Sonntag, 7. November 2010

Memento moriendum esse - gedenke, dass du sterblich bist

Oh jeh, jetzt wird's morbid, mag der Leser angesichts der Titelzeile vermuten.

Nein, das wird es nicht. Ich bin wohl einer jener Charaktere, denen die Neigung zum Morbiden ziemlich fehlt.  Dazu lebe ich viel zu gern.
Der Tod hat für mich nichts, das romantisch zu verklären wäre, und auch Romeo und Julia hätten, wären sie reale Personen gewesen, lieber gemeinsam gelebt, geliebt, gestritten und ihre Kinder aufgezogen, um nach einem langen und erfüllten Leben gehen zu dürfen, anstatt als romantisch-verklärtes ewig junges Liebespaar in die literarische Geschichte einzugehen.


Psalm 90, Vers 12: "Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden."

Der Tod soll uns klug machen? Was nützt das dann noch, mag man sich denken. Immerhin ist es dann - zumindest für diese Welt - für uns zu spät. Allzu späte Weisheit hat immer etwas Vergebliches an sich.

Aber wenn wir wachen Blickes und offenen Herzens durchs Leben gehen, dann sehen wir den Tod überall wirken. Manchmal als Erlöser, manchmal als Schlusspunkt eines langen Lebens - und leider allzuoft und allzufrüh auch dort, wo noch so vieles zu erleben gewesen wäre.

Es kann jederzeit vorbei sein. Und wir wissen nicht, wann das sein wird und ob wir unsere Aufgaben bis dahin erfüllt haben oder nicht.

Ich habe zwei wunderbare Jungs.
Wenn man uns zusammen sieht, wenn wir gemeinsam Lebensmittel einkaufen oder im Buchladen stöbern, dann könnte man durchaus mit leisem Neidgefühl auf uns blicken. Ich wirke auf Fremde wie eine Frau, die scheinbar alles hat, was sie zu ihrem Glück braucht. Das trifft auch überwiegend zu.
Aber es stimmt nicht immer.

Sie sind 1 und 3 Jahre alt, ein Sommer- und ein Winterkind. Wenn man uns zusammen sieht, denkt man oft "oh, wie schön, zwei gesunde Kinder in genau dem richtigen Abstand".

Zwischen ihren Geburtstagen liegen genau 30 Monate.

Und 4 Babys, die nicht bleiben konnten.

Ich war viermal in meinem Leben schwanger. Die erste Schwangerschaft war völlig problemlos verlaufen und unser Erstgeborener war ein wahrhaft pflegeleichtes und sonniges Baby.

Als unser Sohn 9 Monate alt war, wurde ich wieder schwanger. Ich verlor meine Zwillinge in der 10. SSW. Dann wurde ich fast umgehend erneut schwanger und verlor dann, auf den Tag genau 3 Monate nach der ersten Fehlgeburt, auch dieses Baby in der 10. SSW.

Als man mich damals zur zweiten Ausschabung binnen dreier Monate in den OP rollte, verlor ich auf den letzten Metern die mühsam gewahrte Fassung. "Wie soll ich jemals wieder den Mut haben, nochmal schwanger zu werden?" weinte ich.

Ich wollte nie wieder diesen Horror erleben. Ich fühlte mich in diesem Augenblick bar jeder Kraft und bar jeden Mutes. Ich zwang mich zum Weitermachen. Es musste weitergehen, damit es besser werden kann, und es wurde irgendwie auch besser.
8 Monate danach hatten mein Partner und ich wieder den Mut gefunden.

Zwei Tage vor dem Todestag meiner Zwillinge hielt ich den positiven Test in der Hand. Vorsichtige Freude und ein leises Willkommen in meinem Herzen. Ich wollte mich lieber zu früh freuen als mir hinterher vorzuwerfen, mich womöglich zu spät gefreut zu haben. Weil jeder Tag kostbar wird, wenn man lernen musste, dass es jederzeit vorbei sein kann. Memento moriendum esse!

Und ein Unterdrücken der Freude hätte mir die Trauer hinterher nicht leichter erträglich gemacht. Manchmal rettet mich nur mein Pragmatismus.
Also freute ich mich wild-entschlossen und hoffte, diesmal würde alles gutgehen.

