Montag, 30. Mai 2011

Marmelada, zurück ins Haus!

Zu diesem Blogtitel hat mich der Comic "Asterix auf Korsika" von René Goscinny und Albert Uderzo inspiriert. Als Kinder habe ich sämtliche bis dahin erschienenen Hefte besessen und teilweise auswendig zitieren können. Und die Reste meines Latinums bestehen größtenteils aus den Zitaten, die in diesen Geschichten präsentiert wurden.

Viel zuwenig bekannt ist die Tatsache, dass sich zuerst Ralf Kauka an der Übersetzung der Asterix-Bände versuchte. Nachdem er aber die wackeren Gallier und ihre Abenteuer extrem sinnentstellend eindeutschte ("Siggi und Barrabas"), wurde ihm die Lizenz dafür entzogen.

Daraufhin gingen die Rechte an den Ehapa Verlag in Stuttgart. 29 Bände wurden von Gudrun Penndorf mit sehr viel Sprachwitz übersetzt. "Die spinnen, die Römer" stammt genauso von ihr wie "Orgien, Orgien, nichts als Orgien!"

Besonders bei der Umsetzung der Namen, die sich nicht wortwörtlich übersetzen ließen, hat sie mit Behutsamkeit und gleichzeitiger Kreativität geglänzt und damit Maßstäbe gesetzt.

Mittlerweile feiern Asterix und Obelix bereits ihr 52. Jubliäum und es sind 32 Alben erschienen.

Haben die Jugendlichen von heute noch genausoviel Spaß daran wie wir damals? Sollte das der Fall sein, werde ich wohl mal auf den Dachboden meines Elternhauses klettern müssen und das zusammenkratzen, was von meiner Sammlung nach Gebrauch durch meinen jüngeren Bruder übrig geblieben ist.

Und wie komme ich jetzt von Asterix zurück zum Hauptthema des heutigen Beitrags?
Mit Hilfe von Marmelada.
Dieses Wort ist in diversen Sprachen das Wort für Marmelade und leitet sich vom lateinischen "melimelum" (süßer Apfel) her.

Marmelada, zurück ins Haus!

Genau da habe ich mich heute betätigt. Natürlich sinnvoll und kreativ.

Das Ergebnis: Drei neue Fruchtaufstriche.

Nr. 1 besteht aus Himbeeren und 2:1-Gelierzucker. Schlicht und ergreifend, weil ich den Himbeergeschmack mit seinem reichen Aroma gern pur genieße. Aber als kleines Schmankerl habe ich das Fruchtmus durch ein Sieb passiert, um die lästigen Kerne loszuwerden. Es ist also ein Himbeer-Gelee entstanden.

Nr. 2 werde ich sicherlich noch häufiger machen, weil mir diese Kombination ausgesprochen gut gefällt:
Nektarine-gelbe Kiwi
500g entkernte, geschnittene Nektarinen (mit Schale)
800g geschälte gelbe Kiwi
650g Gelierzucker
Alles kleinschnippeln, den Gelierzucker dazugeben, 4 Stunden lang ziehen lassen und zwischendurch immer wieder umrühren, damit sich reichlich Saft bildet. Gründlich mit dem Stabmixer pürieren. Anschließend hat das Ganze die Konsistenz eines Smoothies. Dann passiert man diese Mischung durch ein feines Sieb, um die Reste der Nektarinenschale und die kleinen Kerne der Kiwis aus dem Fruchtmus herauszuholen.
Anschließend kocht man das Fruchtmus nach Anleitung auf, lässt es 4 Minuten unter stetigem Rühren sprudelnd kochen (Achtung, diese Mischung steigt ausgesprochen gern über den Topfrand und verwüstet die Küche!) und befüllt die sterilisierten Gläser.

Gelbe Kiwis schmecken mir besser als grüne Kiwis, sie haben nach meiner Wahrnehmung weniger Säure. Außerdem kann man sie auch in rohem Zustand mit Milchprodukten gemeinsam verarbeiten, ohne dass die enthaltenen Enzyme für einen bitteren Geschmack sorgen. Gemeinsam mit den Nektarinen ergibt das ein fruchtig-frisches Aroma, das erstaunlich säurearm ist.

Wir haben diese köstliche Marmelade dann gleich heute Abend verkostet, und zwar als Beilage zu Pancakes.


Rezept Pancakes:
5 Eier trennen, Eiweiß zu Eischnee schlagen, die Eigelbe mit
Mehl
1 Prise Salz
Milch in einer zweiten Schüssel zu einem recht zähen Teig anrühren.
Den Eischnee unterheben, so dass man einen luftig-schaumigen Teig erhält.

