Dienstag, 25. Dezember 2012

...und Friede auf Erden

Heute ist Heiligabend.
Überall auf der Welt feiern Christen die Geburt des Herrn.
Es wird gemeinsam gesungen und gebetet, gelacht und gegessen.
Wir machen einander Geschenke und bemühen uns darum, nett zu unseren Mitmenschen zu sein.
In keinem anderen Zeitraum wird soviel Geld an Hilfsorganisationen überwiesen wie im Dezember.


Christliche Werte sind auch in unserem deutschen Grundgesetz eingeflossen.
Aber obwohl wir in Deutschland in einer christlich geprägten Gesellschaft leben, war es den Machern dieser Gesetze sehr wichtig, dass Religionsfreiheit und die Trennung von Kirche und Staat konsequent eingehalten werden.
Auch viele andere christlich geprägte Länder Europas und der Neuen Welt haben diese Werte in ihren Verfassungen niedergeschrieben, und das ist gut so. Werte wie Teilen, Gerechtigkeit, Fairness prägen unser soziales Miteinander.

Das Christentum ist mit über 2,2 Milliarden Anhängern die weltweit größte Religionsgruppe auf dieser Welt.

100 Millionen Christen werden lt. Open Doors wegen ihres Glaubens verfolgt.

In vielen Ländern ist es gesünder, man bekennt sich nicht offen zu seinem Glauben.
Gerade in muslimischen Staaten ist es schwierig bis gefährlich, seinen Glauben zu leben.
Oder es sind politische Gründe, die das Christentum unterdrücken wollen, um damit die Opposition zu unterdrücken.

Aber wo fängt Verfolgung an?

Es beginnt ganz subtil, indem den Christen verboten wird, sich zu versammeln oder eine Kirche/Gemeindehaus zu errichten. Wenn man bessere Karriere- und Ausbildungschancen hat, wenn man nicht erwähnt, dass man Christ ist. Wenn man zum Patienten zweiter Klasse wird, nur weil man Christ ist.
Überall dort, wo man als Christ seinen Glauben nur heimlich leben darf, beginnt die Verfolgung.

Und es endet dort, wo man sein Leben riskiert, wenn man einen Gottesdienst besucht. Wenn man beraubt oder gar ermordet werden kann, ohne dass der Täter befürchten muss, dass er deswegen bestraft wird. Oder wenn der Mob sich aufmacht, um ein Pogrom zu begehen. Eine religiös, ethnisch oder politisch motivierte Verfolgung einer Bevölkerungsgruppe.

Es darf nicht sein, dass in unseren aufgeklärten modernen Zeiten solche Ungerechtigkeit geschieht.
Wenn jetzt bei Euch die Lichter am Baum brennen, dann denkt an jene, die nicht Weihnachten feiern dürfen, weil es ihnen verboten wird.
Die sich heimlich verabreden müssen und stets Repressalien befürchten, wenn sie Gottesdienste abhalten wollen.
Denkt an jene, die Weihnachten mit Angst statt Freude erwarten, weil Sekten wie Boko Haram einen Sport draus machen, gezielt zu christlichen Feiertagen Massaker anzurichten.

Und ich schließe mich den uralten Worten des Engels der Verkündigung an, der "Friede auf Erden" versprach, und zwar "bei den Menschen seines Wohlgefallens" und "Menschen guten Willens".

Denn Menschen seines Wohlgefallens, das sind nicht nur Christen, sondern auch freundliche Anhänger anderer Religionen, die ein friedliches Miteinander leben wollen.
Feiert die Feste gemeinsam, ladet Eure Nachbarn ein und erlebt ein Miteinander, das Euch reich und glücklich machen kann und wo Hass keinen Platz findet.

Ich wünsche Euch allen fröhliche Weihnachten, Gesundheit, genügend Nahrung für Körper und Seele, volle Herzen und einen warmen Platz zum sicheren Leben. Und das Bewusstsein, wie gut es uns hier doch geht!

Friede mit Euch.






 


Samstag, 1. Dezember 2012

Gebrauchte Woche - und was geht als nächstes schief?

Irgendwie hatte ich schon Dienstag festgestellt, dass ich eine gebrauchte Woche erwischt habe.

Eine von jener Sorte, die schon letztes Mal hätte weggeschmissen werden sollen.
Aber keine Sorge, diesesmal wandert sie wirklich in den Müll, sobald ich sie durch habe.

Momentan bin ich dafür, den Wochenbeginn wie auf einigen Kalendern üblich, am Sonntag zu begehen. Um die Sache abzukürzen.

Nachdem das Handy verschollen blieb und trotz wiederholter mehrstündiger Suchaktionen nicht auftauchte, bin ich am Dienstag geblitzt worden.
Dabei hatte ich es ausnahmsweise gar nicht mal besonders eilig, ich bin nur etwas verträumt mit rund 60 km/h durch so ein olles Dorf gerollt, das gerade mal 500m lang ist.

Mittwoch ging dann nichts Besonderes schief, außer dass es mal wieder recht stressig war mit der Herumfahrerei als Mamataxi und eine dreistündige abendliche Suchaktion nicht wirklich effektiv war. Und ich habe eine schöne Tasche als Überraschungsgeschenk genäht, was ich als Erfolg verbuche.

Donnerstag war ich fast durchgehend auf Pendeltour unterwegs. Morgens Vorschule und Spielstunde, nachmittags Englischkurs und zwischendurch noch die Eltern besuchen. Als wir heimkamen, um die vierte mehrstündige Handysuchrunde einzuleiten, fiel mir auf, dass das Telefon nicht funktionierte.
Also hoch zum WLAN-Router. Der funktionierte auch nicht. Stecker gezogen, wieder eingestöpselt - nichts.
Mausetot.

Ich bin dann unter den Schreibtisch gekrabbelt und habe mich mit dem Kabelgewirr darunter befasst. Falls die Katze irgendeinen Stecker rausgerissen haben sollte. Man glaubt ja manchmal nicht, was für beknackte Zufälle da möglich sind!

Aber da war alles in Ordnung. Die Fritz-Box blieb tot.

Im Schlafzimmer verriet mir die blinkende Weckeranzeige dann, dass es einen Stromausfall gegeben haben musste. Wahrscheinlich hat eine Spannungsspitze das Netzteil oder die Box selbst gegrillt.
Ein Fall für den besten GG aller Zeiten.

Frust.

Okay, dann wasche ich jetzt Wäsche, wenn nichts anderes geht.
Tja, was soll ich sagen: Da lag das Handy. Inmitten der Schmutzwäsche.

Ich vermute, der Dreijährige hatte es leergespielt und dann die Katze in der Waschküche aufgesucht, um sie zu füttern. Er und Sise sind nämlich ganz dicke Freunde und er darf mit ihr Dinge machen, die bei uns anderen zu aufgeschlitzten Pulsadern führen würde! Vermutlich war ihm das leere Handy zur Last geworden und er hat es einfach dort in den Wäschekorb geschmissen.

Ich habe also wieder ein Handy!
Und eine nichtfunktionierende Fritz-Box einschließlich nichtfunktionierendem Telefon.

Nachdem ich das Handy ans Ladegerät gehängt hatte, wollte ich meine Brille putzen. Ich trage so ein zierliches, zerbrechlich wirkendes randloses Gestell auf der Nase. Weniger Brille geht nicht.

Knacks. Da hatte meine Brille nur noch einen Nasenpadhalter, der andere war mitsamt Pad am Mittelsteg abgebrochen. Totalschaden? Müsste ich ggf. ein neues Gestell kaufen oder gar neue Komplettbrille?
Ich habe erstmal meine Ersatzbrille rausgekramt, die ich nicht so gern tragen mag und sehr anstrengend finde. So eine Nerd-Brille, mit der ich ein bisschen aussehe wie eine hyperintelligente dominante Zimtzicke.
Ein super Brillenmodell, wenn man eine Reklamation in einem Laden zu erledigen hat oder zum Elternsprechtag muss. Ansonsten bevorzuge ich doch meine Minimalbrille, mit der ich ein nettes und offenes Gesicht habe.
Okay, ich geh dann mal als zickiger Nerd.

Arrgh.

Freitagvormittag war auch verplant, der Kleine hatte Probetag im Kindergarten. Er fängt ab demnächst im Waldorfkindergarten in unserem Dorf an. Er hat gerade mal 10 Minuten gebraucht, dann war er gefühlsmäßig dort angekommen und nach wenigen Augenblicken war er integriert in die Gruppe. Herrlich, wenn es auch mal Kinder gibt, mit denen sowas unkompliziert vonstatten geht.

Aber ich hatte fürchterliche Kopfschmerzen und das Gefühl, dass die Orientierung im Raum anders war als sonst. Kennt Ihr das, wenn die Füße weiter weg scheinen als sonst? Sehen war Schwerstarbeit, wie Schwimmen gegen den Strom. Und ich merkte, dass ich nicht nur aussah wie eine Zicke, sondern mich auch zunehmend zusammenreißen musste, um nicht rumzuzicken. Ich war fertig mit Jack un Büx.

Nachmittags habe ich dann die restlichen Sachen für den Adventsmarkt ins Auto geladen und bin zum Optiker gefahren. Die gute Nachricht: Man kann meine liebgewonnene Brille löten für 40 Euro.
Und die Optikerin hatte für mich Monatslinsen aufgetrieben, so dass ich nicht mit dieser unbequemen und anstrengenden Nerdbrille herumlaufen muss, bis meine Brille wieder repariert ist.

Die schlechte Nachricht: Der andere Optiker, wo ich diese Nerdbrille damals vor einem Jahr gekauft habe, hat den Augenabstand falsch gemessen. Und so werden meine Augen gezwungen, nach außen zu schielen (ich habe ein leichtes Prisma in den Gläsern). Was natürlich nicht funktionieren kann.
Das erklärt auch meine gestörte räumliche Wahrnehmung und das Gefühl, dass diese Brille unbequem und anstrengend ist und mir Kopfweh macht.

Eine Reklamation ist übrigens zwecklos, denn dafür ist es zu lange her und außerdem würde der andere Optiker es nie zugeben, dass er Mist gebaut hat. Und ich kann es ihm nicht nachweisen, ohne meinen neuen Optiker in die Pfanne zu hauen. Ich darf mir also komplett neue Gläser auf eigene Rechnung anschaffen für meine Nerdbrille. Um sie jemals tragen zu können.

Es ist übrigens auch jener Optiker gewesen, der nach dem dritten Mal Brillenbruchschaden bei meinem Fünfjährigen gesagt hat, ich solle mein Kind mal besser erziehen, weil es zu wild sei. Fakt ist, er hat uns ein zu empfindliches Auslaufmodell als allererste Kinderbrille verkauft, für das es keine Ersatzteile gab, und die nachfolgenden Umstände der Ersatzteilbeschaffung hat er dann natürlich auf uns abgewälzt.

Aber  dann kam ich gestern Abend heim und mein GG hatte es tatsächlich geschafft, unsere Fritz-Box wieder zum Laufen zu bringen. Er hatte erkannt, dass das Netzteil hinüber war und aus unserer "Elektroschrottkiste" ein anderes mit passenden Leistungsdaten gefischt. Er nennt diese Elektroschrottkiste übrigens Ersatzteillager...immerhin hat uns diese Improvisation meines talentierten GG rund 150 Euro für eine neue Box erspart.

Den heutigen Tag habe ich dann recht unfallfrei über die Bühne gebracht. Die trockene Luft im Museum waren nicht so gut für die Linsen, also laufe ich jetzt mit rund 0,5 dpt und fehlendem Prisma mit einer 10 Jahre alten Brille durch die Gegend. Keine Sorge, ich lauf keinen über den Haufen!

Übrigens ist es ein Irrtum, dass man automatisch 10 Jahre jünger aussieht, wenn man eine 10 Jahre alte Brille aufsetzt!

Morgen ist jetzt nochmal ein Markttag, dann wartet noch ein Adventssonntagskalenderwichtelpaket auf mich und eine neue Woche, die hoffentlich erholsamer wird als diese!

Eins ist klar...spätestens morgen Abend schmeiß ich die gebrauchte Woche weg. Diesmal aber so, dass sie mir nicht nochmal versehentlich neu in die Grabbel kommt.