Dann begannen in der 7. SSW wieder die Blutungen. Aber jeden Abend kam die Übelkeit, die mich davon überzeugte, dass es weitergeht.
Ich hatte mir immer gesagt, ich bräuchte keinen Arzt, der ohnehin nichts anderes tun könne als zu dokumentieren, wann es vorbei ist. Das hatte ich zweimal erlebt, ein drittes Mal wollte ich mir das ersparen. Wenn es enden sollte, würde ich es früh genug von selbst merken. Ich wollte daher diesmal erst nach Ablauf der schicksalshaften 10. SSW zur Vorsorge gehen. Ich war übrigens überzeugt, wieder Zwillinge zu erwarten.

Und dann kam bei der ersten Untersuchung als Ergebnis heraus, dass es tatsächlich Zwillinge gewesen waren...aber dass nur einer lebte, während von dem anderen nur noch Reste der Fruchtanlage zu erkennen waren. Die Blutungen waren nun erklärbar.

Als ich an jenem Tag aus der Praxis ging, wusste ich nicht, ob ich nun traurig sein sollte um mein 4. Sternenkind - oder ob ich mich lieber freuen sollte darüber, ein Kind zu erwarten. Ich entschied mich für die Freude. Und sagte mir ganz pragmatisch:
"Eines ist besser als gar keines."

6 1/2 Monate später hielt ich dieses Baby in meinen Armen und war dankbar und glücklich.

Seitdem lebe ich anders. Bewusster. Es ist das Einzige, was ich für meine 4 Kinder noch tun kann. Die Toten ehren, indem ich lebe. Und zwar ganz bewusst so glücklich, wie es nur irgendwie geht.

"Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden."
Ich bin spät klug geworden. Aber nicht zu spät. Hoffe ich jedenfalls!

Nichts passiert ohne Grund, und nichts passiert zu einem bestimmten Zeitpunkt, ohne dass da ein tieferer Sinn dahintersteckt. Auch wenn wir solche Momente immer als "zum falschen Zeitpunkt" wahrnehmen. Es offenbart eigentlich nur, dass es für solche Dinge nach unseren menschlichen Maßstäben nie den richtigen Zeitpunkt gibt. Es ist irgendwie immer zu früh.

Es nimmt dem Tod meiner 4 etwas von seiner Sinnlosigkeit, wenn meine Erfahrungen irgendjemand anderem helfen können. Und es gibt meinem Leben - und dem meiner beiden Jungs - auch einen Sinn, dies zu tun. Vielleicht liegt darin meine Aufgabe, zusätzlich zu jener, meinen beiden Jungs hier eine lebenstüchtige, ausgeglichene und liebevolle Mutter zu sein.

Heute vor 3 Jahren hatte mir der Arzt verkündet, dass ich Zwillinge erwartete. Am 13.11. war dann alles vorbei. Oder mein "Leben danach" begann. Ganz so, wie man es sehen und betrachten möchte.

Wir Menschen sind sterblich. Die Liebe aber ist ein Band, das der Tod nicht durchtrennen kann.

Leise Grüße
Postpanamamaxi

Freitag, 5. November 2010

Abenteuer Technik

Tja, nun kämpfe ich hier schon geraume Zeit mit diesem Blog und versuche verzweifelt, einer Kommentatorin zu antworten und meine Emailadresse zu übermitteln, und es klappt einfach nicht!

Liebe Trollin, die HP, die mich zum Seifensieden brachte, lautet naturseife.com. Dort kannst Du einen wunderbaren Einstieg ins Seifensieden bekommen. Aber Vorsicht, das Hobby macht süchtig!
Dort findest Du auch ein interessantes Forum, das ein ausgesprochen hohes und angenehmes Kommunikationsniveau hat und wo sehr hilfsbereite und nette Leute zu treffen sind (ich tummel mich dort auch gern).

