Freitag, 31. Dezember 2010

Von guten Mächten wunderbar geborgen...

erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen,
und ganz gewiss an jedem neuen Tag!

Diese Zeilen stammen aus einem Neujahrsgruß, den Dietrich Bonhoeffer im Dezember 1944 an seine Familie schrieb. Er wurde zu diesem Zeitpunkt im KZ gefangen gehalten wegen seiner Beteiligung am deutschen Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Diese Tatsachen sind relativ bekannt, weniger bekannt ist sein Engagement in der Ökumene, das er besonders in den 1930er Jahren lebte und was ich für ebenfalls sehr wichtig halte. Denn es bringt nichts, auf von oben angekündigte Ökumene zu warten. Ökumene ist das, was wir einfachen Menschen machen. Also fangen wir an!

Aus dem Gedicht wurde ein Lied, und wer es sich anhören möchte, kann es beispielsweise hier tun:
http://www.youtube.com/watch?v=aiXvOmPmt2s

Wir haben dieses Lied - ja, auch die ernsten Zeilen - zur Taufe unseres Jüngsten am 25.12.2009 gesungen. Über die Jahre hinweg wurde dieses Gedicht zu einem Lebensbegleiter für mich, und ich möchte es gern auch mit Euch teilen, wenn Ihr wollt.

Ich wünsche Euch allen einen guten Jahreswechsel und eine glückliche Ankunft im Jahr 2011, wo wir uns hoffentlich wohlbehalten wiedersehen - wiederlesen - werden.

Wenn Ihr heute abend die Gläser erhebt, schaut noch einmal zurück auf das vergangene Jahr. Lasst das los, was Euch belastet hat, um es nicht mit ins neue Jahr zu nehmen. Und geht dem neuen Jahr mit offenen Händen und offenem Herzen entgegen, um das anzunehmen, was da kommen wird.

Für meine Familie und mich wird 2011, so Gott will, einiges an Neuerungen bringen. Meine Aktivitäten in einem Trauerforum sind beendet, die Trauerarbeit ist soweit getan, dass ich den Rest leicht mit mir tragen kann.

Da ist der Plan, meine Seifensiederei endlich in gewerbliche Bahnen zu lenken, der Kindergartenbeginn für unseren Großen und irgendwann im Sommer eine Hochzeit...denn seit Weihnachten blitzt an meiner linken Hand ein Ring.
Und da ist das "Warten auf Astrid", das ich noch nicht aufgeben kann und will. Vielleicht erzähle ich Euch eines Tages mal, was dieses Warten und diese Astrid bedeuten mag. Aber nicht mehr in diesem Jahr!

Ich wünsche Euch von Herzen alles Liebe
Eure Postpanamamaxi

PS: Fotos von der "Frau Hölle-Seife mit Goldmarie und Pechmarie" folgen...ich muss den Divi erstmal einfrieren!

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Frau Hölle-Seifensieden

Waaah!
Überlegt Euch das mit dem Blogcandy...wenn's dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis, pflegte meine Oma immer zu sagen.
Naja, Eis lag draußen ja genug herum, aber ich habe meine Bruchlandung dann doch in der Seifenküche veranstaltet.

Rezept:
308g Palm
247g Kokos
100g Kakaobutter
50 g Bienenwachs
459g Reiskeimöl
260g Rapsöl
50g Rizinusöl
194g Naoh
494g Wasser

Soweit, so gut. Das Wasser war aufgetauter, abgekochter Schnee, mit dem ein Ringelblumenaufguss hergestellt wurde.
Ringelblume = Marigold auf Englisch (=> Goldmarie!)

Zutat Nr. 10 war Buchenholzkohle, Nr. 11 war Goldmica.
Soweit keine hochriskante Mischung, solange man warm genug arbeitet wg. Kakaobutter und Bienenwachs in der Mischung.

Und dann muss ich langohriges Grautier 42g PÖ Cotton Fresh von SensoryPerfection darin verklappen, mit dem Ergebnis, dass alles rapide andickte und ich statt einer hauchfeinen Marmorierung eine Art Spachtelmasse in die Form füllte. Außerdem hatte ich definitiv zuviel Buchenholzkohle genommen, die alles andere förmlich erschlug.

Zweiter Versuch mit ähnlichem Rezept und PÖ Flieder von Behawe. Wärmer gearbeitet, mehr flüssige Fette verwendet, weniger Buchenholzkohle - und wieder Spachtelmasse. Flieder im Dezember? Ja, denn Holunder heißt hier im Norden auch Flieder, und der Holunder ist der Strauch der Frau Holle.

Hätt ich es bloß gelassen!

Naja, vielleicht wäscht sie sich wenigstens gut. Die Düfte sind auch recht lecker. Vielleicht sollte ich sie Dunkel-Dusch-Seife nennen. Warten wir mal ab, was sich da morgen in den Formen zeigen wird. Vielleicht wird das ja doch nochmal was.

Das Schlimme an dieser "Wilden Jagd" in meiner Seifenküche war, dass ich eigentlich wusste, dass Cotton Fresh sich offenbar nicht mit Seifenmischungen verträgt, die Kakaobutter enthalten. Und PÖ Flieder war mir eigentlich auch als Rekordzicke bekannt, wie die allermeisten Blumendüfte.

Zum Frustabbau habe ich dann eine nette Topfmarmorierung mit Blütenorange und ÄÖ Mandarine gemacht. Wenigstens eine Seife, die das machte, was ich von ihr erwartete!

Seifige Grüße
Postpanamamaxi

Shopping in England - "Frau Holle Seife" - Blogcandy!

So, ich habe mich entschlossen, ich bestelle mir auf jeden Fall den Holunder- und den Osterglockenduft bei Sensory Perfection in UK. Und dann noch hübsche grüne und meerige Düfte. Wer von meinen Bekannten aus dem NSF sich mit dranhängen möchte an die Bestellung - bitte eine Mail an paganwiki (at) googlemail.com (ohne Leerzeichen!).


Außerdem wollte ich heute noch eine nette Divi-Seife sieden. Als Thema schwebt mir eine Figur aus der Sage "Die wilde Jagd" vor, die in den 12 Nächten zwischen dem 21.12. (=Wintersonnenwende) und dem 2.1. herumtosen soll.

