mehrere Möglichkeiten:

Samstag, 29. Oktober 14:00-18:00 Uhr: Seifengrundkurs
Grundlagen des sicheren und erfolgreichen Seifensiedens, unterschiedliche Techniken, die TN nehmen anschließend ihre selbstgefertigte Seife mit heim.

Samstag, 5. November 14:00-18:00 Uhr: Milchseifenkurs
Wir bringen Milch und Milchprodukte auf unterschiedliche Weise in die Seife. Auch hier nehmen die TN ihre selbstgefertigte Seife mit heim.


Samstag, 19. November 14:00-18:00 Uhr: Badebomben & Co.:
Wir machen Badewellnessprodukte, die sich auch wunderbar als Weihnachtsgeschenke eignen. Und auch hier darf man natürlich die Früchte seiner Arbeit mit heimnehmen, um sie zu genießen.


Noch sind ein paar Plätze frei, Anmeldungen bitte HIER!


Und noch ein Hinweis in eigener Sache: Am 12. November verwandeln sich die Räume der FBS wieder in eine Second-Hand-Boutique für Baby-, Kinder- und Damenmode (mit Anprobemöglichkeit!).

Auch ich werde dabeisein mit gut erhaltenen Kleidungsstücken und mit meinen Bascettasternen - und ich werde die Gelegenheit nutzen, einen kleinen Seifensiederflohmarkt zu veranstalten. Wer also noch eine Holzblockform oder Düfte und Farben für sein Siederhobby benötigt, kann hier echte Schnäppchen machen.

Die Formen und Rohstoffe sind alle in Ordnung, innerhalb des MHD und teilweise sogar ungebraucht. Bei mir stehen demnächst Veränderungen ins Haus und das bedeutet, dass ich mich von diversen Sachen trennen muss, um Platz für Neues zu schaffen.

Ich würde mich freuen, wenn diese Veranstaltung gut besucht würde!

Bis bald,
Eure Postpanamamaxi

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Formentest III, Tipps und Tricks und neue Seifen

Blockformmarmorierung  
Diese Seife wurde mit Lavendel Mont Blanc beduftet und gefärbt mit Ultramarin und TiO. Zuerst wurde der dunkelblaue Seifenleim eingefüllt, dann habe ich mit Schwung den weißen Seifenleim aus rund 40cm Höhe hineingegossen.

Taiwan-Swirl von oben
Die gleiche Seifenrezeptur, nur diesmal in der Taiwan-Form von Salina (4 Trennstege eingesetzt, blau-weiß-blau-weiß-blau befüllt, mit Holzstäbchen marmoriert). Hat mal wieder sehr viel Spaß gemacht, und ich bin ganz neugierig, wie die fertige Seife aussieht.
Ich habe diese Seife nämlich noch nicht aufgeschnitten, sie ist mir noch zu weich.

Geht es Euch genauso, empfindet Ihr diesen Moment, wo Ihr den frisch entformten Seifenblock aufschneidet, auch voller köstlicher Spannung?
Und jede Seifenscheibe wird zu einer Offenbarung. Meine Freundin M. ist auch ganz verrückt danach, Seifenblöcke aufzuschneiden, und freut sich wie ein kleines Kind über die Aha-Momente.

Herbstfeuer in der überbreiten Blockform
 
Diese Seife duftet nach Mandarine Shock und Sanddorn, gefärbt mit DC Gelb, Blütenorange und TiO.

Und hier bin ich dann echt verzweifelt. Für ein paar Minuten. An meiner eigenen Unbedachtheit.
Denn die Form war dermaßen randvoll, dass ich die Platten nicht richtig anfassen konnte, um den Seifenblock zu lösen.

Der Boden ließ sich übrigens ganz problemlos als erstes entfernen, aber das lag daran, dass ich den mit einem aufgeschnittenen Gefrierbeutel ausgelegt hatte. Die Endstücke waren auch unproblematisch.
Als nächstes konnte ich mit viel Geduld die beiden Seitenteile entfernen, weil die noch einigermaßen griffig waren durch die überstehenden Kanten.