Mittwoch, 28. November 2012

Dieser Teilnehmer ist nicht erreichbar

Mein Handy übrigens auch nicht.

Montagmittag in Deutschland.
Mein Dreijähriger liegt mal wieder lang auf den Fliesen, er ist gestolpert und nun brüllt er natürlich erstmal laut seinen Unmut heraus.
Ich lenke meinen Dreijährigen mit meinem Smartphone ab.
Youtube, Gangnam Style.

Gemeinsam tanzen wir durch die Küche und lachen uns dabei kaputt über die Verrenkungen, die wir machen.

Dann ist das Lied aus, die Nudeln fertig und ich lege das Smartphone auf den Küchentisch. Der Akku ist fast leer und auch das Guthaben auf meiner Prepaidkarte liegt unter 2,- Euro. Eine neue Aufladung in zweierlei Sinne ist also dringend angebracht.

Das Mittagessen endet, ich räume den Tisch ab und spüle die Töpfe schnell von Hand. Da beobachte ich aus dem Augenwinkel, wie der Dreijährige sich das Handy schnappt und Richtung Wohnzimmer verschwindet. Das Spiel ist momentan sein absoluter Liebling und er ist sehr geschickt darin, die Aufgaben zu lösen. Das leise "Kling, Kling, Kling" beim Aufsammeln der Spielsteine klingt bis in die Küche.

Das war das Letzte, was ich vom Handy gesehen und gehört habe. Seitdem ist es weg.
Aufgefallen ist mir das aber erst abends, als die Kinder im Bett waren und ich das Gerät nunmehr dringendst an die Ladestation hängen wollte.
Ich habe jetzt mittlerweile 15 Stunden lang gesucht. Das Handy wird nicht mehr allzulange durchgehalten haben und ich vermute, dass es mit leerem Akku für meinen Dreijährigen schlagartig uninteressant geworden ist und dass er es irgendwo hingepackt hat.
Es muss also irgendwo im Haus sein, wahrscheinlich im Wohnzimmer, vielleicht auch im Flur oder der Küche.

Wir haben schon an den verrücktesten Orten gesucht. Sogar den Mülleimer habe ich durchsucht.
Ein Verhör des Dreijährigen war erfolglos, allerdings findet er es lustig, mir nacheinander nette Suchvorschläge zu machen: "Sofa gucken", "weggeschmeißt", "Spielkiste" und "Buda war das" sind nur ein paar Beispiele für seine Antworten.

Wir haben das Sofa durchgeflöht, ich habe da bis zum Oberarm zwischen den Polstern gewühlt und Lego und Murmeln entdeckt, aber kein Telefon. Im Wohnzimmer ist alles mehrfach durchsucht worden, sogar die Kissenbezüge habe ich aufgemacht und reingeguckt. Auch im Fach des Videorekorders ist kein Telefon aufgetaucht. Es ist und bleibt weg. Die Suche ist auch im Flur und in der Küche passiert, aber auch da ist kein Handy aufgetaucht.

Es ist und bleibt weg. Schade ist es vor allem um die SIM-Karte mit den ganzen Telefonnummern. Denn wenn es bis zum Wochenende nicht wieder auftauchen sollte, werde ich das alte billige 10-Euro-Motorola aktivieren und mir eine neue Karte besorgen müssen. Und dann erstmal alle Nummern zusammensuchen und neu eintragen.

Immerhin ist das alte Motorola so stinklangweilig und tatsächlich nur zum Telefonieren geeignet, dass die Kinder sich nicht dafür interessieren werden.

Und das ist dann auch wieder nett, denn in Zukunft werde ich mich nicht mehr über ein ständig leergespieltes Handy ärgern müssen. Ich habe also mit dem Umstieg auf das Billighandy endlich wieder ein Mobiltelefon, mit dem man mich erreichen kann (meine Brut hat auflaufende Gespräche auch gern mal weggedrückt, wenn das beim Daddeln gestört hat).

Und noch etwas: Man lebt leichter ohne so ein Handy und ohne ständige Erreichbarkeit. Es ist einfach so. Wer mich nicht per Handy erwischt, der wird bei einem wichtigen Anliegen die Festnetznummer wählen, und zwar zu einem Zeitpunkt, wo ich zuverlässig daheim bin. Das wird meinen Alltag entstressen.

Dienstag, 27. November 2012

Naschst du noch oder tankst du schon?

Heute morgen in den Radionachrichten:
Die Stiftung Warentest hat 24 Adventskalender getestet und bei 9 dermaßen hohe Werte an aromatischen und nicht-aromatischen Mineralölen entdeckt, dass man diese nicht mit gutem Gewissen an seine Kinder verfüttern sollte.

Diese Rückstände sind fettlöslich und stammen aus dem Verpackungskarton, der häufig aus recyceltem Zeitungspapier besteht. Und die Druckfarben für dieses Zeitungspapier enthalten Mineralöle, die beim Recycling nicht restlos entfernt werden. Das ist relativ bekannt, denn auch in Trockenprodukten wie Reis und Hülsenfrüchten fand man diese Rückstände, wenn die Ware in den Kartons nicht durch einen Innenbeutel geschützt war.

Außerdem fand man teilweise Rückstände von Schmiermitteln der Produktionsmaschinen und bei einem Kalender waren Weichmacher in der Schokolade, die wohl aus der Plastikform stammten.

IGITT.

Und nun sitze ich hier mit dieser Testtabelle und arbeite mich durch die Adventskalender, die meine Jungs bekommen haben. Sie sind dieses Jahr von Freunden der Familie so reichlich bedacht worden, dass ich eigentlich keinen selbstgebastelten Kalender machen wollte. Es kam mir auch sehr entgegen, weil ich noch zwei Weihnachtsmärkte zu beschicken habe und momentan jede Möglichkeit zum Entstressen nutze, um trotz der Arbeit noch möglichst viel von der Adventszeit genießen zu können.

Nun darf ich die Kalender sichten und heraussuchen, ob sie von denselben Herstellern stammen wie die bemängelten Kalender. Und ggf. Kalender wegschmeißen. Was für eine Vergeudung.


Liebe Hersteller von kontaminierten Kalendern,
ich kann mir wirklich eine schönere Arbeit vorstellen als diese.

Und Ihr könnt mir auch nicht weismachen, dass Ihr nicht gewusst habt, dass die Druckfarben und der Weichmacher lipophil sind. Denn wenn ich das bei mir als nebenbei aufgeschnapptes Allgemeinwissen verbuche, dann sollten Eure hauseigenen bzw. kooperierenden Lebensmittelchemiker das allemal wissen und eigeninitiiert an diese mögliche Kontamination denken.

Und da nicht alle Kalender Maschinenschmiermittel aus den Produktionsstraßen enthalten, ist es offensichtlich auch möglich, sauber zu arbeiten. Wo Schmiermittel in der Schoki gelandet ist, wurde entweder bei der Maschinenentwicklung bzw. Maschinenfertigung geschlampt - oder die Anwender sind schlecht geschult oder überfordert und arbeiten nicht nach Regeln der Lebensmittelhygiene.
Schon mal was von GMP gehört? Oder von HACCP?

Sonntag, 25. November 2012

Rushhour im Garten

Herr Grünfink
Wenn drei sich streiten...
...freuen sich die Spatzen eine Etage tiefer!

Bei uns im Garten herrscht Rushhour. Mehr Starts und Landungen als am Flughafen Frankfurt. Aber mit deutlich weniger Lärm.

Obwohl besonders die Spatzen ordentlich herumlärmen können, wenn sie sich in den Haselnussbäumen zusammenrotten und zum Angriff auf unsere Futtersilos zwitschern.

Wir haben Kohl- und Blaumeisen am Futterhaus und an den selbstgemachten Futterbällen im weinberankten Zaun. Auch das Silo im Vorgarten wird von den Meisen frequentiert, denn dort ist die wilde Horde Finken und Spatzen nicht so präsent. Wir haben also allerbestes Unterhaltungsprogramm vor dem Wohnzimmerfenster.

Vom Westfenster in der Küche kann ich beim Abwaschen die Meisen im Apfelbaum bewundern, wie sie geschickt herumturnen und den Futterball dort binnen einer Woche wegpicken. Eine Etage tiefer machen sich die Amseln über die letzten Äpfel her.

Hinten im Garten tobt derweil die wilde Horde Grünfinken und Spatzen um unsere Schaukel herum. Die Spielgeräte sind für den Winter eingemottet, jetzt haben wir dort wieder die Futtersilos aufgehängt. Eines mit Gittereinsatz für gröberes Körnerfutter, wobei wir da meistens einen Mix aus Fettfutter und Sonnenblumenkernen nehmen. Im Plexiglassilo befindet sich das feinkörnigere Futter.

Am Futtersilo mit Gittereinsatz haben die Finken die Macht. Allerdings sind sie nicht wirklich schlau, damit umzugehen. Sie verbringen viel Zeit damit, sich zu streiten und anfliegende Konkurrenten abzuwehren, anstatt Sonnenblumenkerne zu picken. Die kleineren Spatzen haben dort keine Chance und werden verjagt.

Bei ihren Keilereien fällt so einiges an Futter auf den Boden, wo sich dann die Spatzen begeistert draufstürzen. Und so wird dann doch so etwas wie eine gerechte Futterteilung daraus.

Das zweite Silo mit dem feineren Körnerfutter interessiert die Finken weniger. Hier haben sich die Spatzen etabliert, die sich als sehr geschickte Kletterer erweisen. Sie sind fast so geschickte Turner wie die Meisen und versuchen ihr Glück auch immer wieder erfolgreich an den Futterbällen.

Meine Jungs und ich machen das Vogelfutter für unsere gefiederten Gäste gern selbst, denn die fertigen Futterbälle sind nicht sonderlich überzeugend. Größtenteils bestehen sie aus krümeliger Fett-irgendwas-Masse, Kerne und sonstiges findet man dort eher selten.

Unser Futterrezept:
- 500g Rindertalg (beim Fleischer erfragen, manchmal muss es erst bestellt werden und Schmalz oder pflanzliche Fette sind keine gute Alternative und gebrauchtes Brat- oder Friteusenfett ist sogar Tierquälerei!)
- 250g Haferflocken (bindet die Masse)
- 1-2 Handvoll Sonnenblumenkerne (das lieben sie alle)
- 1 Handvoll Rosinen oder Trockenobst (Amseln sind Weichfutterfresser)
- 1 Handvoll Nüsse (Erdnussbruch wird als Vogelfutter angeboten, ansonsten kann man hier auch wunderbar abgelaufene Nüsse und Mandeln aus dem Backvorrat in der Küche verwerten)
- auffüllen mit einem Futtermix aus Getreidekörnern, Sesam, Sonnenblumenkernen (gibt es fertig zu kaufen)

Fett schmelzen, leicht abkühlen lassen. Nun die Kerne dazugeben. Alles gründlich vermischen.

Als Formen eignen sich entweder die klassischen Blumentöpfe, in die man vor dem Füllen einen Stock so reinpraktiziert, dass sich die Vögel dran festhalten können. Damit bekommt man die beliebten Futterglocken.

Oder man nimmt einfach Joghurtbecher, in die man zu einer Schlaufe geknotetes Paketband reinhängen lässt und die man dann mit dem Futtermix befüllt. Klugerweise sollte das Band auf den Boden der Form hängen, denn dort wird sich beim Abkühlen das Fett ansammeln und dieses sorgt dafür, dass das Band bis zum Schluss am Futterball befestigt bleibt. Wird das Band nur in der oberen Schicht des Futtermixes eingebettet, fällt der Futterball zu früh ab.

Diese Futterbälle sind wunderbare kleine Geschenke für Familie und Freunde. Und man kann damit soviel Freude machen, wenn die Bälle so aufgehängt werden, dass man die Vögel vom Fenster aus beobachten kann.

Ich kann meine Jungs manchmal nur mit großer Überredungskunst vom Fenster wegkriegen, so toll finden sie unsere Vögel.

Und nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Werkeln und den Vögeln guten Appetit.