Auch wenn wir in aufgeklärten Zeiten leben, vermeidet beispielsweise meine Mutter in diesen Tagen immer noch das Aufhängen von Wäsche an der Leine. Meine Oma hat es ebenso gehalten. Auf diese Gewohnheit angesprochen meinte meine Ma, dass das schon immer so gewesen sei.

Also habe ich mich auf die Suche gemacht (und die Wäsche vorsichtshalber in den Trockner getan, sicher ist sicher!). Muss ja nicht sein, dass sich die wilde Jagd an meinem Wäscheständer vorm Kaminofen verfängt und den Rest des Jahres hier bei mir einzieht. Das Wohnzimmer verwüsten meine Jungs auch ohne fremde Hilfe in ausreichendem Umfang!

Dieser Glaube siedelt, je nach Hintergrund, im Zeitraum zwischen Wintersonnenwende am 21.12. und dem Dreikönigstag am 6.1. - der christliche Hintergrund benennt die zwölf Nächte für den Abschnitt vom 25.12. bis 6.1., der vorchristliche Hintergrund hingegen bezieht sich auf die 12 auf die Wintersonnenwende folgenden Nächte.

Je nach Hintergrund nennen sich diese Tage dann "Zwölf (heilige) Nächte" oder "Rauhnächte".
Während dieser Rauhnächte tobt - regional unterschiedlich - die wilde Jagd, das Wüetisheer oder die Odensjakt, die Chasse Sauvage oder Wild Hunt.

Die wilde Jagd hat sowohl negative als auch positive Seiten. Abhängig davon, wie sie einem begegnet, kann sie böses oder gutes Vorzeichen sein, gemeinhin galt es aber als ratsam, ihr sicherheitshalber lieber gar nicht erst zu begegnen. Denn es heißt in einigen Gegenden, dass man mitziehen muss, ob man will oder nicht.

Eng verwoben mit dieser mystischen Sage ist die Gestalt der Frau Holle (Perchta), die neben Bestrafung für Faulheit auch für Belohnung der Fleißigen und Freundlichen sorgt. Und in der Sagenwelt gilt sie als Hüterin der Brunnen (vgl. Goldmarie und Pechmarie - der Brunnen als Tor zur Welt der Frau Holle).

Kleine Kinder holt der Storch aus dem Brunnen, wurde den Kindern früher gern erzählt. Diese Erklärung bezieht sich auch auf Frau Holles/Perchtas Aufgabe als Hüterin der Ungeborenen.
  
Vor diesem Hintergrund will ich eine "Frau Holle Seife" sieden, mit abgekochtem Schneewasser, möglichst weißen Fetten, einem "weißen" Duft und aus genau 12 Zutaten. Mal sehen, vielleicht kommt noch etwas Gold und etwas Kohle (als Pechersatz) hinzu, um das Märchen von Goldmarie und Pechmarie mit einzubinden.

Ein Stück dieser Seife möchte ich gern als Blogcandy verlosen unter allen, die mir einen Kommentar zum Thema "Wilde Jagd/Rauhnächte" schreiben. Verschickt wird die Seife erst im Februar, aber das sollte doch für niemanden ein Problem darstellen, oder?
Einsendeschluss für Kommentare ist der 6.1. - dann, wenn auch die wilde Jagd endet.

Viele Grüße
Postpanamamaxi

Frühlingsträume

Nun sitze ich also da, mit dem niegelnagelneuen Divider von Salina und Christoph unterm Weihnachtsbaum und überlege, welche Seife ich als nächstes sieden sollte.

Ein Blick in meine durchaus gutgefüllte Kiste mit den verschiedenen PÖs und ÄÖs hilft mir auch nicht weiter. Wenn ich noch einen weihnachtlichen Duft verarbeiten soll, bekomme ich eine Krise. Haut bloß ab mit Marzipan, Zimt und allen Arten von Vanille, Caramel oder Schokidüften. Ich kann das Zeug nicht mehr riechen!

Und die üblichen Fruchtdüfte (Kirsche, Mango, Grapefruit, Erdbeere usw.) verlocken mich im Moment gar nicht. Zitrusdüfte, insbesondere in Kombination mit Cranberry oder Zimt, rangieren bei mir unter "Herbst-Winter-Weihnachtsdüfte" und sind ein absolutes no-go.

Ich will was Blumiges! Ein Blick in meine Kiste bringt folgendes Ergebnis: Maiglöckchen (megazickige Verarbeitung), Hyazinthe (noch zickiger!), Waterlily (unberechenbar gelegenheitszickig), diverse Rosendüfte (zick-zick-zack), Freesia (weiß nicht so recht), Chèvrefeuille (Geißblatt, wenn das nicht schon vom Namen her zickige Assoziationen weckt...!) und Flieder (määäh!).

Nee, das kann es nicht sein. Auf Gezicke habe ich keine große Lust.

Ich will Frühling. Ich will Tageslicht, das mir jeden Tag ein wenig länger leuchtet. Ich will Sonnenstrahlen, die wieder wärmen (unsere Solarkollektoren freuen sich auch, wenns was zu tun gibt). Ich will duftende frische Erde, grüne sprießende Sitzen in den Beeten und eine Katze, die sich auf dem Rasen im Sonnenschein rollt.
Ich will Kinder, die auf der großen Schaukel im Garten toben, einen gänseblümchenpflückenden Kleinen und einen Großen, der auf dem Roller ums Haus heizt.

Und so ganz am Rande wünsche ich mir auch ein Auto, wo die Türschlösser nicht mehr entweder so eingefroren sind, dass die Tür entweder gar nicht mehr aufgeht oder aber sich nicht mehr schließen lässt, sollte man sie ausnahmsweise aufbekommen haben.

Und weil ich den Januar und Februar nicht überspringen kann, möchte ich so gern eine Frühlingsseife sieden...mir schwebt der Duft von Osterglocken vor oder der des blühenden Holunders.