Übrigens bin ich eigentlich zum Seifensieden gekommen wie die Jungfrau zum Kinde.
Meine sprichwörtliche Neugier hat mich darauf gebracht. Ich mache schon seit vielen Jahren Frühmittelalter-Reenactment. Und weil wir hier im Norden leben, natürlich Wikinger!
Und wenn man sich nicht mit so Themen wie Schwerter, Kettenhemden und das 23. tolle Messer befassen muss, weil man eine Frau ist, kümmert man sich um häusliche Themenbereiche dieses Hobbys.

Und da habe ich mich gefragt, wie haben die sich und ihre Kleidung damals gewaschen. Kämme hat man häufig gefunden, sowohl als Grabbeigabe als auch in Form von halbfertigen Stücken und Produktionsabfällen.
Außerdem gab es Pinzetten und Ohrlöffel, die man als Grabbeigaben gefunden hat.

Aber wie haben sie sich gepflegt? Entgegen der landläufigen Meinung war es tatsächlich so, dass Körperpflege durchaus einen unerwartet hohen Stellenwert bei den Nordländern hatte. Gesicht und Hände wusch man durchaus regelmäßig, wenngleich uns ein entsetzter Araber uns berichtet hat, dass die barbarische Angewohnheit gepflegt wurde, das Waschwasser nacheinander zu benutzen, nachdem jeder fröhlich damit gegurgelt und hineingespien hatte!
Und auch Wäsche wurde gewaschen, nicht umsonst hat man in Haithabu an den Waschplätzen Haarnadeln gefunden, die den Wäscherinnen aus der Frisur gefallen waren.

Trotzdem darf man natürlich nicht heutige Hygieneansprüche an die damalige Zeit stellen. Aber ganz so primitiv, wie es gern angenommen wird, haben sie damals nicht gelebt.

Die Frage war für mich: Wuschen sie nur mit Wasser oder gab es noch wirksamere Mittel?
Rein technisch gesehen müssen die Wikingerfrauen in der Lage gewesen sein, eine Schmierseife herzustellen. Die Asche der Herdfeuer enthielt aufgrund der dort vorkommenden Baumarten KOH, das zusammen mit Fetten verseift und Schmierseife bildet.
Durch das Wässern der Asche und anschließendes Filtern konnte eine schwache Lauge gewonnen werden, die dann durch längeres Kochen immer höher konzentriert wurde. Diese wurde dann mit tierischen Abfallfetten verarbeitet und ergab eine wenig wohlriechende, aber durchaus wirksame Seife.

Leider ist mir aber keinerlei Beleg bekannt, der diese theoretische Herstellungsmöglichkeit von Seife bei den Wikingern beweist.

Das alte Dilemma der Wissenschaftler und ernsthaften Reenactors: Nur weil es technisch möglich war und weil unsere Vorfahren durchaus nicht dumm waren, heißt es leider nicht, ob sie es auch wirklich praktiziert haben.
Als Seifensiederin bewege ich mich im Wikingerbereich also auf sehr dünnem Eis.

Allerdings kennt man im Reenactmentbereich den "mittelalterlichen Scheuerschwamm" zum Kesselreinigen:
Etwas feine Asche aus dem Lagerfeuer (am besten: Buchenholz!) auf nasses Stroh geben und damit dem fettigen Topf zuleibe rücken - klappt tatsächlich! Nur dass man hinterher ziemlich kaputte Spülhände hat, das muss man in Kauf nehmen.

Und so kommt also eine Wikingerfrau zum Seifensieden.
Natürlich mache ich meine Seifen dann doch lieber nach modernen Methoden, mit Schutzbrille und Handschuhen und nicht aus tierischen Abfallfetten, sondern aus hochwertigen pflanzlichen Ölen und mit schönen Düften.

Aber letztendlich ist und bleibt es einfach nur Seife.

Viele Grüße
Postpanamamaxi

Donnerstag, 4. November 2010

Hier stehe ich, ich kann nicht anders...

Ich bin was ich bin, und ich sehe auch keinen Sinn darin, mich dafür zu entschuldigen.
Weil es da nichts zu entschuldigen gibt, da ich das, was ich mache oder sage, nach bestem Wissen und Gewissen tue.
Was würde eine dahingesprochene Entschuldigung an dem ändern, was ich nun mal bin und wie ich nun mal wahrnehme, denke und fühle?