Mittwoch, 21. November 2012

Katzenklo

Macht bekanntlich die Katze froh. Und Dreijährige, die es für eine Indoor-Sandkiste halten.

Unser Dreijähriger hat sich heute im Heizungsraum damit amüsiert, unsere Katze mit Katzenstreu einzupudern.
Diese Siebschaufel ist für solche Zwecke ideal geeignet. Der Gittereinsatz sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Granulats. Ein Meisterwerk des Katzenschietschaufeldesigns!

Also Katze aus dem Haus geworfen, damit sie sich nicht in meinem Bett zum Putzen niederlässt und dort alles vollkrümelt. Anschließend den Dreijährigen aus dem Heizungsraum geholt, ausgezogen und unter die Dusche gestellt, um ihn zu säubern. Der hat natürlich gemotzt, weil er doch nur gespielt hatte und die mütterliche Aufregung nicht nachvollziehen konnte.

Den Rest des Tages war er dann relativ brav, aber es war doch höchst spannend, wo ich sonst noch alles Katzenstreu entdeckt habe.

Mittags haben wir dann die reparierte Brille für den Großen abgeholt.
Die musste Montag dringendst zur Reparatur, weil ein Glas einen 12mm langen und 1mm breiten tiefen Kratzer und einen Sprung hatte.
Das mütterliche Verhör hatte ergeben, dass der Dreijährige dem Fünfjährigen bei einer brüderlichen Auseinandersetzung (siehe auch "Kain und Abel") die Brille von der Nase gerissen und auf den Boden geschmissen hatte.

Aber den Sport haben wir heute geschwänzt, denn ich war einfach mürbe und fix und alle.

Ich bin mal gespannt, was meine Kinder als Nächstes aushecken werden. Zum Glück haben wir Eltern Humor und finden neben dem Chaos auch immer noch etwas zum Lachen bei ihren Streichen.
Und eigentlich ist es doch sehr gut, dass wir Kinder haben, die gesund und munter sind und soviel Kreativität haben, um originellen Blödsinn anzustellen.

Ich denke oft an das kleine willensstarke Mädchen einer Freundin, das sein kurzes und doch so elend langes dreijähriges Leben fast nur mit Schmerzen und Krämpfen im Bettchen lag und niemals Unfug machen konnte. Wie sehr hat die Mutter sich ein typisch unordentliches Kinderzimmer gewünscht. Und ich bin so froh, dass sie jetzt zwei kleine Chaoten bekommen hat, die dieses Chaos gern anrichten und das Haus mit Kinderlachen und schmutzigen Gummistiefeln erfüllen.

Da fege ich dann doch ganz gefasst die Katzenstreu, rege mich vorübergehend kurz auf und muss beim Erzählen schon wieder über den Unternehmungsgeist meiner Kinder schmunzeln.

Über ihren Blödsinn, über den wir uns in vielen Jahren bei ihren Hochzeitsfeiern köstlich amüsieren können! Und Jungs, seid gewiss: Ich schreibe alles auf, so wie Michels Mama in Lönneberga es mit ihrem Schulheft getan hat.

Völlig verpuzzelt

Bitte lieber Nikolaus, lieber Weihnachtsmann, liebes Christkind - und alle, die diesen Dreien fleißig und großzügig zuarbeiten bei lieben Geschenken für meine beiden Jungs:

Bitte schenkt ihnen keine Puzzles.

Ich habe Puzzles noch nie gemocht, ich empfand sie immer als unkreative Zeitverschwendung und langweiliges Herumsuchen. Schon als Kind mochte ich sie nicht.

Die Beschäftigung mit einem schwierigen Puzzle hat mich nicht beruhigt, sondern nur genervt und nervös gemacht, weil ich an all die viel spannenderen Dinge denken musste, die ich nicht tun konnte, weil mich da ein 5000teiliger Trümmerhaufen band.

Meine Puzzlekarriere endete dementsprechend in der frühen Grundschulzeit, nachdem ich mich grob undankbar für ein stinklangweiliges Puzzle gezeigt hatte, indem ich es über Monate ignoriert hatte und vorschlug, es doch einfach heimlich zu entsorgen oder weiterzuverschenken.

Aber die Vergangenheit holt einen ein.

In Form von Kindern, die von Freunden und Verwandten großzügig mit Puzzles bedacht werden:

- Holzpuzzles (die höllisch wehtun, wenn man barfuß drauftritt)
- Rahmenpuzzles (wo die ersten Teile schon verlorengehen, wenn das Teil gerade 5 Minuten aus der Verpackung genommen wurde)
- klassische Puzzles, wo sich allzugern ein Teilchen in den Nexus verirrt, um sich in einem Paralleluniversum zu vergnügen, während man sich hier halbtot sucht und über ein weiteres unvollständiges und somit wertlos gewordenes Puzzle ärgert

Meine Kinder haben großes Vergnügen mit Puzzles:
Aufreißen, begeistert auseinanderrupfen und im Raum verteilen, Sofaritzen inclusive - und dann gelangweilt feststellen, dass sie ähnlich unmotiviert ans Zusammensetzen rangehen, wie ich es einst tat.

Am Ende läuft es dann so wie heute:
Ein Koffer mit 4 Puzzles à 64 Teile wird aufgerissen, die einzeln in Beuteln verpackten Puzzles werden ausgeschüttet und ergeben ein buntes 256-teiliges Mosaik auf dem Wohnzimmerboden.

Das schlagartig erlöschende Interesse am Puzzeln zeigt sich im verstärkten Drang, jetzt noch die Kiste mit den Autos, den Beutel mit dem Lego und den Stapel Star Wars Karten der am Boden liegenden Vielfalt hinzuzufügen.
Und alles durcheinanderzukippen, quer durch den Raum zu kicken und sich dann über unzumutbare Langeweile und "nichts zum Spielen" zu beschweren.

Und die Brut erwartet dann, dass ich als Muttertier freudig lächelnd all meine anderen Aufgaben liegen lasse, um das Chaos zu beseitigen.

Nö. Heute nicht. Die sind alt genug, um ein dermaßen mutwillig angerichtetes Chaos selbst aufzuräumen. Nur so lernen sie, dass sie sowas in Zukunft bleiben lassen sollten.

Es gab eine klare Ansage: Kein Abendessen, kein Fernsehen, keinerlei Zerstreuung, bevor die Puzzleteile ordentlich eingesammelt worden sind, die Autos und das Lego in den entsprechenden Kisten liegen und die Star Wars Karten wieder aufgesammelt wurden. Sie sollten in totaler Langeweile schmoren, bis es ihnen zuviel wird und sie erkennen, dass nur das Aufräumen sie aus dieser Ödnis befreit.

Gefallen hat mir das nicht unbedingt, mal wieder die strenge Mama geben zu müssen. Aber ich bin nicht ihre Freundin, sondern ihre Mutter. Und dazu gehört nun mal auch, dass ich mich gepflegt unbeliebt mache, wenn es sein muss.

Man staune: Nach anfänglichem Unverständnis seitens der Kinder und entsprechend empörtem Protest ("Mama ist grausam, sie lässt uns verhungern") wurde tatsächlich getan, was ich gefordert hatte.

Man konnte wieder durchs Wohnzimmer gehen, ohne sich die Beine zu brechen. Zeit für den Feierabend, denn ich war wirklich angenervt. Aktion Puzzle war ja nur die Spitze eines Eisbergs, was die Menge des heutigen Blödsinns und Unfugs anging.
Wir befinden uns nämlich auch in der Pipi-Popo-Kacka-Phase und mein Fünfjähriger reißt endlos schlechte Witze über dieses Thema. Sehr nervig.

Das war dann auch zu schön, um wahr zu sein. Feierabend war noch nicht drin für mich.

Denn nach dem Abendessen war mein Großer nicht in der Lage, seine Pyjamahose wiederzufinden.
Der Kleine hingegen hat es fertig gebracht, die Gardinenstange für die Scheibengardine im Schlafzimmer so runterzureißen, dass die Halter gebrochen sind.
 
Ich bin wirklich dankbar gewesen, als ich die Kinder im Bett hatte.
Und ich hoffe, dass wir morgen nicht noch so einen Chaostag haben.

Freitag, 16. November 2012

Ich wollte meinen Kindern Jerusalem zeigen

Jerusalem, die heilige Stadt.
Heiligtümer von gleich drei Weltreligionen befinden sich hier.

Ich wollte meinen Kindern Jerusalem zeigen. Nicht nur die heiligen Stätten unserer eigenen Religion, sondern auch die der anderen.

Ich wollte ihnen zeigen, dass man manchmal bereit sein muss, etwas zu teilen und abzugeben, um Zugang zu allem zu bekommen. Dass es nur miteinander funktioniert, aber niemals gegeneinander. Und dass man miteinander reden und vermitteln muss, statt sich zu streiten.

Und dass es klüger ist, Gemeinsamkeiten zu suchen, statt sich an den Unterschieden aufzureiben.

Wir wollten nächstes Jahr eine Reise ans Rote Meer machen und auch die israelische Stadt Eilat besuchen. Zum Reinschnuppern.
Wir haben noch nicht gebucht und werden auch nicht dorthin reisen. Mir ist das momentan zu heiß, und damit meine ich nicht das Wetter!

Ich bin doch nicht verrückt und stelle meine Kinder mitten in die Schusslinie!

Auch mein Wunsch, ihnen die anderen Stätten zu zeigen, die sie aus den Bibelgeschichten kennen, wird warten müssen. Sie sollten den Jordan sehen, mit dessen Wasser sie getauft wurden, und selbst Wasser schöpfen, um es für die nächsten Taufkinder in unserer Familie aufzubewahren. Sie sollten mit den Füßen im See Genezareth planschen, die Grabungen von Qumran und Betlehem besuchen.
Ich wollte ihnen all dies zeigen und auch selbst erleben.

Aber nun bin ich einfach nur traurig, dass es mal wieder Krieg gibt und unschuldige Menschen sterben müssen, weil die Anführer der Interessengruppen nicht gewillt waren, vernünftig miteinander zu verhandeln und auf die Bedürfnisse des jeweils anderen einzugehen.

Wer hier nun im Recht oder Unrecht ist, wer wem was aufzurechnen oder vorzuwerfen hat, das ist für mich egal. Ich bin der Meinung, dass Krieg keine Lösung sein kann und dass es bessere Wege aus dem Konflikt geben muss.

Meine Gedanken sind bei den Menschen, die einfach nur in Frieden und Freiheit leben wollen. Die sich eine hoffnungsvolle Zukunft für sich und ihre Kinder wünschen und denen es egal ist, woran ihr Nachbar glaubt, solange man friedlich und freundlich mit ihm zusammenleben kann.

Abschließen möchte ich diesen Stoßseufzer mit den Worten von John F. Kennedy, damals nach Abschluss der Kubakrise im Oktober 1962:

"...letztlich bildet die Tatsache, dass wir alle Bewohner dieses Planeten sind, das uns im tiefsten gemeinsame Band. 
Wir alle atmen die gleiche Luft, uns allen liegt die Zukunft unserer Kinder am Herzen, und wir alle sind sterblich." 
John F. Kennedy, Friedensrede an der American University vom 10.6.1963


Donnerstag, 15. November 2012

Etappenziel erreicht

Guckt mal, das ist mir heute von der Nadel gefallen:

Eine XXL-Frühmi-Tunika für einen begeisterten Reenactor, den ich schon seit vielen Jahren kenne.
Und sehr schätze. Aber das sieht man der Tunika auch an, oder?





Material: anthrazitfarbener Wolltweed mit grünen Sprenkseln, abgesetzt mit krapprotem Wollfischgrat.
Sämtliche sichtbaren Nähte sind von Hand ausgeführt, bei den unsichtbaren durfte die Nähmaschine etwas beschleunigend mithelfen.

Die Borte rücke ich aber nicht raus, denn die stammt von meiner Siederkollegin Rona und ist pflanzengefärbt und handgewebt. Sie passte nur so schön mit aufs Bild und musste mal gezeigt werden.

Und obendrüber? Liegt meine allererste selbstgefertigte Wollmütze mit Fuchspelzbesatz. Ist mir leider zu klein geworden, aber mittlerweile ist mein fünfjähriger Jungwiki dort hineingewachsen und ich muss ihn nur noch davon überzeugen, dass es cool ist, eine Mütze zu tragen, die breiter ist als die Schultern des Trägers...