Mit etwas Fett in der beschichteten Pfanne auf mittlerer Stufe braten. Heiß mit einem Klecks Marmelade servieren. "Köstlich!" sagt mein Vierjähriger und nimmt sich mehrfach Nachschlag.

Ich glaube, ich nenne diese Kreation "Goldenes Glück".

Und weil ich dank des küchenverwüstungsfreudigen Nektarine-Kiwi-Fruchtaufstrichs ohnehin den Herd schrubben muste, habe ich dann noch spontan ein Wein-Trauben-Rosé-Gelee gemacht.

500g Traubensaft rosé (mal in der Getränkeabteilung stöbern)
250g Portugieser Weißherbst (Roséwein)
500g Gelierzucker 2:1 (bei Gelees wird also nicht die doppelte Menge Frucht zum Zucker berechnet, sondern nur die 1,5fache Menge)

Zubereitung wie gehabt, also Erhitzen und 4 Minuten lang unter stetigem Rühren kochen lassen. Der Alkohol* verkocht aufgrund des niedrigeren Siedepunktes dabei weitestgehend, aber die Aromen des Weins bleiben recht gut erhalten. Wichtig ist hierbei, einen hochwertigen Traubensaft und einen anständigen Wein zu verwenden, damit das Gelee nicht nur süß, sondern auch reich an Aromen wird.

*Dennoch empfehle ich, Marmeladen und Fruchtaufstriche, bei denen Alkohol verwendet wurde, entsprechend zu kennzeichnen und von Kindern und anderen ungeeigneten Verbrauchern fernzuhalten.

Das Gelee ist unglaublich lecker! Und wenn erst endlich meine zartrosa-elfenbeinfarbenen Rosen blühen, werde ich dieses Rezept nochmal mit einer Handvoll Rosenblätter zubereiten.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachkochen!

Eure Postpanamamaxi

Kommentare:

  1. Guten Morgen
    Die Asterix Geschichten habe ich alle gelesen, sie sind einfach nur herrlich!
    Der ganze Stapel Hefte liegt immer noch gut verstaut in einer Kiste, wir können uns nicht davon trennen.
    Marmeladen sind soooo lecker, hoffentlich kann ich dieses Jahr Brombeeren ernten, letztes Jahr war alles verregnet.
    Vielen Dank für Deinen netten Kommentar, Kükenlocken sind süß, da mußte ich doch drüber lachen, kann mir aber gut vorstellen, wie das aussieht!

    Wünsche einen herrlichen Tag
    liebe Grüße
    Dörte

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  2. Ich habe noch nicht gefrühstückt und jetzt hab' ich definitiv Appetit bekommen - lecker! Hört sich toll an.
    Liebe Grüße

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  3. Hmmm,klingt das lecker. Ärgerlicherweise habe ich gestern meine letzten leeren Marmeladengläser mit Holunderblüten-Apfel-Gelee gefüllt. Jetztmuß ich erst malüberall schnorren gehen, ob noch jemand leere Gläser für mich hat.
    Übrigens sind Asterix Hefte immer noch sehr beliebt.Meine Schwesterkinder können stundenlang über den Heften sitzen und sich amüsieren.Also kram sie ruhig raus

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  4. Mensch, bist Du fleißig.. !! Wer soll das denn alles essen? Oder bekommt jeder Deiner Hochzeitsgäste ein Marmelädchen mit nach Hause? Oder planst Du noch siebenundelfzig Wichtelaktionen? Oder wird Dein Erntedankwichtelkind am Ende mit einem LKW beliefert??

    Fragen über Fragen *lach*

    Tolle Rezepte jedenfalls. Ich schreibe fleißig mit und überlege wem ich alles das Zeugs dann unterjubeln kann. Denn ich gestehe, dass ich diesen Süßkram lieber herstelle als esse. Außerdem kocht mein lieber Papa immer schon jede Menge Marmelade (sorry Fruchtzubereitung, Aufstrich oder wie auch immer) und wir sind somit eigentlich bestens versorgt.

    Naja, ich werde eine Lösung finden. *kicher*

    LG Katja

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  5. Ich wink mal zu Dörte... bei meinen Eltern finden sich auch so ziemlich alle Asterix Comics, in mehr oder weniger zerfleddertem Zustand.

    Manche wurden halt begeistert gelesen und es gibt ein Bild von mir, auf dem ich Asterix "lese". So mit schätzungsweise 4 Jahren. Schon damals wurden also die Grundsteine meiner Begeisterung für Weltklasseliteratur gelegt. Shakespeare, Goethe, Goscinny & Uderzo! ;)

    Das Rezept für die Pancakes klingt lecker, das werde ich demnächst vielleicht mal machen :).

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  6. Meine 3 sind auch ganz scharf auf die Asterix- Hefte, leider habe ich nicht alle zusammen, aber immer mal wieder auf der Suche danach...

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