Aber dann hatte ich ein echtes Problem zu knacken, denn der mittlere Block klebte fest zwischen den beiden Trennstegen. Und weil diese genauso breit waren wie der Block und dieser noch weich war, hatte ich nun die Wahl zwischen Einfrieren oder Plan B.

Mein Gefrierfach ist aber noch von den Eiscremebeständen des Altweibersommers belegt, also musste Plan B ran: Ich habe früher getöpfert, und wenn man das fertige Gefäß von der Scheibe abheben wollte, nahm man einen Schneiddraht und schnitt damit das Gefäß möglichst nah an der Scheibe ab.

Draht wollte ich wegen der Metallproblematik bei Seifen und wegen der Formen nicht verwenden, also griff ich zu einem festen Faden aus Knopflochseide und schnitt damit an der einen Trennstegplatte entlang. Diese ließ sich nun ganz wunderbar abheben. Alles ging kinderleicht.
Mit meinem Schneidspachtel und einer Schablone habe ich dann gleichmäßige Scheiben vom Block abgeschnitten, mit dem Spachtel abgehoben und in den Korb zum Trocknen verfrachtet.

Merke:
* Niemals die Form überbefüllen. Das ist nicht nur schlecht für das Topping, sondern auch unnötig stressig beim Entformen, weil man nichts hat, wo man anfassen kann.

* Manchmal kann das (teilweise) Auslegen der Form mit einem Gefrierbeutel durchaus seinen Sinn machen, weil es das Entformen erleichtert.
Aber: Wenn Nuten im Boden einer Form eingefräst sind, die den Trennstegen Halt geben sollen, dann ist es nicht so klug, Folie darüber zu legen. Man muss also gründlich abwägen, was wichtiger ist.

* Einfrieren eines Seifenblocks kann hilfreich sein, wenn die Seife sich weigert, die Form zu verlassen.
Darum ist es wichtig, die Form beim Kauf nicht nur passend zu den üblichen Chargengrößen, sondern auch passend zum Gefrierfach zu wählen.

* Bevor einem der Geduldsfaden reißt, nimmt man lieber einen dünnen festen Faden (Angelsehne oder Drachenschnur, Knopflochseide tut es zur Not auch) und "schneidet" damit den Seifenblock von der festklebenden Platte der Form. Der Form schadet es nicht.

Und so sieht die komplette Charge aus:
Ich bin am Ende ganz glücklich und zufrieden, wie diese Charge geworden ist. Die Seife riecht gut, die Stücke sind schön gleichmäßig geworden und die Form hat sich bewährt.

Wenn ich die Form das nächste Mal benutze, werde ich statt des Bodens die Trennstege mit Gefrierbeutel beziehen. Dann passen die Trennstege in die Nuten am Boden und ich habe gleichmäßigere Blöcke. Auch das Festkleben der beiden Trennstege am mittleren Block sollte damit nicht mehr vorkommen.
Wie sich die neue Vorgehensweise auf das Entformen auswirken wird, werde ich beizeiten berichten.

"Resteverwertung" im 18er-Divi von Salina
Und weil ich von dem sonnengelben und dem weißen Seifenleim noch einen Rest hatte, habe ich diesen kurzerhand in den aufgebaut gelagerten Divi gefüllt und marmoriert.
Auch hier habe ich mir die Arbeit beim Entformen erleichtert, indem ich den Divi vorher schon mit einem aufgeschnittenen Gefrierbeutel ausgelegt habe.

Salina empfiehlt Frischhaltefolie, aber ich finde Gefrierbeutel etwas einfacher in der Handhabung (mit Frischhaltefolie komme ich auch in der normalen Küche nicht zurecht, das Zeug klebt überall, nur nicht dort, wo es soll).

Wichtig: Die bedruckte Seite des Gefrierbeutels sollte auf der von der Seife abgewandten Seite sein, sonst hab Ihr hinterher einen "beschrifteten" Seifenblock...der Druck färbt nämlich ab!
Es funktioniert beides gleich gut.