Liebe Grüße
Postpanamamaxi

Samstag, 25. Dezember 2010

Weihnachtswichteln, Friesenfans Päckchen und noch mehr Wundersames

Fröhlichen ersten Weihnachtstag wünsche ich Euch allen, rund um den Erdball, zu Wasser, zu Lande und in der Luft (und im Himmel ist heute ohnehin große fröhliche Geburtstagsparty für den Sohn vom Chef angesagt, oder?). Ich hoffe doch sehr...

Obiges Foto zeigt den Inhalt meines Weihnachtswichtelpaketes aus dem NSF. Ich habe ermittelt, dass meine Wichtelmama wohl in der Schweiz lebt (war verpackt im Katzenfutterkarton, wo ein SFR-Preisschild draufsteht), aber die Kontakte nach D hat, weil eine Konstanzer Adresse angegeben ist und das Paket auch in D aufgegeben wurde. Inhalt waren tolles Badesalz, eine leckere Frühlingsseife (danke für KEINEN Zimt :-)) und eine tolle Handcreme, die meine Hände auch dringend gebrauchen können. Außerdem viele leckere Kleinigkeiten (die Schokli hat sich gleich mein Schatz geschnappt). Vielen lieben Dank!

Und noch ein liebes Paket...von Friesenfan, die auf ihrem Seifenwerk-Blog eine tolle Verlosung gemacht hat. Ich freu mich total darüber, auch über die liebe Karte und die tolle Verpackung und den noch leckereren Duft...ich danke Dir von Herzen!

Und dies ist heute Mittag geschehen beim Fotografieren unserer Krippe...ich bücke mich, um auch den Engel der Verkündigung mit aufs Bild zu bekommen, den ich an der Unterseite des Weihnachtsbaumes befestigt hatte...und da scheint doch die Sonne genau auf die Fensterbank hinterm Baum, wird von irgendetwas reflektiert und bricht in Form eines hellen Sternes durchs Geäst des Baumes.

Ein Stern...wie wunderbar ist dieser Zufall, oder war es vielleicht gar keiner?

Gesegnete Weihnachten. Ich glaube, dieser Stern ist für uns alle da, wenn wir bereit sind, ihn anzunehmen.

Alles Liebe
Postpanamamaxi und ihre Jungs

Freitag, 24. Dezember 2010

Frohe Weihnachten allerseits

Ich wünsche allen meinen LeserInnen von ganzem Herzen frohe Weihnachten, erholsame Feiertage und ein paar nette Schneespaziergänge (statt Schneeschippen, Autosfreischaufeln und zur Arbeit zu rutschen).
Ach ja, und natürlich: Weltfrieden. Frieden auf Erden. Ganz einfach gesagt und gewünscht, aber ganz schwierig hinzubekommen. Versuchen wir es weiter.

Die letzten Tage waren sehr turbulent:

 Tja, das ist das, was aus dem von mir so sehr gewünschten neuen Wintermantel geworden ist. Strickgarn für einen neuen Schal, um den 6 Jahre alten Mantel nochmal über einen Winter zu bringen und modisch aufzupeppen. Man kann nicht alles haben.

Übrigens hat mir das Stricken unerwarteterweise soviel Spaß gemacht und ging mir so leicht von der Hand, dass ich dann gleich noch einen kurzen Steckschal für mein Wichtelkind aus dem NSF gestrickt habe. Ich hoffe, sie mag ihn.

Heute haben wir das Haus auf Vordermann gebracht und ich war angesichts des Dauerschneefalls doch recht froh, bereits Montag bei klirrender Kälte die Fenster von außen geputzt zu haben (wenn das Fensterputzwasser zur Hälfte aus Alkohol besteht, friert der Lappen auch bei minus 10 Grad nicht fest - und es laufen bei den Temperaturen auch nur wenige Leute im Dorf herum, die mich bei so einer bekloppten Aktion beobachten könnten!).

Vor dem Haus liegen gefühlte 30-40cm Schnee und ich war heilfroh, nicht mit dem Auto fahren zu müssen. Und mein Schatz hat brav alles freigeschaufelt, das fand ich total lieb von ihm. Ich hatte allerdings auch genug im Haus zu tun.

Irgendwann war ich so genervt, dass ich die Kinder mit einem Zeichentrickfilm vorm Laptop geparkt habe, um in Ruhe im Wohnzimmer werkeln zu können. Anschließend hat mir mein fast Vierjähriger beim Schmücken des Baumes geholfen. Er war ungemein stolz, mir bei dieser Arbeit helfen zu können. Und ich fand, dass er sich erstaunlich umsichtig und geschickt angestellt hat. Er war tatsächlich mehr Hilfe als Hindernis bei dieser Aktion.

Als Krönung haben wir dann noch die Krippe aufgebaut und ein bisschen herumgestritten. Er wollte das Christkind sofort in die Krippe legen, ich wollte es erst Heiligabend vor der Bescherung hineinlegen. Aber als er dann anfing, sämtliche Figuren tiefer in den Krippenstall hineinzustellen, damit sie es in der heiligen Nacht auch warm haben und nicht frieren, da war ich tief bewegt. Dieser kleine Mann hat mit seinem kindlichen Verstand begriffen, dass Wärme das wichtigste war - nicht Gold, Myrrhe oder Weihrauch. Und dass ein von den Hirten mitgebrachtes weiches Schaffell oder eine warme Wolldecke wahrscheinlich viel mehr Wert besaßen in jener Nacht.

Ich bin schon ziemlich stolz auf meinen kleinen klugen Jungen. Und frage mich, was er morgen zum Besuch des Weihnachtsmannes sagen wird. Der Kleine wird wahrscheinlich wieder mal mit "oh" reagieren und versuchen, am Bart zu ziehen. Ich muss den Weihnachtsmann dringend vorwarnen deswegen.

Jetzt habe ich noch diverse Weihnachtsgeschenke eingepackt und mit Namen und Inhalt gekennzeichnet (wie gut, dass die Kinder noch nicht lesen können!). Es gibt Lego (gebraucht), Wickie-Bettwäsche für den Großen und eine Dreierbox vom "kleinen Eisbären" für den Kleinen. Dazu noch dicke Stoppersocken, ein Würfelspiel und ein Bilderbuch aus Pappe.