Nichts.
Natürlich gibt es immer die Möglichkeit, dass ich aufgrund falscher Informationen oder einfach irrtümlich falsch entscheide und handle. Aber ist es nicht so, dass wir alle unsere Handlungen und Entscheidungen immer nur aus dem Wissenshorizont treffen können, der uns zum Augenblick der Entscheidung umgibt?
Und dann gibt es noch den Stolperstein Emotionen, die uns gleichwohl in die richtige Richtung als auch in die Irre führen können.

Doch braucht man dafür eine Entschuldigung, eine förmliche Absolution? Und wer soll sie über einen aussprechen, eine Entschuldigung wirklich annehmen und die Absolution erteilen?

Man ist, was man ist, und in den allermeisten Fällen ist man genau das Produkt jener Gesellschaft, die sich anschließend gerne mal über einen deswegen beschwert! Wieso geht mir gerade der Gedanke "selbst Schuld" durch den Kopf?

Der stille und trübe November lässt mich nachdenken (nicht grübeln) und gibt Raum zur kritischen Selbstbetrachtung. Was hat sich verändert?
Ich.
Und damit auch die Art, wie ich Dinge wahrnehme und darüber denke.
In vielen Dingen ist meine Toleranz tatsächlich gewachsen. Ich habe ein Stück weit dazugelernt, dass es tatsächlich keinen Sinn hat, sich an Dingen aufzureiben, die man nicht verändern kann.

Aber ich stelle auch fest, dass ich die auf diese Weise eingesparte Energie tatsächlich darauf verwende, die veränderlichen Aspekte in meinem Umfeld tatkräftiger zu gestalten als vorher.

Es hat nichts mit Aufgeben und Sichtreibenlassen zu tun, wenn man sich gelegentlich vom Strom der Geschehnisse tragen lässt. Es hat vielmehr etwas mit der Klugheit zu tun, seine Energien für den Moment aufzusparen, wo man mit ihnen tatsächlich etwas verändern kann, anstatt seine Kraft damit zu vergeuden, an Lebensabschnitten gegen eine Strömung zu kämpfen, die man ohnehin nicht überwinden kann.

Sein Schicksal anzunehmen hat keine andere Bedeutung, als es in die Hand zu nehmen und selbst auf die Gestaltung Einfluss zu nehmen.
Es ist ein Unterschied, sich in sein Schicksal zu schicken - oder sich schicken zu lassen.

Und darum ist es manchmal besser, nach Aussprechen einer unpopulären Wahrheit zu gehen, bevor man gegangen wird. Das hat nichts mit Weglaufen zu tun. Man erspart nur dem Gegenüber, der womöglich am längeren Hebel sitzt, die Mühe, einen zu expedieren, indem man selbst den Zeitpunkt wählt. So behält man das Ruder in der Hand, während man sich von der Strömung weitertragen lässt.

Ich bin zu alt geworden, um mich noch bis zur Unkenntlichkeit zu verbiegen, um um jeden Preis anderen zu gefallen.

Und so sage ich in eine ganz bestimmte Richtung "adieu" und bin sicher, dass es die Richtigen erreichen wird. Und sage allen "willkommen", die sich entscheiden, mich weiter zu begleiten auf diesem steinigen, aber umso spannenderen Weg.

Und mache hier weiter. Weil jedes Ende ein neuer Anfang sein kann, wenn wir es zulassen können.
Und weil ich glaube, dass ich hier noch etwas bewirken kann.

Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir, Amen! (dieses Zitat wird der Legende nach Dr. Martin Luther zugeschrieben, jenem querkantigen, unbequemen wahrheitsliebenden und selbstdenkenden Veränderer und nebenbei Begründer des modernen Hochdeutsches)

Postpanamamaxi

Mittwoch, 3. November 2010

Noch 51 Tage bis Heiligabend!