Mittwoch, 14. November 2012

Gut abgeschnitten

Naja, SO kann man es eigentlich nicht gerade bezeichnen.

Unser Dreijähriger hat mit der Kinderschere experimentiert. Und sich die Haare bis 5mm über der Kopfhaut abgeschnitten. Lochfraß. Mottenangriff. Grauenhaft.

Unser Fünfjähriger hatte Spielbesuch und ich hatte die Kinder zum Basteln animiert.
Wir haben Faltsterne aus Transparentpapier gemacht. Wenn sie ans Fenster geklebt werden, leuchten die Farben wie Buntglasfenster in Kirchen und erhellen die grauen Wintertage mit ihrer Farbigkeit.

Unser Dreijähriger zog es vor, doch lieber mit den Autos zu spielen. Das kann er manchmal 30 Minuten ohne Unterbrechung, mit leisem Brummen, Tuten und Flüstern schiebt er dann seine heißgeliebten Polizei- und Feuerwehrautos über den Boden und erlebt seine ganz eigenen Abenteuer.

Schön, wenn sich Kinder so ausdauernd beschäftigen können...tja, nur dass ich nicht mitbekommen hatte, dass er sich den Autos ab- und der Bastelschere seines Bruders zugewandt hatte.

Als er in die Küche kam, sah er reichlich zerrupft aus. Da waren regelrechte Löcher in der Haardecke, der Pony war raspelkurz und bis zum Wirbel am Hinterkopf fehlte am Oberkopf so einiges an Haaren.

Man stelle sich einfach einen Negativ-Irokesenschnitt vor. Was beim Iro lang ist, war bei ihm kurz, und was beim Iro kurz ist, war bei ihm lang. Hübsch ist was anderes. Man könnte es allenfalls als progressiv-originell-dadaistisch bezeichnen (keine Ahnung, was das ist, aber es klingt avantgardistisch!).

Mir war klar, da musste ein radikaler Rettungsschnitt her.
DAS war dann auch der Ausdruck, der unserem Friseur entfleuchte, als er die Bescherung heute sah. Er hatte meine farbigen Schilderungen gestern für übergetrieben gehalten und stellte heute fest, dass es wirklich so drastisch war.

Nun sieht mein Kleiner aus wie ein Bundeswehrrekrut.
Unser Freund, der Friseur, hat meinem kleinen Chaoten also die Reste des langen Deckhaars auf rund 1-1,5cm gekürzt. Das kaschiert zwar nicht die Löcher, die wie Mottenfraß an seinem Oberkopf sind und wo die helle Kopfhaut durchschimmert.
Aber er sieht nicht mehr ganz so zerrupft aus.

Bis Weihnachten sind seine Haare hoffentlich nochmal um 1-1.5cm gewachsen. Dann wird unser Friseur das momentan noch ungleichmäßig lange Deckhaar am Oberkopf auf eine einheitliche Länge bringen und wir werden es dann in Ruhe wachsen lassen. Wir konnten heute doch nicht alles auf 0,5cm schneiden, nur damit es gleichlang ist!
Mit unserer Taktik sollten bis Weihnachten zumindest diese Mottenfraßlöcher verschwunden sein und mein Sohn etwas weniger kahl aussehen.

Zum Glück ist es im Winter passiert, da trägt das Kind draußen ohnehin immer eine Mütze und man sieht den Schaden nicht so deutlich. Und bis Ostern sind noch 5 Monate, bis dahin sollten die Haare wieder auf gewohnte Länge nachgewachsen sein.

Der Junge fand das Ganze irgendwie lustig und spannend. Naja, es sind nur Haare und wehgetan hat diese Aktion höchstens meinem Sinn für Ästhetik. Andere Kinder verlieren ihre Haare wegen Operationen oder wegen Krankheiten, dagegen ist unser Frisierunfall wirklich ein Luxusproblemchen.

Und mir ist dann aufgefallen, was für hübsche und ausdrucksvolle Augen und Augenbrauen dieser Junge doch hat. Und so schöne lange naturdunkle Wimpern, dass ich glatt neidisch werden könnte! Überhaupt diese marzipanglatte helle Haut, dieser weiche Mund und die noch runden Wangen...er sieht auf einmal wieder jünger aus, weil das kurze Haar an seine Babyfrisur erinnert.

Und unser Großer? Der hat gestern trotz unseres haarigen Intermezzos mit Akribie und Ausdauer zweimal 16 Papierelemente aus Transparentpapier gefaltet, die dann von mir zu zwei Fenstersternen zusammengeklebt wurden.
Ich finde es bemerkenswert, wie sorgfältig und ausdauernd mein Fünfjähriger arbeiten kann, wenn ihn ein Thema beflügelt und begeistert. Da hängt er bei bestimmten Themen sogar Teenager ab mit seiner Ausdauer.
Und Sterne, gleich welcher Art, sind seine große Leidenschaft und Motivation. Meine auch.

Ich glaube, zu Nikolaus wird er ein eigenes Falzbein im Stiefel finden, als Anerkennung und Ansporn zugleich. Gutes Werkzeug ist ein tolles Mittel, einen jungen Menschen zu motivieren und zu formen. Und Origami ist gut für die Entwicklung im räumlichen Denken und Wahrnehmen, für Mathematik und einfach als befriedigendes Hobby. Mich hat es damals als Grundschülerin erwischt und seitdem gefesselt.

Ich bin sehr stolz auf meine Jungs und kann es kaum erwarten, dass wir zu Beginn des Advents endlich die tollen Fenstersterne aufhängen können. 



Ich habe nicht geweint

Und wieder ist ein Jahr vorüber.
5 Jahre sind jetzt vergangen, Jahre voller Trauer und Hoffnung, voller Angst und Mut, voller Trubel und Jubel.
Das volle Programm Familienleben.

Ich vermisse sie noch immer, aber es tut nicht mehr so unendlich weh wie in der Anfangszeit.
Ich komme über die rechnerischen Entbindungstermine hinweg, ohne zu stolpern. Manchmal fällt mir erst eine Woche später auf, dass es wieder mal so ein "blöder Tag" war, der schon wieder hinter einem liegt.

Zuerst war es wie ein Schlag in den Magen, man spürt nichts, man ist einfach nur atemlos und klappt zusammen.
Ich glaube, ich werde nie vergessen, wie still es auf einmal wurde. Stille, so dick wie eine Wolldecke, die sich über alles legt und den Raum eng werden lässt.
Stille, die nur durch das fröhliche Quietschen des zehnmonatigen Bruders im Wartezimmer unterbrochen wird.

Dann kommt die Atmung wieder, aber auch der Schmerz, der irgendwann dann nach sehr langer Zeit zu einem dumpfen Ziehen schrumpft.

Und jetzt? Der Schmerz ist ausgestanden. 5 Jahre sind vorbei.

Was bleibt, sind Phantomschmerzen, wenn ich Zwillinge in dem Alter sehe, in dem sie jetzt gewesen wären.
Und Dankbarkeit, wenn ich ihren jüngeren Bruder herumtoben sehe. Dankbarkeit, dass ich doch nochmal den Mut fand, und dass dieser Mut belohnt wurde.


Es ist gut so, wie es ist.
Ich lebe, wir leben. An meinem Tisch sind 2 Stühle besetzt und 4, deren Besitzer nie hier ankamen.
Trotzdem wird bei uns gelacht, gelebt, dem Schicksal lächelnd die Zähne gezeigt.

Was denn auch sonst! Die Jungs brauchen eine fröhliche Mutter, und ich brauche das Fröhlichsein auch.
Traurigsein passt nicht zu mir, hat mir mal jemand gesagt, und es stimmt.

Ich sprach heute mit einer Freundin, Wegbegleiterin, die dieselbe Erfahrung durchgemacht hat.
Und wir konnten sprechen, ohne zu weinen. Das Geschehene annehmen, von allen Seiten betrachten.

Wir sind es müde, zu weinen.
Wir sind es müde, uns immer wieder die Wunden aufzukratzen.
Wir sind es müde, uns einreden zu lassen, dass diese Trauer niemals aufhört und wir uns damit abfinden müssen, den Rest des Lebens mit der Trauer herumzulaufen, so wie mit einem Stein im Schuh.

Wir sind trauermüde. Und was bleibt, ist etwas, das ich als "lebenswach" bezeichnen möchte.

Wir laufen weiter. Machen unser Ding. Freuen uns an dem, was wir haben, und das ist verflixtnochmal sehr viel!

Und irgendwann merkt man, der Schmerz ist weg.
Und das ist gut so.






Montag, 5. November 2012

Katzenbabys auf Heimatsuche

Heute möchte ich Euch um aktive Mithilfe bitten.

Einer Bekannten ist eine trächtige Mutterkatze zugelaufen, die 4 süße kleine Tigerbabys geworfen hat.
Nun hat sie aber bereits 4 eigene Katzen und kann die 5köpfige Katzenfamilie nicht auch noch behalten.

Auch bei uns kann leider keine weitere Katze unterschlüpfen, denn unsere Inkonti-Katze Fräulein Sise würde die Kleinen zu Hackfleisch verarbeiten (und mich mit ihrem Protestgepinkel wahnsinnig machen)! Wäre sie weniger kapriziös und eine Gesellschaftskatze, dann wären zwei von den Kleinen bei uns eingezogen. Geht aber einfach nicht.

Haben wir da den Dosenöffner gehört? Das ist UNSER Lied!

Jetzt suchen wir ein liebevolles Zuhause für diese süßen kleinen Racker.

Alter: 6-7 Wochen, von der Mutter aufgezogen, Freigänger, sehr verspielt und dank liebevoller menschlicher Zuwendung auch zutraulich und verschmust.
Ein graugetigerter Kater, 3 wildfarben gestromte Katzenmädchen. Abgabe nur an liebevolle, verantwortungsbewusste Menschen, die diese Katzen kastrieren lassen, damit das Katzenelend nicht endlos weitergeht.

Kontakt: 0160/5540239
Standort: Dithmarschen
www.meldorfer-kulttour.blogspot.de

Und hier noch ein paar Fotos, die ich mit freundlicher Erlaubnis meiner Freundin für meinen Blog benutzen darf:
Wer  kann diesem Blick widerstehen?

Sei mein Mensch (und Dosenöffner)!

Solarkatzen mit sonnigem Gemüt

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Aber (mit) Logo!

Ruth von Lumbinigarden hat mir einen Stempel passend zu meinem Firmenlogo angefertigt.
Ich bin so begeistert davon, dass ich ihn sofort mit meiner Haus-Seife ausprobiert habe:

Nicht wundern, zum Aufhübschen der Kanten war es noch zu früh. Die frisiere ich immer erst deutlich nach dem Stempeltermin.

Dieses Bild gibt die Farbe korrekt wieder.

Und hier könnt Ihr den Stempel besser bewundern!
Liebe Ruth, vielen Dank für die tolle und flotte Arbeit.
Und liebe Alex, nochmal herzlichen Dank für die Grafik.

Wie schön, dass es Euch gibt!

Sonntag, 21. Oktober 2012

Das große Aufräumen

Moin!
Ich habe meine Vorräte aufgeräumt und ein paar Düfte aussortiert, die ich nicht mehr für meine Seifensiederei verwende.

400ml PÖ Fragrant Cream von GF (ist seit 2012 aus dem regulären Programm, aber ich habe mir diesen Duft nochmal mit ein paar Kolleginnen exklusiv anmischen lassen) - duftet pudrig-süß, einfach "lecker", bräunt allerdings in der Seife schokoladenbraun. Wäre ideal als Boden für Cupcakes oder als Herz für eine Seifentorte. Top auch in Körperbutter und Sheasahne oder auch in Badeprodukten.

Auf Wunsch könnte ich diesen Duft in 2 Partien aufteilen, falls jemandem 400ml zuviel sein sollten.

220ml Pö Belief von GF(s.o.) duftet zitronig-grün, frisch mit einer leicht holzig-grünen Unternote, völlig unproblematisch in der Verarbeitung. So ein richtiger Gute-Laune-Duft. Erinnert mich an Black Soap Best Baby von Behawe.