Familie und Freunde erhalten auch dieses Jahr wieder unseren selbstgemachten Fotokalender. Ich habe 26 Kalender gemacht und über 525 Fotos verarbeitet. Und ich muss noch 12 Stück einpacken, ich hatte heute keine Lust mehr!

Und dann habe ich hier noch ein Foto für Euch, das ich vor einem Jahr aufgenommen habe von unserem Kleinen. So, ich hoffe, dass der Anblick eines nackten Babypopos nicht unter "explicit content" fällt. Ich persönlich fand es einfach nur niedlich und darum teile ich es mit Euch.

Ich wünsche Euch viel Freude mit unserem

Weihnachtsbengel!


PS: Liebe Liora, liebe Bine, Sandra, Claudia, Dagmar, Silke, Katja, Astrid (habe ich jetzt noch jemanden vergessen?), ich danke Euch von Herzen für Eure Briefe, Karten, Päckchen, Mails, Anrufe. Und ich wünsche Euch und Euren Familien frohe und glückliche Weihnachtstage.

Es ist schön, wenn man spürt, dass da draußen reale Menschen sind, die einem wohlgesonnen sind.

Alles Liebe
Postpanamamaxi

Dienstag, 21. Dezember 2010

Rumpelpumpel

Nein, das ist jetzt nicht der Anfang eines Kindergedichts über den Knecht Ruprecht und seine Gefährten, sondern meine ganz persönliche Assoziation zu unserem Wäschetrockner.

Wir hatten uns vor 1 1/2 Jahren einen hochmodernen Abluftwäschetrockner der Energieeffizienzklasse A+ angeschafft. Natürlich von einer deutschen Top-Marke, eine Meisterleistung der Ingenieurskunst und mit dem mittlerweile quer durch alle Branchen typischen "Blue..." im Namen, das besondere Umweltfreundlichkeit vermitteln soll und was sich die Hersteller teuer bezahlen lassen.

Dieses Gerät ist leider eine Beta-Version. Die noch fehlenden Entwicklungs- und Erprobungsarbeiten finden also beim Kunden statt. Gibt man den Gerätenamen im Internet ein, findet man reihenweise klagende Kunden, die immer wiederkehrende Fehler bei dieser Serie bemängeln. Es ist eine Fehlkonstruktion.

Mittlerweile ist unser Gerät das dritte Mal kaputt. Ich kann keinen Trockenvorgang durchlaufen lassen, ohne nicht mindestens einmal eine Fehlermeldung und einen Geräteausfall zu erleben. 

Wahrscheinlich beruht die Energieersparnis auf der Tatsache, dass das Gerät häufig nicht betriebsbereit ist und man vor lauter Verzweiflung die Wäsche auf dem Wäscheständer vorm Kamin trocknen muss.

Wäscheständer als weihnachtliche Wohnraumgestaltung...bei zwei Kindern plus Kerl und Katze werde ich kaum umhinkommen, so zu handeln. Denn einen Reparaturtermin wird es wohl erst im neuen Jahr geben lt. Service.

Mittlerweile bin ich so entnervt, dass ich mir so ein Gerät nicht wieder anschaffen würde. Meinetwegen sollen die ihr Gerät zurücknehmen und mir das Geld zurückgeben. Für das Jahr, wo es funktionierte, können sie ja anteilig etwas abziehen. Vom Rest kaufe ich mir einen stinknormalen Trockner, auf den ich mich verlassen kann.

Denn mein altes Gerät hat mir 12 Jahre lang ohne einen einzigen Ausfall gute Dienste geleistet und hatte 1997 sagenhafte 299 DM gekostet!

Spaß macht das keinen mehr...

Viele Grüße
Postpanamamaxi

Dienstag, 14. Dezember 2010

im Norden nichts Neues...

...oder doch?

Ich habe meinen CD-Schrank mal durchstöbert auf der Suche nach weihnachtlichen CDs.
Und, wie so häufig, fällt einem dabei so manche musikalische Perle in die Hände, die man gar nicht mehr auf dem Zettel hatte.

Reinhörtipps:
"Someone you need" von Howard Jones
"Fields of Barley" von Eve Cassidy ("Songbird" ist auch klasse!)
"Both Sides now" von Joni Mitchell

Und ich stelle fest, dass das alles Songs in guter alter Songwriter-Manier sind, die bereits einige Jahre hinter sich haben und immer noch brandneu und aktuell klingen.

Und natürlich mein absoluter Lieblings-Weihnachtshit aus dem Film "Tatsächlich Liebe" (Love actually):
"All I want for Christmas" in der Interpretation der damals elfjährigen (!) Olivia Olson. Ich finde, sie singt es viel schöner als Mariah Carey.


Und wo wir schon bei den Lieblingshits sind, möchte ich noch ein paar meiner Lieblingsfilme für die Weihnachtszeit ansprechen:

"Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"

"Tatsächlich Liebe"

"Für immer und ewig"

"Weil es Dich gibt"

"Der Vater der Braut Teil I und II" Steve Martin ist einfach wunderbar, ich mag diesen Schauspieler sehr gern. Wobei in VDB mein absoluter Liebling der kapriziöse überkandidelte Hochzeitsplaner und Innenausstatter Franck Eggelhoffer ist.

"Stolz und Vorurteil" als BBC-Serie mit dem göttlichen Colin Firth als einzig wahrer Marc Darcy.

"Hilfe, es weihnachtet sehr!" (Weihnachten mit der Familie Griswold. Dieser Film ist nur erträglich, wenn ich ihn gemeinsam mit meinem jüngeren Bruder gucke und wir uns gemeinsam über die uralten Gags kaputtlachen können. Mit der richtigen Gesellschaft drumherum ist er ein Klassiker und ein Stück Kindheitserinnerung. Aus diesem Film stammt auch unsere Bezeichnung "der Baum ist nicht groß, nur etwas buschig" für unseren alljährlichen Christbaum.)

Außerdem wette ich jedes Jahr mit einem guten Kumpel, dass an Heiligabend ab 22 Uhr auf irgendeinem drittklassigen Privatsender ein klassischer besinnlicher Heiligabendfilm wie "Das Ding aus dem Sumpf" kommt.