Das ist sie, meine diesjährige Kollektion von adventlichen und weihnachtlichen Seifen:
Dunkle Schönheit und Sternchen - duftet nach Vanilla Caramel
Helle Schönheit - duftet nach Weihrauch und Myrrhe (und das Gold steckt dann in der dekorativen Goldpuderschicht)
Elchseife - mit ätherischem Orangenöl und etwas Kirschduft
kleine quadratische Toffeeseife
Orangenseife (Marmorierung ist leider nicht so toll geworden)
Sanddornseife mit Sanddornbeeren als Peelingzusatz
Engelseife - duftet nach Äpfeln und Zimt
Autoseife und Sternchen-Gästeseifen mit Mandelbisquitduft
Cranberry-Orangen-Seife
orientalische Früchteseife mit süßem Feigenduft
roséfarbene Seifen, die wie Weihnachtstee duften
Prinz Pfefferminz
Mitte: 
Marzipan-Schokoseife mit Mandelkernpeeling
grüne Avocado-Seiden-Seife mit ÄÖ Orange - ein traumhafter Schaum!

Und das ist nur eine kleine Auswahl meiner Kreationen. Die allerjüngsten Exemplare warten noch auf ihren Fototermin.

Ich freue mich jetzt schon auf die Gesichter der Beschenkten, wenn ich ihnen einen bunten Teller voller Seifen anbieten werde und sie sich dann das auswählen dürfen, was ihnen am meisten zusagt.

Ich bin gern kreativ, und ich hoffe, dass ich das auch an meine beiden Kinder weitergeben kann.

Mein Großer hat gestern begeistert Faltschnitte angefertigt. Ich faltete das Papier auf Achtel, zeichnete die Linien vor, er schnitt sie erstaunlich exakt und mit großer Geduld aus - und fertig waren zauberhafte Papiersterne.
Währenddessen habe ich den ersten Bascetta-Stern dieses Jahres gefaltet und zusammengesteckt. Es war eine schöne Stimmung, gemeinsam am großen Küchentisch zu sitzen und konzentriert zu basteln. Und wie spannend es für ein Kind ist, das Papier nach dem Schneiden auseinander zu falten und das Ergebnis zu bestaunen!

Seit gestern ist mein Dreijähriger also stolzer Besitzer einer eigenen Sammelmappe für seine Werke. Wenn es nach ihm ginge, würden wir jetzt schon die Sterne an die Fensterscheiben kleben. Aber noch ist es zu früh und ich habe versucht, es ihm zu erklären.

Dass sein einjähriger Bruder sich derweil unterm Tisch kreativ mit Milch beschäftigte, war dann wiederum ein anderes Thema. Man kann übrigens so eine Nuckelflasche sehr kreativ wie einen dieser pumpbaren Farbstifte verwenden, indem man den Nuckelaufsatz auf den Boden oder an die Wand drückt und die herausfließende Flüssigkeit dann mit den Fingern vermalt.

Viele Grüße
Postpanamamaxi

Dienstag, 2. November 2010

Shopping für Doofe

Ich liebe Sonderangebote. Wer liebt sie nicht?
Es ist immer verlockend, weniger zu bezahlen, als man üblicherweise muss. Um sich dann in Phantasien zu ergehen, was man sich von dem Gesparten gönnen könnte.
Komisch nur, dass bei den Sonderangeboten allzuoft am Ende doch kein Plus übrigbleibt!

Aber manchmal frage ich mich wirklich, ob man uns für dermaßen dumm hält, uns solche "Sonderangebote" zu unterbreiten:

Sixpack mit Getränkeflaschen.
Etikett: Super-Sonderangebot, 5+1!

Womit dann das Fivepack erfunden wäre? Und wie wollen die das palettentauglich verpacken?

Wahrscheinlich kommt dann als Nächstes der 9er Eierkarton in die Regale. Oder die Dreiviertelgurke, die dank der eingesparten 25% Masse dann auch noch "kalorienreduziert" und "light" ist. Und auch noch "ohne Fett!".
Hach, das muss ich sofort kaufen!

Oder die Windelkartons meines Nachwuchses, die jedes Jahr kleiner werden (die Kartons, nicht die Kinder!).
Und diese Kartons schrumpfen nicht nur, weil die Windeln dünner werden, sondern weil da alle Jahre wieder weniger Exemplare enthalten sind.