Beide Düfte wurden vor knapp einem Jahr extra von GF angemischt und abgefüllt; lt. GF sind englische PÖs immer gut 2 Jahre haltbar. Aufbewahrung erfolgte im dunklen Kühlschrank, also bestmöglich für optimale Haltbarkeit.

100ml Pö Christmas Spice von SP - gekauft Dez. 2011, ist mindestens noch 1 Jahr haltbar. Duftet wunderbar würzig mit zimtigen und grünen Beiklängen und erinnert an fruchtigen Weihnachtswürztee. SO riecht Weihnachten.
Unproblematisch zu verarbeiten. Für mich der ultimative Weihnachtsduft überhaupt.
Warum ich ihn trotzdem weggebe? Ich muss. Ich bin leider allergisch dagegen (=Cinnamal) :th1: , darum gibts die ungeöffnete volle Flasche als Tauschangebot! NP 11,70/100ml

180ml PÖ Mango Gi - der Duft vollreifer, süßer Mangos, man möchte hineinbeißen und drin schwelgen! In der fertigen Seife wird der Duft etwas frischer, sehr angenehm. Völlig unproblematisch in der Verarbeitung, kein Andicken, kein Bräumen. MHD 11/2013.
Ich habe beschlossen, alle Düfte von Gi aus dem Programm zu nehmen wegen der schwierigen Datenblattbeschaffung.

180ml PÖ White Musk von Gi- blumig, elegant, leicht und mit einer warmen Herznote bezaubert dieser klassische Duft die Sinne. Unproblematisch in der Verarbeitung, kein Andicken, kein Bräunen. MHD 12/2012.

Als Goodie obendrauf: 50ml Frangipani PÖ Behawe, dickt minimal an. Typisch blumiger Duft, der an die tropische Blüte erinnert, die den Namen gab. MHD 7/2012, wurde immer korrekt, kühl und dunkel gelagert.

Was Ihr mir dafür anbieten könnt:
Kakaobutter, Avocadoöl raff., Aprikosenkernöl, Optiphen und andere Konservierer, Carnaubawachs, Zutaten für flüssiges Shampoo, SLSA, Betain, aber auch gern Verpackungsmaterial für Seifen (Zellglasbögen oder falls jemand Zeit und Lust hat, für mich Schachteln zu basteln - gern!). Am liebsten von Behawe/Sansavon oder GF und SP, denn von denen habe ich die Datenblätter vorliegen.

Oder Ihr guckt einfach mal, was Ihr vorrätig habt und entbehren könnt oder welche Werkelei Euch besonders gut liegt.
Ich brauche noch zwei nichtkratzige, kunstfaserarme bunt-mit-blau gestrickte Wintermützen mit Schals für meine beiden Jungs, auch das wäre ein tolles Angebot, über das wir reden können.
Ich wäre froh, wenn ich alles auf maximal 2 Sendungen verteilen kann.

Kontakt über seifenkocherei (ät) googlemail.com

Montag, 15. Oktober 2012

Die Macht ist mit Mutti!

"Mama, was machst Du mit meinem Lego?"

"Komm auf die dunkle Seite der Macht, hier gibts Seife!"
Manchmal sind Mütter die coolsten Leute auf diesem Planeten.
Finden jedenfalls meine beiden Jungs. Noch.
Ich frage sie dann in 10 Jahren noch einmal...

Sonntag, 14. Oktober 2012

Erntedankwichteln 2012 zweiter Teil

Natürlich habe ich nicht nur ein tolles Erntedankwichtelpaket erhalten, sondern auch eines verschickt. Eigentlich sogar zwei, denn aufgrund einer kleinen Verwechslung hatte eine Teilnehmerin zwei Pakete erhalten und eine andere gar keines. Aber zum Glück bin ich unter Druck ja am kreativsten!

Hier seht Ihr also den handwerklichen Teil des Erntedankwichtelpakets für Yddet. Schon im Frühsommer ist mir ein heller Leinenstoff mit einem frischgrünen Apfelprint in die Hände gefallen. Daraus wollte ich eine meiner beliebten Knotentaschen anfertigen.
Und dann war da zufällig ein passender Reißverschluss, also habe ich da eine praktische Innentasche eingebaut. Und beim Herumkramen fand ich noch einen Karabinerhaken für den Schlüsselbund, der einem sonst immer ganz unten in der Tasche verschwindet und dann mühsam unter allen anderen Sachen herausgekramt werden muss!
Nun war da noch soviel Stoff übrig, als die Tasche zugeschnitten war. Und einen zweiten Reißverschluss hatte ich auch noch gefunden. Also "fiel" mir flugs noch eine Kosmetiktasche aus der Nähmaschine.
Dann war da immer noch soviel Stoff, der mir zum Wegwerfen viel zu schade war.
Also habe ich noch eine Taschentüchertasche gemacht, sowas ist ja schnell erledigt.

Und wo ich dann schon im Schwung war, habe ich noch ein kleines rollbares Etui für die Nagelpflegeutensilien genäht. Sowas ist immer praktisch und die empfindliche Glasfeile ist darin optimal geschützt.

Und dann fand natürlich noch das Übliche den Weg ins Erntedankwichtelpäck: Eine schöne Karte mit plattdeutschem Rezept für "Birnen, Bohnen und Speck", ein kleines Kochbüchlein mit regionalen Rezepten aus Norddeutschland und ein bisschen Eingemachtes.
Yddet kommt aus dem schönen Österreich, darum war es mir sehr wichtig, etwas zu verwichteln, das meine norddeutsche Heimat widerspiegelt.


Tja, und dann war da noch Rona...Empfängerin des zweiten Erntedankwichtelpakets.
Da habe ich dann improvisiert, war mir aber nicht schwergefallen ist, da wir ähnliche Hobbys pflegen.
Binnen eines Nachmittags hatte ich alles zusammen, was man für ein liebevoll und persönlich gepacktes Paket braucht.

Rona hat ebenfalls eine Knotentasche bekommen, allerdings mit rotem Futter und einem witzigen Katzenprint auf dem Leinenstoff (zum Glück habe ich immer ein paar Werkeleien auf Vorrat liegen, um stets ein schönes Geschenk oder Mitbringsel parat zu haben).

Außerdem wanderte ein Sack mit Zwiebelschalen ins Paket. Rona färbt nämlich Stoffe und eigentlich hatte ich vorgehabt, auch mal eine Zwiebelfärbung zu versuchen. Leider war die Ausbeute eines Jahres Zwiebelschalensammelns gerade mal ausreichend, um als alternatives Polstermaterial für die Einmachgläser und Leckereien zu dienen, die ich verwichtelt habe. Bei Rona sind die Zwiebelschalen in besseren Händen!

Ähnlich war es mit dem Goldlahn, der mir mal bei Ebay in die Hände gefallen ist. Geplant war damit eine dekorative Stickerei auf meinem Wikingergewand, aber ich bin irgendwie nie dazu gekommen. Außerdem habe ich zwischenzeitlich erfahren, dass die Wikinger zwar Zierstiche wie den Hexenstich kannten, aber nicht die Art von Stickerei, die ich mir vorgestellt hatte.

Ich wusste aber durch das letzte Weihnachtswichteln, dass Rona Brettchenweben kann. Und da gibt es die Broschiertechnik, bei der ein Metallfaden während des Webvorgangs auf einem Trägergewebe befestigt wird. Ein Großteil der Borten, die man in Grabfunden entdeckt hat, bestand aus broschierten Borten. Denn es war der Metallkontakt, der die Bodenchemie so beeinflusst hat, dass sich die Fasern besser erhielten.
Nun besteht das meiste "Metallgarn", das man heutzutage erwerben kann, aus metallisierter Viskose, also Kunstfaser. Mit diesen modernen Fasern kann man aber keine authentisch wirkenden Borten weben, es wirkt einfach nicht. Und Lahn, also mit feinstem Blattmetall umwickelte Seide, wird heute nicht mehr hergestellt. Man verwendet die Restbestände nur noch für klerikale Gewänder oder historische Trachten - oder eben in Reenactmentkreisen für antike Handarbeitstechniken.

Tja, und dann ist mir beim Recherchieren zur Alamannendarstellung noch aufgefallen, dass Bernstein ein gern gehandeltes und sehr beliebtes Gut war. Also wanderte noch eine Handvoll kleiner getrommelter Bernsteinchen in ihr Paket.

Und auch wenn ich jetzt kein Angeberfoto zeigen kann - ich bin sicher, Rona hat sich über ihr in 3 Stunden zusammengepacktes Paket genauso gefreut wie Yddet über ihr monatelang vorbereitetes.
Und mir hat es auch viel Freude bereitet, zwei so liebgewonnenen Frauen eine schöne Überraschung zu bereiten.

Und das ist ja auch der Hintergedanke gewesen bei dieser Wichtelei...Freude zu haben, indem man jemand anderem Freude bereitet. Stolz zu spüren über das Schöne, was man kunstvoll erschafft. Zu teilen. Zu genießen. Und wenn man Glück hat und selbst auch so ein schönes Paket bekommt (wie ich bereits gezeigt habe), dann rundet es das Ganze nochmal ab.

Dienstag, 9. Oktober 2012

Erntedankwichteln

Am vergangenen Sonntag haben wir Erntedank gefeiert. Mit einem gemeinsamen Familienmittagessen, leckerem Hahnenbraten, 10 Jahre altem Wein und einer fröhlichen und entspannten Familienrunde am großen Küchentisch.
Das war richtig schön.

Und anschließend habe ich mein Erntedankwichtelpaket ausgepackt, das mir meine Wichtelmama Peppermintpatty gepackt hatte. Im SEIFENTREFF fand nämlich das Erntedankwichteln zum zweiten Mal statt und ich denke, auch 2013 werden wir diese tolle neugeschaffene Tradition fortführen.

Es ist einfach zu schön, zu erleben, was sich die Teilnehmerinnen alles haben einfallen lassen. Vorgabe war ein Dreiklang aus Seife/selbstgemachter Kosmetik, einem selbstgebastelten Geschenk und natürlich leckeren Kostproben der Werke, die im Sommer eingemacht wurden.

Und alle haben sich große Mühe gegeben, da kamen die tollsten Sachen zutage. Und was mich am meisten freut: Wieder haben sich ganz viele Teilnehmerinnen mit großem Erfolg an Techniken oder auch Rezepte herangetraut, die weit über ihren bisherigen Erfahrungshorizont hinausgingen. Diese Horizonterweiterung ist eine der schönsten Nebenwirkungen dieser Aktion, und sie hat auch viele "infiziert", die selbst nicht bei dieser Runde mitgewichtelt haben und den Rezeptethread als Anregung für eigene Einmachkünste für sich genutzt haben.

Ich möchte als verantwortliche Orga dieser Wichtelei allen Teilnehmerinnen für ihre tolle Beteiligung danken. Ihr habt wunderbare Sachen geschaffen und Euren Wichtelkindern große Freude bereitet. Und ich bin - mit Verlaub - sehr stolz darauf, so eine tolle Truppe mit Euch gefunden zu haben.

Auf obigem Foto seht Ihr also das Paket, das ich erhalten habe. Gleich drei Paar Socken, weil meine beiden Söhne als Gummistiefelkids bekannt sind und im Winter nicht unter "Eisefüßchen" leiden sollen. Und so wunderschöne Garne, ich bin ganz begeistert (meine Jungs lassen übrigens herzlichen Dank ausrichten und haben sie heute schon probegetragen).

"Mit Köm trinkt man sich alles schön" hat sich meine Wichelmama wohl gedacht, als sie mir ihr Hauselixier für und gegen alles eingepackt hat.

Lavendelduftkissen in Form einer lila Erdbeere (garantiert nicht aus China und ohne Viren!) und ein hübsches knopfverziertes Lavendelherz. Die dürfen ab sofort die Motten aus meinem Kleiderschrank fernhalten und für frischen Wäscheduft sorgen.
 Leckerer Kräutertee (heute hatten wir schon das passende Wetter dazu!) und ein Mix für heiße Schokolade, Flüssignahrung und Seelentröster zugleich!