Es ist erschreckend, aber alle Jahre wieder gräbt irgendein Programmdirektor solche schrecklichen Filme aus dem Archiv aus, wo nach Möglichkeit literweise Filmblut und abgerissene Köpfe durchs Bild fliegen und reichlich Geballer und Explosionen stattfinden.

Mein diesjähriger Tipp wäre diesbezüglich "Shaun of the Dead", "From Dusk till Dawn" oder aber  ein besinnlicher Kriegsfilm wie "Der längste Tag" oder "Apocalypse Now".

Und jetzt gucke ich einfach mal, was die tatsächlich senden werden:
RTL 22:00 Uhr: "Eraser", SAT1 22:00 Uhr: "Stirb langsam", und damit die abgerissenen Köpfe auch schön herumkullern können kommt auf Kabel1 "Highlander" (den haben sie zwar gerade erst Mitte November gezeigt aber egal...).
Ich glaube, ich habe gar nicht so schlecht geraten mit meiner Mutmaßung. Und ich habe wirklich nicht geschummelt!

Na denn mal frohe und besinnliche Weihnachten!
Und wenn sich jemand darüber beschweren möchte, dass ich so einen perwollgewaschenen romantischen Frauenfilm-Geschmack bei meinen Lieblings-DVDs pflege, der soll sich gern "Stirm langsam" angucken und damit glücklich werden...

Nachdenkliche Grüße
Postpanamamaxi

Sonntag, 12. Dezember 2010

Worldwide Candle Lighting...

...that their Light will always shine!

Heute ist der 2. Sonntag im Dezember und wir begehen den Worldwide Candle Lighting Day.
An diesem Tag gedenken wir der Kinder und Enkel, die nicht bei uns bleiben konnten, und jener Geschwister, die uns zu früh vom Tod entrissen wurden.

Die Idee stammt von den "Compassionale Friends", einer Vereinigung verwaister Eltern aus den USA.

Um 19 Uhr stellen Betroffene und Menschen, die sich ihnen solidarisch zeigen wollen, eine brennende Kerze ans Fenster.
So brennen den ganzen Tag über, von Zeitzone zu Zeitzone, rund um die Welt Kerzenlichter zum Gedenken und zur liebevollen Erinnerung.

Auch bei mir brennt heute eine Kerze am Fenster...für meine Himmlischen Vier, die nicht bleiben konnten, aber denen ich dankbar bin dafür, dass ich ihre Mutter sein darf.

Und die Kerze brennt auch für alle anderen Sternenkinder.

Dieser Moment der Stille und des Gedenkens und der Liebe gehört Euch allein.

Die Liebe ist das einzige Band, das der Tod nicht zerreißen kann!

Leise Grüße
Postpanamamaxi

Freitag, 10. Dezember 2010

Unser Garten...

...ist im Moment geradezu verzaubert schön.

All die Unzulänglichkeiten, die man im Herbst nicht mehr geschafft hat - ich bin kein großer Gärtner - sind zugedeckt unter einer pudrigen weißen Schneeschicht. Die Bäume sind überzogen mit Rauhreif und stehen märchenhaft still vor einem Himmel, der hier an der Küste nur im Winter so klar und leuchtend blau sein kann.

Wir waren den halben Tag lang draußen unterwegs, sind über den Weihnachtsmarkt gebummelt, haben Pakete zur Post gebracht und mit etwas Glück habe ich wohl den Wintermantel gefunden, den ich mir so sehr wünsche. Ich habe einen warmen Anorak, aber der ist sehr sportlich, und ab einem gewissen Alter braucht eine Frau einen Mantel, der neben Funktionalität auch einen gewissen Chic ausstrahlt.
Und mein alter Mantel ist 6 Jahre alt und das sieht man ihm trotz guter Pflege an.

Früher, als ich noch einer bezahlten Arbeit nachging, habe ich mir einfach einen Mantel gekauft, wenn ich einen brauchte und einen fand, der mir gefiel, passte und bezahlbar war. Finanzielle Unabhängigkeit durch ein eigenes Einkommen ist schon eine tolle Sache und nach 21 Jahren ist das Hausfrauendasein zumindest diesbezüglich eine Umstellung für mich. Ich leiste reichlich Arbeit, aber alles unbezahlt, und mir fehlt ein bisschen die Anerkennung, die aus einem Gehaltszettel hervorgeht.

Jetzt wünsche ich mir solche Dinge wie einen Wintermantel zu Weihnachten und fühle mich dabei wie ein 50er-Jahre-Frauchen...es ist schon fast erschreckend, wie sich die Wertigkeiten verschieben.

Früher konnte ich auch mal eben in einer Stunde drei Läden mit dem Auto ansteuern und sämtliche Einkäufe erledigen und nebenbei noch etwas zur Post bringen. Allerdings hatte ich früher durch den Job auch nur sehr wenig Zeit zur Verfügung, um solche Dinge zu erledigen. Die Taktung musste schon durch die knappe Zeit enger gesetzt werden.

Heute ist alles etwas umständlicher. Ich kann mir zwar meine Zeit freier einteilen als früher, aber das ist nur scheinbar der Fall. Die Taktung wird von den Kindern vorgegeben, weil die sich beide gerade im Trödel- und Entdeckungsalter befinden und ihre Zeit dafür brauchen.

Nehmen wir das Beispiel "Lebensmitteleinkauf und schnell mal zur Post":
Ich muss erstmal die beiden Jungs einfangen und in Winterkleidung stecken, Schuhe, Handschuhe, Schals und Mützen suchen und diskutieren, warum eine Sommermütze oder Gummistiefel nicht das Passende sind bei minus 5 Grad.

Dies ist der Augenblick, wo ich mich ernsthaft frage, warum ich so dumm war, meinem Kind das Sprechen beizubringen! Es ist ein prekärer Moment, wenn man feststellt, dass so ein knapp Vierjähriger durchaus schon logisch argumentieren kann, wenn ihm eine Sache wirklich ernst ist. Und die Schuh- und Mützenfrage ist ein durchaus ernstes Thema für ihn, was gründlich ausdiskutiert werden muss.
Darf man als Muttertier eigentlich mal "Halt doch mal den Mund, nur für 5 Minuten!" sagen?