Noch ein Tipp, falls mal wieder alles schiefläuft und man weder Gefrierbeutel noch Frischhaltefolie zur Hand hat: Notfalls kann man den Divi auch mit Backpapier auslegen. Das klappt fast genauso gut, kann aber mal die eine oder andere Welle schlagen.

So, ich hoffe, es war für Euch unterhaltsam UND informativ zugleich.
Mir macht dieser Test richtig viel Spaß und die Gelegenheit, mitzutüfteln und in der Anwendung zu optimieren, nutze ich mit Begeisterung aus.

Wenn ich beim Testsieden irgendwelche Tricks und Kniffe zu den Formen herausfinde, dann bekommt ihr dieses Wissen natürlich beim Erwerb Eurer Formen mitgeliefert, damit Ihr von Anfang an Freude und Erfolg mit den neuen Formenmodellen habt.
 
Alles Liebe,
Postpanamamaxi

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Ratten und Mäuse und mein Vierjähriger

Eine Episode mit meinen Jungs:

Teil I:
Unsere Katze hat eine große Maus erlegt und auf die Auffahrt gelegt. Mein Vierjähriger findet sie und schreit ganz aufgeregt "Mamaaaa, das liegt eine riesige Ratte!"
Ich habe ihm dann erklärt, dass eine Ratte noch viel größer ist, und das tote Viech entsorgt.


Teil II:
Die Jungs essen so gern die Kinderwurst von Aldi. Auf der Schachtel ist eine niedliche kleine Maus abgebildet.
Ich parke vor dem Markt, mein Vierjähriger will lieber im Auto bleiben und Sendung-mit-der-Maus-Geschichten auf dem Smartphone gucken (der WDR-Podcast ist sehr empfehlenswert!). Als ich ihn frage, was ich ihm mitbringen soll, antwortet er:

"Mama, ich möchte bitte gern die Rattenwurst!"

Ich hänge mit Schnappatmung lachend und japsend an der Autotür und erkläre ihm, dass es sich bei dieser Ratte um eine Maus handelt.

Als ich nach dem Einkauf die Lebensmittel ins Auto räume, rufe ich ihm durch die Kofferraumklappe laut zu "Krümel, ich habe Dir Deine Rattensalami mitgebracht!" - "Lecker, Mama!" jubelt er.

Als nächstes sehe ich, wie die ältere Dame auf dem Gehweg neben uns einen sehr irritierten Gesichtsausdruck davonträgt...einen Penny für ihren Gedanken! Es hat noch so einige Zeit gedauert, bis ich mit dem Grinsen aufhören konnte.

Ob mein Vierjähriger das mit den Mäusen und den Ratten jetzt auseinanderzuhalten gelernt hat?


Die Antwort gab es dann in Teil III:
Der Junge ist nämlich gerade mitten im schönsten Märchenalter und weil wir uns gerade durch "Städtemärchen" hindurcharbeiten (Die BREMER Stadtmusikanten, Der Hase und der Igel in BUXTEHUDE), habe ich ihm kurzerhand eine etwas entschärfte Version des Rattenfängers von Hameln erzählt.

Meistens verlangt er dann in den folgenden Tagen, dass ich ihm die Geschichte noch ein paarmal erzähle.

"Mama, erzählst Du mir nochmal das Märchen vom MÄUSEfänger von Hameln?"
- "..."

Ich warte jetzt eigentlich auf die logische Fortführung dieses Themas. Vielleicht schon am nächsten Sonntagmorgen um 11:30 Uhr. Ob er dann die "Sendung mit der Ratte" gucken will? Oder ob er beim Einkaufen ein "Mickyrattencomicheft" haben möchte?

Viele Grüße,
Postpanamamaxi

Erntedankwichteln im NSF - eine Danksagung

Am letzten Sonntag war der Auspacktag vom Erntedankwichteln im NSF, das von Rapunzel und mir organisiert wurde.
Es ging darum, den Sommer einzufangen und festzuhalten - in Form von leckerem Eingemachtem, Selbstgewerkeltem und natürlich durch eine Seife zum Thema Sommer.