Fröhliche Ringelsocken für meine Gummistiefelmeute und mich. Ich liebe Wollsocken und kann leider keine stricken, aber dank meiner lieben (deutlich strickbegabteren) Wichtelmamas müssen wir trotzdem nicht an kalten Füßen leiden. Ich finde es toll, wie gut und liebevoll Ihr für uns sorgt und ich hoffe, ich kann das mit meinen Nähkünsten angemessen honorieren.

Liebe PPPP, vielen herzlichen Dank für ein tolles Wichtelpaket!


Sonntag, 7. Oktober 2012

Er ist wieder da!

Er besucht uns nun schon das dritte Jahr: Unser Herr Fasan.
Oder ist er es nicht?

Wikipedia sagt, dass die Sterblichkeit bei Fasanen im ersten Jahr über 80% liegt, und ein einjähriger Hahn hat im Jahr danach eine durchschnittliche Lebenserwartung von 9 Monaten. Eine Fasanenpopulation umfasst also nur sehr wenige Jahrgänge. Der älteste wildlebende Fasan wurde 7 Jahre und 7 Monate alt, das konnte durch Beringung festgestellt werden. Wahrscheinlich lebte dieses Tier in einer Gegend, die fernab von Straßen und Fuchspopulationen liegt.

Mal ein Rechenbeispiel:
100 männliche Fasanenküken schlüpfen. Nach einem Jahr sind davon noch 20 am Leben. Im 2. Lebensjahr sterben nochmal 80%, also bleiben ganze 4 Fasane übrig. Diese starten ins dritte Lebensjahr - und nur 0,8 Hähne von 100 Küken erleben ihren 3. Geburtstag!
Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass unser Fasan wirklich seit 3 Jahren derselbe ist.

Andererseits ist es schon ungewöhnlich, wenn jedes Jahr zur gleichen Zeit ein Fasanenhahn in unseren Garten kommt und sich im Hasel als Schlafbaum niederlässt. Schließlich leben wir rund 200m entfernt vom Ortsrand in einem geschlossenen Wohngebiet. Im Sommer leben die Tiere lieber im freien Feld und in den Knicks rund um den Friedhof, wo auch der Graben ist, wo sie Wasser trinken können. Außerdem ist es ihnen im Sommer nicht ruhig genug im Garten wegen der Kinder.

Falls es tatsächlich "unser" Fasan sein sollte, der uns jetzt wieder besucht, dann könnte es auch daran liegen, dass ich beim Vögelfüttern immer mal eine Handvoll Körnerfutter unter seinem Schlafbaum ausstreue. Extra für ihn. Vielleicht kann er es sich ja wirklich in seinem Hühnerhirn merken, dass unser Garten für ihn etwas Besonderes ist?





Und das war unser letztjähriger Besucher. An Silvester 2011 aufgenommen. Da war er gerade auf dem Weg zum Futterhäuschen, worunter auch für ihn immer ein paar extra Körner liegen.


Mittwoch, 3. Oktober 2012

rosige Zeiten

Rosige Zeiten blühen all den Empfängerinnen meiner neuen Rosenseife. Gefärbt mit Dark Pink, beduftet mit English Rose von GF und gegossen in der neuen Rosenblockform von Sansavon.

Mir gefällt sie sehr. Ich bin gespannt, ob sie meiner Kundschaft auf den Märkten ebenso zusagt.

Montag, 1. Oktober 2012

Frollein M.

Heute möchte ich Euch mal zeigen, was mir neulich aus der Nähmaschine gepurzelt ist.

Frollein M., die Wickeltasche für die junge Dame im maritimen Look (und farblich so angelegt, dass sie auch voll jungstauglich ist), begleitet von nützlichen Kleinigkeiten für den Alltag mit Baby:

Mit dem langen Gurt kann man sie ideal über den Griff des Kinderwagens oder später auch Buggys hängen. Durch den Knoten ist der Trageriemen längenverstellbar.

Begleitet wird Frollein M. von einer praktischen Feuchttüchertasche mit praktischem Entnahmeschlitz und einem Kulturbeutel, der beispielsweise für Ersatzkleidung oder Fütterutensilien genutzt werden kann.

Und hier ein Blick in Frollein M.s Innenleben. Sie hat eine innenliegende Reißverschlusstasche für Portemonnaie und Schlüssel. Außerdem verfügt sie über praktische kleine Seitentaschen, teilweise mit Klettverschluss versehen, um wichtige Kleinigkeiten wie Taschentücher, Ersatzwindeln oder auch schnöde Plastiktütchen für die Stinkewindel ordentlich und griffbereit unterzubringen.

Und weil mir der tolle Stoff so gut gefiel, habe ich jeden noch so kleinen Rest verwertet. Eines der Randstücke endete als praktischer Kleckerbuschen, auf hochdeutsch auch Sabber-Dreieckstuch genannt.
Geschlossen wird es mit einem bequemen Klettverschluss, damit nichts drückt oder scheuert.

Das ist praktisch, wenn das Kind Reflux hat. So landet der Schwupps auf dem Kleckerbuschen und nicht auf dem Pulli. Selbiges gilt für das Gesabber beim Zahnen. Außerdem sieht es frech aus.

Und was es nicht mehr aufs Foto geschafft hat: Die allerletzten Reste haben dann noch eine Wimpelkette mit 13 kleinen, gedoppelten Wimpelchen ergeben. Damit für die Ankunft der neuen Taschenbesitzerin über die Toppen geflaggt werden kann!

Schnitt und Idee: bubblestarfish


Sonntag, 30. September 2012

Mütterliche Feuchtgebiete

Ja, auch sowas gibt es im Hause Postpanamamaxi.

Man nennt es auch VW Passat. 16 Jahre alt, kein bisschen ehrwürdig und leicht heruntergekommen (besonders im Fußraum vor der Rückbank, weil meine Kinder ihn binnen weniger Fahrten in etwas verwandeln, das erschreckende Ähnlichkeit mit dem Inhalt des gelben Sacks aufweist).
Aber er fährt und fährt und fährt...

Aber warum Feuchtgebiet? Weil das mütterliche Frachtschiff einen veritablen Wasserschaden erlitten hat.

Und natürlich war mal wieder meine wunderbare "Frucht der Liebe" darin verwickelt.
Eben ein echtes Früchtchen, unser Dreijähriger...

Was er angestellt hat?

Er hat eine große Affinität zu Autos. Kein Wunder mit einer Mama, die Autoreifen wechseln kann und einem Papa, der ganze Wochenenden unter irgendwelchen reparaturbedürftigen Autos verbringt. Wenn man da als Dreijähriger in der Werkstatt abhängt, dann bleibt es nicht aus.

Und während ich letzte Woche das Mittagessen vorbereitete, hat unser dreijähriges Früchtchen im Garten getummelt. Was ich leider nicht mitbekommen habe: Er hatte sich ins Auto gesetzt. Er liebt es, auf dem Fahrersitz zu knien, am Lenkrad zu ruckeln, den Warnblinker anzuschalten und mit Brummgeräuschen und vibrierender Unterlippe für Nieselregen auf dem Armaturenbrett zu sorgen.

Zum Feuchtgebiet wurde mein Auto aber erst durch den Umstand, dass unser Kleiner die beiden Fenster neben Fahrer- und Beifahrersitz runtergekurbelt hatte.
Dann hatte er keine Lust mehr auf Autospielen und trollte sich Richtung Sandkiste, wo ich ihn dann auch zum Mittagessen reinholte. Ein schneller Blick über die Schulter zur Auffahrt - alles okay - und dann gings ins Haus.

Tja, dass die Fenster runtergekurbelt waren, habe ich dann erst ein paar Stunden später gemerkt. Da war gerade ein mächtiger Regenschauer niedergegangen und ein prächtiger Regenbogen schmückte den Himmel. Für den ich in dem Moment so gar keinen Sinn hatte.

Denn mein Auto stand unter Wasser. Teppich, Polster, Seitenablagen, Sitze - alles durchnässt. Es war ein starker Schauer.

Und dann habe ich erstmal massenhaft Zeitungspapier ins Auto gelegt, die Sitze mit trockenen Handtüchern abgetupft und auf gutes Wetter gehofft.
Nach ein paar Tagen mit angeschalteter Heizung und offenem Schiebedach hatte ich dann endlich wieder ein notdürftig trockenes Auto.

Ich war mal wieder restlos begeistert.
Übrigens hat dieses Früchtchen auch den Türöffnerknopf aus der Fahrertür rausgedreht und irgendwohin weggeschmissen. Wiedergefunden haben wir den Knopf jedenfalls nicht. Jetzt hat mir mein Mann einen Plastikdübel dort reingedreht. Besser als nichts.



Freitag, 28. September 2012

Wie erkläre ich etwas, das ich selbst nicht verstehe?

Gestern Mittag im Auto.
Nachrichten auf NDR2.

Im Jahr 2006 hat man ein kleines neugeborenes Mädchen tot im Papiermüll gefunden.
Ein Jahr später findet man einen kleinen neugeborenen Jungen, ebenfalls tot, auf einem Rastplatz an der B201.
DNA-Tests erweisen, dass beide toten Kinder Geschwister sind.

Die Ermittler starten einen DNA-Test. Aber die Mühlen mahlen langsam und gründlich. Zu langsam. Anhand der Adressen aus der Wagenladung Papiermüll kann man einen bestimmten räumlichen Bereich eingrenzen, auch der Fundort in Silberstedt bestätigt diese Eingrenzung.

6 Jahre später wird endlich ein DNA-Test durchgeführt. Sehr viele Frauen nehmen daran teil.
Dann stellt sich die 28jährige Frau, die ihre beiden Kinder nach der Geburt getötet und weggeworfen hat. Sie hat noch drei weitere Babyleichen im Keller, jüngere Geschwister.
Und im schönen Einfamilienhaus, wo sie mit ihrem Ehemann wohnt, leben zwei gemeinsame Kinder von 8 und 10 Jahren, die nicht ahnen, dass sie 5 tote jüngere Geschwister haben.

Ihr Mann will nichts von den Schwangerschaften bemerkt haben, ebenso ihr persönliches Umfeld. Sie behauptet, sie hätte die Kinder getötet, weil sie befürchtet hatte, ihr Mann würde sie bei einem weiteren Kind im Haushalt verlassen und ihren guten Lebensstandard beenden.

Der Sprecher im Radio sagt, dass diese Verhaftung wahrscheinlich dafür gesorgt hat, dass nicht noch mehr Babys nach der Geburt getötet würden.

Ich befinde mich auf der Bundesstraße, habe beide Kinder hinten im Auto sitzen. Während der Kleine interessiert die Kühe und Windmühlen betrachtet, sehe ich in das Gesicht meines Fünfjährigen.

"Wie geht es dir?"
Er tut unbeteiligt. Guckt aus dem Fenster, wie mir der Blick in den Rückspiegel zeigt.
"Gut, Mama."
Ich glaube ihm nicht. Ich kenne diesen Tonfall, der so harmlos klingt und alle meine Alarmglocken schrillen lässt.
"Hast du eben die Nachrichten gehört?"
"Nein, Mama."
Konzentrierter Blick aus der hinteren Seitenscheibe, scheinbar sind die vorbeiziehenden Windmühlen draußen sehr interessant. Als wenn die Antwort auf seine Fragen da draußen zu finden sei.
Minuten später dann die befürchtete Frage:
"Mama, warum hat die das getan? Die Frau mit den Babys? Warum macht sie sie tot und schmeißt sie weg wie Müll?"

Es gibt Momente, da zerreißt es einem das Herz. Ganz still, leise und unblutig. Aber die Narben bleiben ewig.

"Ich weiß es nicht, Krümel. Ich glaube, das kann einem keiner wirklich erklären, kein Arzt, kein Pastor. Wenn jemand sowas tut, dann bleiben nur offene Fragen zurück und es gibt keine Antworten darauf."

Schweigen. Kann ich eine Brücke zu seinem Herzen bauen, ihm in dieser Sekunde den Rücken nachhaltig stärken?