Ist die Kleidungsfrage geklärt, muss ich etwas zu Trinken und etwas zu Essen einpacken, die Wickeltasche nehmen, das Kuscheltier für den Großen suchen, die Post bei der allgemeinen Aufbruchsstimmung nicht auf dem Tisch liegen lassen und aufpassen, dass ich mich bei unserer Haustür nicht versehentlich aussperre. Dann wird die Bande im Auto angeschnallt und ich renne nochmal ins Haus, um hoffentlich alles Vergessene einzusammeln und wegzuräumen.

Grundregel Nummer 1: Ich ziehe meine Jacke erst an, wenn ich selbst das Haus verlasse. Sonst wäre ich beim Verlassen des Hauses bereits schweißgebadet!

Grundregel Nummer 2: Irgendwas vergisst man immer.

Grundregel Nummer 3: Was früher binnen einer Stunde erledigt war, dauert heute mindestens drei Stunden und ist ungefähr genauso anstrengend wie ein Triathlon. Mindestens!

Grundregel Nummer 4: Egal, wie groß das Auto - ein uralter Kombi - auch sein mag: Mit einem Kinderwagen, zwei Windelkartons, zwei Getränkesixpacks und den übrigen Wocheneinkäufen wird jeder Einkauf zum logistischen Großakt.
Es wird generalstabsmäßig geplant, wo man zuerst einkauft, weil man da noch den Kinderwagen benötigt, und wo man zuletzt einkauft, um dann die Einkäufe auf, unter und im Kinderwagen zu verstauen, weil der Kofferraum doch immer wieder zu klein ist.

Grundregel Nummer 5: Beim Heimkommen hat man jedes Mal wieder dasselbe Problem, dass beide Kinder als erstes aussteigen wollen und dann sofort erwarten, dass Mutter etwas zu Essen/Trinken/frische Windeln/alles auf einmal macht.

Als erstes müssen die Würstchen ausgeladen werden, auch wenn die im 1. angesteuerten Laden gekauft wurden und entsprechend tief vergraben im Kofferraum liegen.

"Ich helfe dir, Mama. Ich bin schon ein großer Helfer!" verkündet der Dreijährige, um nachzuschieben "Wo sind denn nun die Würstchen? Such sie, Mama, ich will sie reinbringen (und auspacken, essen, den Rest stehen lassen)." - "Und der Rest, soll ich den allein reinbringen oder hilfst du mir dabei auch?" - "Nee Mama, den mach man allein, ich will Würstchen essen! Ich bin nämlich ein großer Helfer, weißt du das?" - "..."

Während die Kurzen also würstchenmampfenderweise vorm Kühlschrank kampieren und dabei noch ihre Anoraks und Stiefel tragen, räume ich den Kofferraum aus und packe die Einkäufe weg.

Ach ja, es ist nie langweilig.
Ich will mich auch nicht beklagen, denn trotz des fehlenden Einkommens ist mein Leben heute viel reicher als es jemals war.
Und auch wenn sich meine kleine Familienbande oftmals als Hemmschuh betätigt, so empfinde ich in meinem jetzigen Lebensalltag wesentlich mehr Freiheiten als früher. Freiheit im Kopf.

Leere Taschen, volles Herz, den Kopf voller kreativer Ideen, die früher keinen Raum zur Entfaltung bekamen - und die Augen voller Glück. Endlich.
Ich will es festhalten, so gut ich kann. Ich bin dankbar. So, wie es jetzt gekommen ist, soll es gut sein für mich.

Viele Grüße
Postpanamamaxi

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Hausbesetzerkatze

Diesen Stern aus gelbem A4-Transparentpapier (100g/qm) habe ich heute gefaltet und zusammengesetzt. Er hält ohne Klebstoff, einzig die Haltung für die Lampenfassung wurde mit ein paar Tropfen Klebstoff fixiert. Beleuchtet wird er mit einer 7W-Energiesparbirne.
Der Durchmesser beträgt rund 45cm.

Wenn die Kirchengemeinde ihn annehmen will, wird er hoffentlich noch diesen Advent in der frischrenovierten Kirche hängen, in der ich vor vielen Jahren konfirmiert wurde.


Und weil es nicht nur ums Sternefalten geht in meinem Leben, hier ein Foto von heute:
Unsere durchgeknallte dreifarbige Katze Sise hat sich in unser improvisiertes Futterhaus gesetzt, brütete auf dem Vogelfutter und wartete augenscheinlich auf den Futtervogel, der ihr aber nicht den Gefallen tat und sich weigerte, in ihr Maul zu fliegen.

Derweil saßen die Spatzen schimpfend im Haselbaum und meckerten ausgiebig über den ungebetenen Hausbesetzer.

Ich glaube, Sise war sauer, dass ich sie zeitweilig des Hauses verwiesen habe, nachdem ich sie auf meinem Küchenherd beim Stehlen erwischt hatte. Ich mag Katzen, aber sowas dulde ich nicht.


Viele Grüße
Postpanamamaxi

Dienstag, 7. Dezember 2010

Einfach nur Freude, aber davon reichlich!

Das Deko-Motto dieses Advents lautet: kindgerechte Vielfalt!

Obiges Foto zeigt eines meiner Küchenfenster, die ich dieses Jahr mit drei Bascettasternen in silbrig-weiß dekoriert habe. Natürlich wurden die Fenster passend dazu mit den Schneeflocken beklebt, die mein Dreijähriger so sehr liebt.

Er freut sich tatsächlich begeistert und hingebungsvoll über den Schnee und es kann ihm gar nicht zuviel davon vom Himmel fallen. Und wenn ich ihm von der Schneekatastrophe 1978 erzähle und ihm beschreibe, was ich damals als Kind erlebt habe, dann freut er sich wie ein Schneekönig darüber.

"Mama, räum nicht den ganzen Schnee von der Auffahrt, der Schlitten des Weihnachtsmanns kann doch sonst gar nicht fahren!" - "Krümel, der Schlitten vom Weihnachtsmann kann fliegen wie ein Hubschrauber, der braucht keinen Schnee zum Fahren."