Und ich hatte insgeheim gehofft, dass man sich durchs Werkeln nochmal bewusst macht, wie gut wir es haben. Früher (für unsere Großmütter und Mütter) war Einmachen überlebensnotwendig oder einfach eine Sparmaßnahme zur Entlastung der Haushaltskasse, heutzutage ist es leckerer Luxus, kreatives Vergnügen und einfach ein wunderbares Geschenk an Mitmenschen, die solche Sachen noch zu schätzen wissen.

Start war am Weißen Sonntag, dem Sonntag nach Ostern - und Auspacktermin war sinnigerweise am Erntedankfest.

Es hat mich tief berührt, zu erleben, mit wieviel Hingabe und Begeisterung die Teilnehmerinnen diese selbstgestellte Aufgabe erfüllt haben.
Und offenbar war ich nicht die einzige, die in diesem Sommer einen ungeahnten Höhenflug in Sachen (Küchen)kreativität erlebt hat. Netterweise durften wir parallel zum Wichtelthread auch einen Rezeptethread aufmachen, wo sich dann höchst inspirierende Küchenplaudereien entwickelten - und wo sich zu meiner großen Freude auch Leute einbrachten, die nicht direkt zur Wichtelrunde gehörten. Dieser Kreativschub ist offenbar ansteckend.

Fazit: Diese Erntedankwichtelei muss auf jeden Fall wiederholt werden. Und wenn ich die Zeit dafür finde, werde ich auch wieder die Orga machen. Es hängt ein bisschen davon ab, wie meine anderen Aktivitäten im nächsten Jahr anlaufen werden. Wir werden sehen.

Na, und jetzt seid Ihr doch sicherlich neugierig, was in dem Päckchen war, was ich bekommen habe (was ich so reingepackt habe, könnt Ihr anhand der bisher geposteten Rezepte und Fotos erahnen):

Lecka Likörken und Bananenseife von mama-niki

Der Kirsch-Zimt-Likör hat dann auch den Sonntagabend nicht überstanden, mein Mann schwirrte schon mittags höchst unauffällig-hochinteressiert um diese Flaschen herum und schlug eine abendliche Spontanverkostung vor.
Ergebnis: Lecker! Und pur kommt eher die Zimtnote durch, während der Likör als Schorle mit Mineralwasser eher nach Kirsche schmeckt.

Und ist dieser Hintergrund, auf dem die Flaschen liegen, nicht wunderschön? So sieht ein wahrgewordener Traum aus. mama-niki weiß, dass ich bekennende Stricklegasthenikerin bin (1 1/2 Hüttenschuhe liegen seit der 7. Klasse unvollendet in meinem Elternhaus herum) und deswegen solche Kunstwerke umso höher achte.
Aber so ein Tuch ist so kostbar, dass ich es nie gewagt hätte, einer Strickkünstlerin einen Tausch gegen etwas Selbstgewerkeltes aus meiner Nähstube oder Küche anzubieten. Und dann bekomm ich sowas GESCHENKT! Und dann war noch so ein lieber Brief dabei, ich war wirklich etwas erschlagen von diesem tollen Erntedankwichtelpäckchen. Aus ganzem Herzen dankeschön dafür!

Handgesponnen, pflanzengefärbt, handgestrickt!
Dies ist übrigens mein neuer Herbstmantel aus der Werkstatt der Stiftung Mensch in Meldorf, aus handgewebter Beiderwand und in Kleinserie gefertigt. Noch so ein Traum, der unverhofft wahr geworden ist...und der perfekt zu diesem Tuch passt, weil mama-niki selbst mal Beiderwand gewebt hat.

Das war aber nicht das Einzige, was meine Postbotin mir letzte Woche ins Haus brachte. Ein Paket mit Münchner Absender wurde abgegeben, und es gluckerte leise. Nun war aber keine Münchner Teilnehmerin in meiner Runde, ich musste mich also gedulden bis zum Auspacktag, bevor ich rausfinden konnte, wer sich dahinter versteckt.