"Krümel, diese Frau war krank im Kopf und im Herzen. Die konnte weder vernünftig denken noch war ihr Herz in der Lage, diese Kinder zu lieben. Die hat nur gesehen, dass sie sie nicht gewollt hat, und sie einfach weggeschmissen. Sie hat das Wertvollste weggeworfen, was sie hätte haben können.

Mach dir keine Sorgen, mein Liebling. Du wirst geliebt. Von der allerersten Sekunde an. Ich liebe dich, dein Vater liebt dich, dein Bruder, deine ganze Familie und deine Freunde. Und Gott liebt dich. Und dein Bruder Kröte wird genauso geliebt. Ihr seid in Sicherheit."

Ich blicke über die Schulter. Seine blauen Augen wirken so dunkel in diesem Moment, sein ganzer klapperdürrer Körper drückt Trauer aus um jene Kinder, die nicht dasselbe Glück hatten wie er.

Mein Gott, er ist fünf Jahre jung. Viel zu jung für diese Bürde, sich mit sowas auseinandersetzen zu müssen. Dinge verstehen oder wenigstens stehenlassen zu können, die nicht mal ich verstehen oder einfach hinnehmen kann.
Dieses Kind ist zu wach, zu aufmerksam. Diese Gabe wird ihm noch oft Leid zufügen, bis ich ihm hoffentlich beigebracht habe, wie er damit besser umgehen kann.

Und dann kann ich ihn nicht einmal in den Arm nehmen und seine Tränen wegwischen, weil ich vorn am Steuer sitze und er hinten auf der Rückbank. Aber eine Hand von mir findet den Weg nach hinten, erwischt ein knochiges Kinderknie und streichelt es.

Langsam legt sich eine kleine warme Kinderhand auf meine.
Wir werden es gemeinsam schaffen. Eines Tages werde ich die richtigen Antworten finden oder ihm zumindest helfen können, diese Sensibilität richtig zu handhaben.
Bis dahin kann ich nur bei ihm sein und versuchen, ihn durch meine Nähe zu stärken. Und durch den Umstand, dass ich genauso verletzlich bin und trotzdem weitermache, und dass er das deswegen auch kann.
Und ich werde die Nachrichten im Radio ausschalten.

Samstag, 18. August 2012

Namenstag?

Ich wusste gar nicht, dass ich einen Namenstag habe.
Sowas ist bei uns im Norden eigentlich kein Thema.

Aber Plus und Tchibo wussten es, denn dort habe ich mal vor einiger Zeit etwas im Internet bestellt und heute trudelten nette Glückwünsche zum Namenstag mitsamt eines Shoppinggutscheins ein.
Zuerst dachte ich an Spam, aber die Absender waren korrekt.

Meine Namenspatronin ist die heilige Helena, die Mutter des byzantinischen Kaisers Konstantin. Sie hat Teile des heiligen Kreuzes ausfindig machen lassen und ist deswegen auch die Schutzpatronin der Nagelschmiede. 

Tja, und was mache ich jetzt aus dieser Info?
Feiern?


Mittwoch, 15. August 2012

Sommer

Vor 37 Jahren wurde dieses Foto an einem warmen Sommertag aufgenommen.

Meine Eltern und ich haben damals Urlaub im Tannheimer Tal gemacht.Wir haben in kalten Bergseen gebadet und ich habe stundenlang mit belgischen Kindern eine Hafenanlage am Ufer des Sees angelegt, gebuddelt, gematscht und das Wasser mit Gummistiefeln als Ersatz für nichtvorhandene Wassereimer transportiert. Abends war ich hungrig, müde und voller Vorfreude auf den nächsten Tag (und meine Eltern waren wahrscheinlich fix und fertig).
Wir haben Schloss Neuschwanstein besichtigt, sind gewandert, haben gepicknickt und als wir beim Essengehen halbe Hähnchen hatten und ich die Keule aus der Hand essen durfte, war ich selig.

Kinder brauchen nicht viel, um glücklich zu sein. Ein bisschen elterliche Zeit, etwas Sonne, draußenspielen - das ist schon eine ganze Menge!

Ich wünsche allen eine schöne Sommerzeit!

Und allen Eltern sei gesagt: Macht etwas mit Euren Kindern. Und wenn es nur ein Sommerpicknick im Park oder im eigenen Garten ist. Denn Eure Kinder werden sich lächelnd an diese Unternehmungen erinnern, auch wenn sie selbst längst Eltern sind.

Dienstag, 14. August 2012

Neues vom FFF - dem FruchtFliegenFlugplatz!

Meine Fruchtfliegen sind etwas Besonderes. Das ist kein einfaches Drosophila-Gesocks. Kein Fastfood-Publikum, nein!

Sie sind Gourmets!

Nachdem sie sich tagelang höchstens totgelacht haben über meine Fruchtfliegenfalle, habe ich jetzt den ultimativen Lockstoff für sie gefunden:

Ein Trinkglas, 2cm hoch gefüllt mit Sherryessig (!), einem Teelöffel Zucker und einem Tropfen Spülmittel.
Obendrüber eine Frischhaltefolie, in die ich kleine Löcher gepiekt habe. Groß genug, um hineinzukommen, aber zu klein, um wieder hinauszukommen.

Was soll ich sagen? In meiner Küche findet der Massensuizid der Fruchtfliegen statt. Wie die Lemminge stürzen sie sich in ihrer Verfressenheit in die Todesfalle, die ich ihnen gestellt habe.
Meine Hoffnung steigt, dass ich dieser Plage doch noch Herrin werde. Heute waren es jedenfalls schon deutlich weniger als noch am Wochenende, als ich die Falle installiert hatte.

Und was sagt der beste Ehemann von allen dazu? "Süßen, hast du da Schwipschwap in die Falle getan? Da ist jetzt eine Fleischeinlage drin!"

Ach ja, ich liebe ihn. Auch dafür.

Und mein Fernseher hat heute Arte mit der deutschen Tonspur gezeigt. Keine Ahnung, wie das gekommen ist, aber es funktioniert wieder. Ich geh mal davon aus, dass ich nicht über Nacht mit der Gabe, fließend Französisch zu sprechen, gesegnet wurde (eigentlich schade, die Sprache ist so elegant).
Also muss es am Gerät liegen.
Versteh einer Philips-Fernseher!

Ansonsten war ich heute fleißig, ich habe Rote Johannisbeer-Mango-Konfitüre gemacht.
Das Zeug ist vielleicht lecker!

Rezept:
1200g rote Johannisbeeren (man kann sie ganz leicht von den Stielen abmachen, indem man sie mit einer Gabel abstreift)
600g Mango
1000g 2:1 Gelierzucker

Die Früchte 2 Stunden lang ziehen lassen, erwärmen, pürieren, dann 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Gelierprobe auf einem kalten Teller machen und dann heiß in sterilisierte Gläser abfüllen und sofort verschließen. Gläser für 10 Minuten auf dem Deckel hinstellen, dann wieder richtigherum stellen und langsam abkühlen lassen.
Viel Spaß und gutes Gelingen. Lasst es Euch schmecken!

Und erstaunlicherweise hat mich auch keines meiner Kinder gefragt, ob das in dem Topf Seife sei. Im Gegenteil, mein Dreijähriger schob seinen Stuhl an den Herd, stellte sich darauf und guckte mir zu. "Mamalade, lecker!" war sein fachmännischer Kommentar. Und dann hat er den Topf ausgeschleckt.

Ihr möchtet nicht wissen, wie das Kind hinterher aussah. Klebrig wie ein Fliegenfänger, aber so glücklich!

Ach, ich liebe meine Marmeladenschnute. Die große und die kleine.

Montag, 13. August 2012

Die französischen Momente im Leben

Ihr Lieben,
ich danke Euch für die mutmachenden Worte zu meiner kleinen unternehmungslustigen Kröte, die sich so gern auf Wanderungen begibt. Mittlerweile kann ich schon wieder darüber grinsen und ich frage mich, welche Aktionen er noch für mich bereithalten wird. Wenn ich an meinen jüngeren Bruder und dessen Streiche denke, dann könnte da durchaus noch einiges an grauen Haaren auf mich zukommen...

Gestern Abend gab es dann noch eine Überraschung für mich. Aber keine romantische!
Offenbar scheint mein Mann der Auffassung zu sein, dass wir ein paar französische Momente im Lebensalltag gebrauchen könnten...anders kann ich mir die sonntagabendliche Entdeckung nicht erklären.

Um dies zu erklären, muss ich etwas ausholen (meine Stammleser kennen das bereits, ich kann höchst unterhaltsam, aber nie kurz und knackig!):

Vor einigen Wochen haben DMAX und ARTE die Sendeplätze gewechselt.

Ich gucke gelegentlich ganz gern die Themenabende von ARTE, während mein Mann da eindeutig DMAX bevorzugt.
Das durfte ich in seinem Sommerurlaub oft genug feststellen.
Mal ein bisschen Autoschrauberdoku gucken stört mich nicht weiter und auch die Modellbaugeschichten sind manchmal ganz reizvoll.

Aber jeden Abend DMAX und ich krieg eine Hormonstörung, lass mir einen Damenbart und Brusthaare wachsen! Leider läuft für sportlich nicht Interessierte in diesem Sommer so herzlich wenig an annehmbaren Alternativprogrammen.

Da wir einen Philips LED-Fernseher besitzen, der zwar eine überragende Bildqualität liefert, aber ein genauso überragend dummes und kompliziertes Bedienmenü aufweist, ist das Umprogrammieren die Aufgabe meines Mannes. Ich MUSS nicht alles können, und hier will ich es auch gar nicht können müssen.

Mein Mann hatte anfangs nur DMAX umprogrammiert. Der Sender war ihm schließlich auch wichtig.

Aber ich gucke dann eben doch gelegentlich gern mal ein Programm mit etwas mehr geistigem Anspruch und hatte ARTE in den letzten Wochen vermisst.

Also hat er mir gestern Abend mit leisem Grummeln ("diese Menüführung ist echt Flipperschrott!") den Sender neu auf die 8 programmiert, wo er früher auch war. Dass danach die 9 komplett weggefallen ist und sich sämtliche nachfolgenden Programme um eine Nummer nach hinten verschoben haben...egal. Das gehört zu den rätselhaften Verhaltensweisen unseres Fernsehgeräts. Eben Philips. Sollen die zukünftig lieber Leuchtmittel bauen und uns mit Unterhaltungselektronik verschonen!

Ich hatte auf jeden Fall wieder ARTE, freute mich darüber und ignorierte den Rest.

Und dann kam Sonntagabend die Ernüchterung: Ich wollte Outsiders gucken, einen Film, der meine Jugend geprägt hat. Und verstand nur Bahnhof.

Mein herzallerliebster wunderbarer fast-alleskönnender Ehemann, den ich heiß und innig liebe, hat mir nämlich leider die französische Tonspur eingestellt. Und Philips-sei-Dank reicht meine Hochschulreife leider nicht dafür aus, diese Einstellung auf eigene Faust zu korrigieren.

Also werde ich diese Woche die französischen Momente meines fernsehtechnischen Daseins ausgiebig genießen dürfen...und mein Schulfranzösisch reicht leider nur noch dazu, einmal laut und vernehmlich "Merde!" zu rufen und dann mon chère mari am Wochenende zu bitten, den Fernseher neu zu programmieren.
C'est la vie!

Und falls Ihr mal einen Fernseher kaufen solltet: Die Bild- und Tonqualität ist nicht alles, worauf es ankommt. Ein Bedienmenü, das auch Normalsterbliche ohne Studium verstehen, ist genauso wichtig.



Sonntag, 12. August 2012

Krötenwanderung

Der Spitzname unseres Dreijährigen ist Kröte. Manchmal auch Flauschekröte oder Kuschelkröte.

Heute war Flohmarkt in der Kreisstadt. Bestes Wetter hatte eine ungewöhnlich große Anzahl von Ständen und Besuchern hervorgelockt.