Mit etwas Glück werden wir, wenn unser Nachbar Zeit und Lust hat, dieses Jahr einen Weihnachtsmann haben. Mit charmantem niederländischen Akzent. Unseren Jungs wird das nichts ausmachen, die sehen sowieso nur den Bart und den roten Mantel und staunen ehrfurchtsvoll.

Unser Nachbar und unsere Nachbarin sind wunderbare hilfsbereite und humorvolle Menschen. Und kinderlieb! Wenn er also Zeit hat und nicht auf irgendeinem Dampfer durch die Weltgeschichte schippert, dann wird er den Weihnachtsmannjob bestimmt für unsere Jungs machen.


Und dies ist das Ergebnis des heutigen Nikolaustages: Neben meinem Wichtelpäckchen gab es per Post auch noch einen Engel, der bei mir wohnen will und der mir eine wunderbare Geschichte erzählt hat.

Und dann flog hier noch eine Freundin ein mit zwei niedlichen Nikolaus-Stoffstiefeln für die Jungs, die ihr so am Herzen liegen. Und das Beste: Sie hatte einen Solar-Hubschauber aus Holz für den Großen dabei, der gleich mit Begeisterung aufgebaut wurde. Jetzt hat er endlich seinen eigenen Hubschrauber!

Außerdem haben wir Hexenhäuser gebaut und dekoriert.  
Eigentlich bin ich eine Bastel- und Backtante, aber mit den selbstgebackenen Pfefferkuchenhäusern habe ich immer Pech gehabt. Von dem Fertighaus, das man einfach nur noch zusammenstecken und kleben muss, bin ich positiv überrascht. Ich kann sie Familien mit kleinen Kindern im Haushalt unbedingt empfehlen. Man erspart sich den Stress mit dem Teiganrühren (und es ist ein sehr schwerer Teig, der Kraftaufwand fordert!), dem Ausrollen, Zuschneiden und Backen und kann sofort loslegen.

Die Miniaturmodelle mit Butterkeksen waren auch erstaunlich einfach zu handhaben.

Die Idee ist alt und nicht von uns, aber ich finde sie sehr schön und wollte sie Euch nicht vorenthalten, weil es eine wunderbare Möglichkeit darstellt, wie schon Dreijährige tolle selbstgebastelte Geschenke für die Großeltern und ihre Freunde machen können.

Und weil ich spüre, wie gut es einem Kind tut, wenn man sich einfach mal die Zeit nimmt, gemeinsam zu werkeln und in Kauf zu nehmen, dass man hinterher eben die Küche saubermachen muss. Der Spaß, den man zusammen hat, und die stolz leuchtenden Augen des Kindes sind unbezahlbar.

Alles Liebe
Postpanamamaxi


Montag, 6. Dezember 2010

Nikolauswichteln im Naturseifen-Forum - eine Rute für den Dreijährigen

Heute früh durfte ich endlich mein Wichtelpäckchen öffnen, das mich schon seit Tagen verlockte.
Und so sah es ausgepackt aus:
Ja, der Nikolaus war da. Beziehungsweise die Nicolelausin!

Ich habe mich sehr gefreut über den Stempel, die tolle Babassu-Stutenmilchseife sowie die Glasnuggets und die schöne Porzellanseifenschale.

Und ich weiß jetzt endlich, warum wir damals so eine superlange extrabreite Badezimmerablage im Bad gebaut haben: Damit ich meine Tauschseifen dort würdig präsentieren kann, bevor wir mit ihnen Duschen gehen. Ich habe Gottseidank einen Partner, der auf handgemachte Seifen fliegt und sie gern benutzt.

Lange herumraten musste ich nicht, wer hinter dem anonymen Paket steckte. Dazu waren der Stempel und die Babassuseife einfach zu typisch für die Absenderin. Und sie hat genau zugehört, als ich von ihrem Stempelneuerwerb schwärmte oder über Luxusseifen sinnierte. Gut gemacht, Volltreffer, dankeschön liebe Evangeline!

Mein Wichtelkind hat auch bereits Rückmeldung gegeben, das Päckchen ist also doch rechtzeitig bei ihr angekommen. Mir fällt ein Stein vom Herzen vor Erleichterung, denn es wäre mir sehr unangenehm gewesen, gleich beim ersten Wichteln durch ein nicht angekommenes Paket aufzufallen. Ich hoffe - glaube - es gefällt ihr und macht ihr Freude.

Meine beiden Jungs hatten heute auch etwas in ihren Stiefeln. Jeweils einen Schokonikolaus und ein Schokoherz, beim Dreijährigen steckte aber auch ein kleiner Stock daneben. Der Stock ist der Hinweis, dass der Nikolaus ein etwas besseres Benehmen von ihm erwartet.

Huh, Ihr hättet sein Gesicht sehen sollen, als er den Stock entdeckte!
"Upps, war ich doch etwas zu bockig in letzter Zeit?" (er war einige Male wahrhaft unausstehlich gewesen, eben typische Kleinkinderpubertät!)

Er hat gleich eine kleine Schippe gezogen und den Schlechtesgewissenblick aufgesetzt.
Und war sehr erleichtert, als er dann noch die Süßigkeiten entdeckte. "War wohl doch nicht ganz so schlimm!"

Ich habe mich still und leise darüber amüsiert. Nicht, dass jetzt der Gedanke aufkommt, hier werden Kinder mit dem Stock verhauen - aber die symbolische Bedeutung von Rute oder Stock hatten wir ihm schon erklärt. "Mama, der Nikolaus ist sauer auf mich, ich war nicht artig genug!"
Jepp, stimmt, junger Mann, und darum gabs den Stock als Mahnung.

Die Wunschzettel an den Weihnachtsmann sind aber trotz der kleinen Mahnung abgeholt worden und werden weitergeleitet.
Weihnachten kann also kommen.