Als ich es Sonntag auf den Küchentisch stellte, um es zu öffnen, da musste ich an Rosenmaid denken. Aber die wohnt nicht in München. Trotzdem war sie ganz stark präsent in meinen Gedanken.

Und dann öffnete ich das Paket, sah die selbstgebastelte Karte und wusste, dass ich richtig vermutet hatte.
Köstliche Liköre, Gewürzöl und Chutneys/Relishes von Rosenmaid
Man beachte diese tollen Tags und Flaschen, und wie hübsch das alles verpackt ist. Da kann ich noch so einiges lernen, denke ich mir. Besonders auf das Kürbisrelish freue ich mich, denn ich mag Kürbis in allen Variationen. Das wird also als erstes getestet werden und somit die Essensplanung fürs kommende Wochenende entscheiden. Danke für das tolle Überraschungspaket, liebe Rosenmaid, und danke für die lieben Worte in der Karte. Das hat mich sehr berührt.

Pfotig-sonnige Glücksmomente
Heute kam noch ein Überraschungsbrief bei mir an, der verlockend gut duftete...enthalten war eine nette Sonnenblumenkarte von der lieben Seifenpfote und wunderschöne Badeherzchen, auf die meine beiden wasserrattigen Jungs gleich ein gieriges Auge geworfen haben (kriegen sie aber nicht, da ist die Mama mal egoistisch!).
Dankeschön, ich freue mich sehr darüber und ganz besonders auch über die Sonnenblume.

Leckere Hochzeitsgrüße
Post aus Österreich von der lieben Freyseife: Kulinarisch umgesetzte nachträgliche Hochzeitsgrüße, über die mein Mann und ich uns sehr gefreut haben. Besonders die Marillenmarmelade verlockt uns, denn wir Deutschen kriegen nur Aprikosenmarmelade hin, Marillen gibts nur im schönen Österreich. Ich kenne sie als Bestandteil der weltberühmten Sachertorte oder als süßes Herz der Buchteln (die ich leider auch nicht so hinkriege wie ich sie aus dem Urlaub kenne).

Und Bügelwasser mit tollem Duft. Im NSF gibt es einen aktuellen Thread dazu und ich verfolge ihn immer als stille Leserin, weil ich eher zur "ordentlich aufgehängt-ordentlich zusammengelegt-spart das Plätteisen"-Fraktion gehöre. Bügelfreie Hemden sind nur für mich erfunden worden, so kommt es mir vor. Aber manchmal muss Bügeln eben trotzdem sein, gerade wenn man wie ich viel näht. Und Freyseife hat es geschafft, dass ich mich tatsächlich auf die nächste Bügelrunde freuen kann.
Danke dafür, und auch für all die anderen tollen Sachen wie Knoblauchpesto, Kuchen im Glas oder Lavendelsirup.
Und die Idee mit der Badestange ist genial, denn jetzt weiß ich, was ich mit den von meiner Freundin Aromaharmonie geerbten Eiswürfelformen anfangen werde.

Und so wurde der Erntedanktag für mich ein ganz besonderer Tag zum Danke sagen.
Danke an all die wunderbaren Menschen, die ich in den letzten Jahren kennenlernen durfte und die mein Leben mit Weisheit, Freude und ihrer Hilfsbereitschaft erfüllen.
Nicht Eure tollen Pakete, sondern Ihr macht mich reich.

Alles Liebe,
Postpanamamaxi





Disclaimer

Ich erkläre hiermit, dass ich mich ausdrücklich von allen Inhalten der von mir verlinkten Seiten in meinem Blog distanziere und mir deren Inhalt nicht zu Eigen mache.
Alle Bilder und Texte dieses Blogs sind mein persönliches und geistiges Eigentum und dürfen nicht kopiert oder veröffentlicht werden.
Sie unterliegen dem Copyright und dürfen nicht ohne meine Erlaubnis in irgendeiner Form weiterverwendet werden.