So wie im Moment: Die Packung 5er Windeln enthielt bislang 37 Windeln, nun sind es 33. Womit wir eine verdeckte Preiserhöhung von 12,21 % haben.
Und es ist nicht das erste Mal, dass der Preis bleibt, der Inhalt aber schrumpft!

Wenn die Verbraucher nicht langsam anfangen, sich zu wehren, schrumpft irgendwann auch unser Hirn...

Viele Grüße
Postpanamamaxi

Novemberblues? Gar keine Zeit dafür!

Nein, für den typischen Novemberblues fehlt mir momentan die Zeit.
Ich habe auch gar keine Lust auf diese allgemeine Lähmung, die einen im November so gern anfällt.

Der Oktober, der uns noch einige goldene und milde Tage bescherte, ist endgültig vorbei, und die bunten Blätter, die Oktoberspaziergänge so schön machten, liegen nass und modrig auf den Gehwegen.

Wind und Regen kommt auf und treibt die Menschen und Tiere ins Haus, und zweimal war der Rasen schon weiß überfroren, als ich frühmorgens aus dem Fenster blickte.

Am Schlimmsten finde ich im November die Tatsache, dass durch die Umstellung auf Winterzeit abends um 17 Uhr alles dunkel ist und uns klarmacht, dass nun die 3 dunkelsten Monate des Jahres vor uns liegen. Und der Dezember ist noch so weit weg mit seinem Glanz!

Zum Glück gibt es unseren Kaminofen, der dank des von meinem Bruder geschlagenen Holzes eine wohlige Wärme und gemütliches Licht verbreitet. Obendrauf steht jetzt immer häufiger meine Teekanne, gefüllt mit leckerem Tee. Bald gibt es auch wieder leckere Orangen und Clementinen. Natürlich gibt es die schon viel früher, aber noch genießen wir die Traubenzeit. Wir teilen uns diese kleinen Freuden ein, damit der trübe November von kleinen, jährlich wiederkehrenden und ersehnten Freuden erhellt wird.

Dinge, die ich am November mag:
- wenn der heiße Tee wieder gut schmeckt
- die langen Abende mit Familie und lieben Freunden. November ist Visitenzeit.
- warme Wollsocken, von lieben Menschen für meine Familie gestrickt (ich kanns einfach nicht)
- die ersten Clementinen und der herrliche Duft, den sie verströmen
- der Raum, den dieser Monat den Abschieden und Neuanfängen so selbstverständlich einräumt, wie es auch für andere Monate wünschenswert wäre. In unserer Gesellschaft wird dem Neubeginn soviel Aufmerksamkeit gewidmet, dass für anständige Abschiede und Abschlüsse kaum noch Zeit und Raum verbleibt.

Der November kommt mir immer wie ein sehr kurzer Monat vor. Das liegt daran, dass der 1. Advent oftmals schon Ende November ist und die Vorbereitungen dafür die Woche nach dem Ewigkeitssonntag in Anspruch nehmen. So "endet" dieser Monat der Trauer und des Innehaltens eigentlich schon am 21. November, denn am 28. November dürfen wir schon den Beginn des neuen Kirchenjahres mit dem ersten Advent feiern.

Ein Ende dieser Zeit der Stille und der Stürme, des Nebels und des Nieselregens ist also abzusehen. Die Gedenktage sind ein leises "memento mori", bevor wir uns wieder in den Alltag mit seinen Anforderungen stürzen.

Mein Monat wird so aussehen, dass ich 2 Bascettakurse geben werde, zu denen sich hoffentlich viele Leute gesellen mögen. Meine Weihnachtsseifen sind bereits gesiedet. Weil Seifen gründlich reifen müssen, bevor man sie verwendet, habe ich meine allererste Weihnachtsseife 2010 schon Ende August gemacht. Am 22. Oktober war ich offiziell fertig mit meinen Weihnachtsseifen.