Mein Mann und ich bummelten gemeinsam mit den Jungs in aller Seelenruhe über den Flohmarkt und ich genoss es ausgesprochen, dass er heute nicht wie üblich drängelnd und uninteressiert über den Markt eilte, sondern genauso entspannt war wie ich.
Wir haben sogar noch ein paar tolle Glücksgriffe gemacht. U. a. zwei alte handgewebte Geschirrtücher aus Leinen, die ich zu einem Wichtelgeschenk besonderer Art verbasteln möchte. Und eine Brotschneidemaschine, die sich demnächst mal an Seifenblöcken ausprobieren darf. Die Tradingcards von Clone Wars für meinen Fünfjährigen und die Feuerwehrautos für den Dreijährigen waren auch tolle Anschaffungen. Es ist erstaunlich, mit wie wenig die Kinder so überglücklich sein können. Und ich bin froh, dass es nichts neues sein muss, um sie zu erfreuen.

Soweit, so gut. Bis auf eine kleine Marotte unseres Dreijährigen.

Unsere Kröte ist die Sorte Kind, die sich ungern an die Hand nehmen lässt. Das ist zum Teil sehr anstrengend, besonders wenn wir an Straßen entlanggehen oder durch unwegsames Gelände (am besten noch eines mit Pfützen, die er dann zielsicher ansteuert!). Wenn ich ihn dennoch an die Hand nehme, endet es meistens mit Geschrei und Gehaue meines Dreijährigen - und damit, dass ich die eigenwillige Motze-Kröte entnervt über meine Schulter werfe und aus der Gefahrensituation davontrage (und zwar so, dass es möglichst unbequem für den Zwerg ist, denn ich will ihn ja nicht für sein Gezicke auch noch mit Herumtragen belohnen!).

Auf so einem Flohmarkt ist Herumtragen keine echte Alternative. Also ließen wir den kleinen Kröterich herumspazieren. Das geht natürlich nur solange gut, wie man sich selbst mit dem Strom bewegt und alle zusammenbleiben. Nun haben wir aber unterschiedliche Interessen, und während ich mich gerade mit zauberhaftem Bernstein befasst hatte, war mein Mann mitsamt der beiden Jungs schon etwas weitergelaufen und guckte sich seinerseits irgendwelchen Elektrokram an.

Tja, und Kröte lief weiter mit dem Strom mit und hatte nicht gesehen, dass sein geliebter Papa und der große Bruder stehengeblieben waren...als ich dann zu meinen Männern aufschloss, war die Kröte weg. Auch unser Rufen brachte keine Reaktion.
Ach Mist, wo steckt er denn? Ich lief den Gang zurück, den wir gerade gegangen waren, blieb dann aber in der Nähe des Standes, wo mein Mann stehengeblieben war und die Kröte verlorenging.

Mein Mann lief derweil eiligst die weiterführenden Gänge ab. Keine Kröte.
Nach 15 Minuten war es mir zuviel, ich machte mich jetzt auch auf die Suche nach unserer Kröte. Aber nirgendwo waren seine knallorangen Bermudas zu sehen.

In meinem Kopf ging zu dem Zeitpunkt natürlich schon das komplette Schlagzeilenprogramm der
Revolverblätter Boulevardpresse: "Kinderschänder entführt Dreijährigen" oder gar "Dreijähriger vermisst: Entführt durch Organhändler?"

Normalerweise kann unsere Kröte markerschütternd brüllen und schreien. Aber da schrien nur fremde Kinder, nicht meines. Diese Stille machte mich unruhig.

Letztendlich kehrte ich zum Treffpunkt zurück und fand meinen Mann mit dem Dreijährigen auf seinen Schultern und den Fünfjährigen an seiner Seite. Was für eine Erleichterung! Diese brach sich dann auch sofort Bahn und ich fiel meinen Männern heulend um den Hals. Es war mir völlig egal, was andere Leute bei meinem Anblick gedacht haben mögen. Ich hatte meine Kröte wieder, und der ging es auch noch richtig gut!

Unsere Kröterich hatte bei seiner Wanderung offensichtlich überhaupt noch nicht bemerkt, dass er uns abhandengekommen war (oder wir ihm!). Und deswegen fand mein Mann den Dreijährigen auch nicht in Tränen aufgelöst und laut brüllend, sondern entspannt am Daumen nuckelnd und herumschlendernd vor.

Den Kleinen hatte er am weitestmöglich entfernten Punkt des Flohmarktes aufgegabelt. Er muss fast 400 Meter gelaufen sein. Und weil er total ausgeglichen und keineswegs verlorengegangen aussah, hat sich auch keiner seiner angenommen.

Nächstes Mal kommt der Dreijährige entweder in den Buggy (und wird darin angeschnallt, ob es ihm passt oder nicht!) oder er wird bei Oma und Opa geparkt, damit wir Eltern in Ruhe mit dem Fünfjährigen bummeln können.

Als allerletzte Alternative besorge ich ein Geschirr und er kommt an eine Automatikleine. Und es ist mir piepsegal, ob man mich deswegen der Kinderquälerei bezichtigen will. Wem noch nie ein kleines Kind oder ein verwirrter älterer Anverwandter verlorengegangen ist, der kann gar nicht beurteilen, welche Angst man aussteht, bis der geliebte Mensch wieder da ist.

Ich hoffe, bei meiner Kröte verwächst sich die Neigung zu ausgeprägten Krötenwanderungen in Zukunft, sonst ergraue ich noch vorzeitig!

Gott sei Dank, die Kröte ist wieder da von ihrer Krötenwanderung. Ich bin so erleichtert und dankbar. Und irgendwann werde ich auch über diese irre Geschichte lachen können, ohne Gewissensbisse zu bekommen, dass ich nun eine schlechte Mutter sein könnte.




Samstag, 11. August 2012

Cantorca

Na, sagt Euch dieser Name etwas?
Bis gestern habe ich damit nur den heimlichen Namen des Mädchens verbunden, das im Märchen "Krabat" den bösen Zauber bricht und ihre Liebe befreit. Diese Geschichte ist zauberhaft, und es lohnt sich, nicht nur die Realverfilmung von 2008, sondern auch den Zeichentrickfilm aus den 70er Jahren anzusehen. Und natürlich das Buch von Otfried Preussler zu lesen (meines steht im Schrank und ich werde es beizeiten meinen Kindern vorlesen).

Aber gestern kam ein neuer Aspekt dazu. Ein akustischer, um genau zu sein.

Ein Freitagvormittag in einer Dithmarscher Kleinstadt. Den Großen hatte ich in der Vorschule abgeliefert, der Kleine lief mit mir über den Wochenmarkt. Ich mag es, mit den Kindern über Wochenmärkte zu gehen, weil das Einkaufen dort ein geradezu sinnliches Erlebnis ist und sie hoffentlich etwas mehr Wertschätzung für unsere tägliche Nahrung lehrt.

Ein Cappuccino im Straßencafé...und dann das vertraute Geräusch einer Sackpfeife. Und einer Drehleier. Von irgendwoher auf dem Markt.
Die Musik will mich davontragen, also muss ich kurz die Augen schließen und im Geiste verwandelt sich die moderne Altstadt in einen Ort, wo die jetzt denkmalgeschützten Bauten noch nagelneu und der Dom noch gar nicht so alt sind und wo das alte Kloster noch existiert.
Markttag ist noch immer, aber die angebotenen Waren und Lebensmittel sind andere, und die Menschen benutzen überwiegend ihre Füße oder Tragtiere als Verkehrsmittel.

Dann wird die Musik lauter, die Musiker haben sich jetzt in meiner Nähe postiert und spielen bekannte und unbekannte mittelalterliche Weisen. Ich bin begeistert und verweile extra länger, um zuhören zu können. Einige der Stücke kenne ich gut und es juckt mich in den Beinen, die vertrauten Tanzschritte zu machen.

Nein, mein Dreijähriger hat keine Lust, mal an der Drehleier zu kurbeln, als es ihm freundlich von Eric angeboten wird. Ungewohnt schüchtern versteckt er sich hinter meinem Bein, um derart geschützt seiner Neugier zu folgen und dahinter rauszugucken.

Ich lache Britta an und wage die Vermutung, dass mein Jungsvolk später wohl eher zur Sackpfeife greifen werden, um mir mit dem damit erzeugbaren Lärm den Verstand und den letzten Rest Gehör wegzutröten. Denn gerade der Anfang mit dem Dudelsackspiel ist bekanntermaßen schwierig und zuerst fabriziert man damit eher Lärm als hörbare Musik. Dass meine Jungs über Lungenvolumen verfügen, haben sie schon damit bewiesen, als sie bei der EM statt auf der Vuvuzela auf der Gießkanne getrötet haben.

Na, notfalls würde meine Brut musiktechnisch auf den Dachboden der Garage auswandern müssen. Dort ist Platz für einen richtigen kleinen Probenraum. Und genügend Abstand, um keinen zu stören.

Ich liebe Musik, auch wenn mir leider niemals eine musikalische Ausbildung zuteil geworden ist. Ich singe für mein Leben gern, auch wenn ich es nicht sonderlich gut beherrsche. Und ich hoffe, dass ich meinen Jungs diese Freude weitergeben kann. Man muss kein Instrument spielen, um Freude an Musik zu haben. Wenn sie aber Lust haben, ein Instrument zu erlernen, dann werde ich sie fördern, so gut ich kann.

Am Ende unseres fröhlichen Marktgesprächs erhielt ich dann eine Karte von den beiden sympathischen Musikern. Ihr Duo heißt "Cantorca".

Als ich diesen Namen las, musste ich lächeln. Krabat ist eine meiner Lieblingsgeschichten und besonders die tschechische Zeichentrickverfilmung aus den 70er Jahren hat sich bei mir unvergesslich eingeprägt. Ein wunderschöner Name für ein Musikprojekt, das sich bekannten mittelalterlichen Weisen, aber auch brandneuen Eigenkompositionen verschrieben hat.

Ich wünsche Britta und Eric von Herzen viel Erfolg auf ihrem Weg. Und damit Ihr hören könnt, was ich nur beschreiben konnte, empfehle ich Euch folgende Seite:

Musik zum Reinhören

Freitag, 10. August 2012

Dummipiefel!

Der Modetipp für den Sommer 2012 lautet: Dummipiefel!

Gummistiefel. Ohne geht es dieses Jahr nicht. 

Eigentlich sollen sie verhindern, dass man nasse Füße bekommt (beim norddeutschen Sommer 2012 braucht man sie wirklich dringend!).

Aber man kann sich damit auch auf wunderbar unterhaltsame Weise nasse Füße holen, nasse Hosenbeine, nasse Ärmel...meine beiden Jungs haben es heute mal wieder demonstriert.

Rezept:
2 kleine Jungs in Gummistiefeln
2 Gießkannen
1 Planschbecken mit 5cm Restwasserstand
1 Augenblick, wo die Eltern im Haus sind und scheinbar nicht mitkriegen, was die Brut da draußen anstellt (in Wirklichkeit standen wir hinter der Gardine und lachten uns kringelig!)

Unser Großer hat es dann vorgemacht: Er hat die Gießkanne angesetzt und sich das Wasser in die Stiefel eingefüllt. Unser Kleiner ist das Vorhaben dann anders angegangen und hat sich erst die Stiefel ausgezogen, bevor er sie mit der kleinen Kindergießkanne befüllte, um dann wieder hineinzusteigen.

Und dann ging es mit überlaufenden Gummistiefeln das Klettergerüst hinauf und die Rutsche runter.

Beide Jungs haben sich köstlich amüsiert bei diesem Blödsinn. Und die Runde in der Badewanne, die sie zum Aufwärmen gemacht haben (bei uns waren es mal wieder keine 18 Grad Außentemperatur), schienen sie noch als Belohnung zu empfinden.

Aber der Spaß war es wert, scheinen sie gedacht zu haben (uns Erwachsenen hat es jedenfalls viel Spaß gemacht, den beiden Heinis beim Unfugmachen zuzusehen!).



Disclaimer

Ich erkläre hiermit, dass ich mich ausdrücklich von allen Inhalten der von mir verlinkten Seiten in meinem Blog distanziere und mir deren Inhalt nicht zu Eigen mache.
Alle Bilder und Texte dieses Blogs sind mein persönliches und geistiges Eigentum und dürfen nicht kopiert oder veröffentlicht werden.
Sie unterliegen dem Copyright und dürfen nicht ohne meine Erlaubnis in irgendeiner Form weiterverwendet werden.