Dann sind da noch die Stollen, die ich backen möchte. Da diese 3 Wochen liegen und reifen sollten, bevor man sie genießt, muss ich spätestens zur Monatsmitte damit beginnen.
Die Keksschlacht mit den Kindern spare ich mir für den Dezember auf, genau wie die Fertigung weiterer Küchengeschenke wie selbstgemachte Konfitüren und Gelees und hausgemachtem Senf.


In der letzten Novemberwoche schmücken wir dann langsam das Haus für die Adventszeit. Jeden Tag kommt ein bisschen mehr Deko dazu. Ich mag es, wenn es ganz langsam beginnt und die Traurigkeit des Novembers ganz sinnig der Vorfreude des Advents weicht.
Am Samstag vor dem 1. Advent wird dann wieder Mutters Küche verwüstet, indem wir dort unser traditionelles Gesteckebasteln veranstalten. Und anschließend muss ich mich sputen, die Adventskalender für den Einjährigen und den Dreijährigen zu basteln und zu befüllen. Wobei ich festgestellt habe, dass es sehr schwierig ist, etwas für ein 16 Monate altes Kind zu finden, das man in die Beutelchen packen kann.

Außerdem gibt es noch meinen privaten Bastel-Mama-Kaffee-Klub, der sich irgendwie quasi nebenbei aus einem Laternenbasteltreffen etabliert hat. Offenbar besteht einfach großer Bedarf nach so etwas. Im Moment basteln wir Sterne - Bascettasterne und auch Fröbelsterne. Es ist beinahe meditativ, mit dem schönen Papier zu werkeln, sobald die Handgriffe und Abläufe erstmal sicher erlernt sind. Und das Ergebnis erfüllt uns mit Stolz auf unser Erfolgserlebnis.

Warum werden Erfolgserlebnisse scheinbar so rar, sobald man aus dem Berufsleben in die Elternzeit geht?
Man fragt sich, ob man womöglich undankbar ist, weil es einem irgendwie nicht ausreicht, seine Kinder zu versorgen und den Haushalt zu erledigen. Man macht tagtäglich die gleichen Aufgaben, liebt seine Kinder mit Inbrunst und versucht, neben der guten Mutter auch noch eine gute Partnerin und eine interessante Frau zu bleiben - und tritt manchmal auf der Stelle. Das sind die Momente, wo man das viele Gute in seinem Leben nicht recht zu würdigen weiß, weil die Unzufriedenheit einem den Blick verstellt. Oder weil man meint, dass der Kummer über die unerfüllten Wünsche und Träume die Freude über das, was man bekommen und draus gemacht hat, überdeckt.

Manchmal hat man einen schiefen, verzerrten Blickwinkel. Dann ist es gut, zu erkennen, dass es anderen Leuten ähnlich ergeht und wenn man sich gegenseitig hilft, den Horizont wieder geradezurücken.

Wir basteln in unserem Klub nicht nur Laternen und Sterne, wir basteln uns auch eine neue Lebensperspektive und arbeiten an einer neuen Sinndefinition. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg, ein ganz besonderes Netzwerk hier auf dem Land aufzubauen.

Viele Grüße
Postpanamamaxi

PS: Zum Bloggen bin ich durch das Buch dieser Bloggerin gekommen: "Stadt, Land - Schluss"
Manchmal habe ich mich gefragt, was eine eigentlich sehr intelligente und durchaus dezidierte Frau erwogen haben mag, so bekloppt zu sein, nur ihrem Mann zuliebe hochschwanger in die schafbesiedelte Einsamkeit Northumberlands zu ziehen und dort über ein Jahr in einer Großbaustelle zu hausen. Man muss das Buch lesen, um sie zu verstehen.

http://www.wifeinthenorth.com/

Montag, 1. November 2010

Es ist vollbracht!

 Hallo!
Schon seit dem Sommer hatte ich das Gefühl, dass ein Kapitel meines Lebens gerade im Begriff ist, zu enden.
Jetzt fängt ein neues an.

Es war an der Zeit, Segel zu setzen und dem entgegenzureisen, was da noch kommen wird.

Es beginnt was Neues.
Nutzen wir den Zauber des neuen Anfangs.

Viele Grüße
Postpanamamaxi

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