Oh, er hat mir gerade ein Schokoherz aus seinem Nikolausstiefel geschenkt.
Das finde ich sehr lieb von ihm. Manchmal komme ich mir wirklich vor wie die Mutter von Michel aus Lönneberga, wenn sie abends seine Streiche in einem Schulheft niederschreibt und immer beharrlich dran festhält, dass ihr Michel trotzdem ein herzensguter lieber Junge sei. Mein Großer hier ist genauso.

Alles Liebe
und allen einen schönen Nikolaustag wünscht
Postpanamamaxi

Donnerstag, 2. Dezember 2010

40cm Neuschnee

Diese Überschrift ist an sich nicht besonders spektakulär, schließlich haben wir Dezember und seit gestern den meteorologischen Winteranfang hinter uns.

Trotzdem ist diese Schneehöhe schon etwas Besonderes, weil soviel Pulverschnee an der Nordseeküste mit dem feuchtwarmen Meeresklima eher die Ausnahme ist. Normalerweise fährt ganz Deutschland Schlitten und nur bei uns nieselt es immer noch grau und ungemütlich.

Jetzt ist der Winter also bei uns angekommen. Ich war 90 Minuten lang draußen und habe Schnee geschaufelt. Es schneite derweil heftig weiter. Mein Großer tollte ausgelassen durch den Schnee und genoss diese weiße Pracht.
Ich denke, es sind seit meiner ersten Runde Schneeschippen nochmal 5 cm dazugekommen, so dass ich gleich eine zweite Runde machen muss.

Und so sah es bei uns heute nachmittag aus: Dichtes Schneetreiben, aber bei Sperlings hat es sich blitzschnell herumgesprochen, dass ich die Futterhäuser nachbefüllt und freigefegt hatte.

Sobald die Straßen wieder befahrbar sind, hole ich neue Sonnenblumenkerne und Fettflocken und dann kommt da wieder eine bessere Mischung rein. Und dann kaufe ich auch ein schönes Futterhaus, das schneesicher ist.

So, ich geh mal die Schippe schwingen. Um 17 Uhr ist Biathlon, das will ich gucken.

Schneeige Grüße
Postpanamamaxi

PS: Ich habe einen derartigen Brummschädel, dass ich ganz stark vermute, dass wir noch weiteren Schnee bekommen werden.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Meisen speisen

Ich schon wieder. Hier ist im Moment allerhand los, scheint mir. Ob es wirklich berichtenswert ist, entscheidet Ihr.

Heute hatten wir wieder einmal regen Flugverkehr an unserem Futterplatz. Meine selbstgemachten Futterbälle und Meisenglocken scheinen der Renner zu sein, und zwar nicht nur bei den Meisen, die sie verspeisen.

Seit Sonntag haben wir jetzt auch immer wieder eine Buntspechtdame als Gast. Sie schnappt sich eine Nuss, springt dann am Haselbaum hinauf und hackt sie dann auf. Heute habe ich sie endlich mit der kleinen Digitalkamera erwischt und eine hinreichend gute Ausschnittsvergrößerung machen können. Eine digitale Spiegelreflexkamera wäre toll, aber leider unerschwinglicher Luxus.


Und hier seht Ihr mein Spätnachmittagsprojekt: Der neue selbstgenähte extralange und extrawarme Winterfußsack für meinen Einjährigen. Da die handelsüblichen Fußsäcke erstens sehr teuer und dann auch noch recht knapp in der Länge sind, habe ich einfach unser eigenes Modell entworfen und gefertigt. Gurtschlitze habe ich keine eingebaut, weil der ohnehin so weit nach oben um die Brust herum reicht, dass der Kleine nicht einfach aussteigen kann.

Der Fußsack hat jetzt eine stattliche Länge von rund 1,20m! Geschlossen wird er vorne mit einem Klettverschluss. Sollte das nicht ausreichen, kann ich immer noch einen Haken mit Öse annähen.
Das Obermaterial ist sehr dichtgewebter dunkelblauer Baumwollpopeline, das Futter dunkelblauer Polarfleece und als Zwischenlage habe ich 5cm dickes Volumenvlies genommen. Das hält in jedem Fall warm!
Die Nähzeit betrug übrigens 2 1/2 Stunden.


Und hier das Foto meines heutigen Werkes:
Und für den verbeulten "Schirm" fällt mir auch noch etwas ein. Die Einlage ist leider gebrochen. Ich glaube, ich werde einfach einen Korsettfederstange durch das gelbe Kantenband an der Vorderkante fädeln, das müsste genau die richtige Flexibilität und Steifheit aufweisen.

Liebe winterliche Grüße
Postpanamamaxi

Dienstag, 30. November 2010

Adventskalender für meine Jungs

Während ich die Kleinen mit dem neuen Filmfavoriten "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" vorm Fernseher geparkt hatte, habe ich die Gelegenheit genutzt und den Adventskalender im Kinderzimmer installiert.
Filmfavorit bedeutet, dass der Film jeden Tag dreimal laufen könnte, wenn es nach der Meinung meines Dreijährigen ginge. Zum Glück ist seine Meinung hier nicht die ausschlaggebende und mehr als einmal pro Tag gibts keinen Film - und wenn es einen Film gibt, dann gibts auch nur den und keine weiteren Kindersendungen. So versuchen wir, den Fernsehkonsum zu begrenzen und zu steuern.

Bestückt hatte ich die Söckchen schon gestern, wobei ich pro Tag nur eine kleine Süßigkeit (die gehört nun mal dazu!) und  ansonsten allen möglichen Krimskrams eingepackt habe:

Knuffige Kinderzahnbürsten, Socken mit Automotiven, handgestrickte warme Wollsocken für die Gummistiefel, Kinderheftpflaster, Schlüsselanhänger, Badebömbchen, Quietscheentchen, Legomännchen, Zauberhandtücher, Flummis, Bälle, Spielzeugautos und zig andere.

Ein lieber Dank geht an meine Mädels aus dem Seifensiederforum, die mir dabei geholfen haben, diese Vielfalt zusammenzubringen. Danke Euch allen, und wenn Ihr dies lest, dann wisst Ihr, dass Ihr gemeint seid.
Mittlerweile müssten meine Pakete auch bei Euch eintrudeln und ich hoffe, sie machen Euch Freude.

Hier das fertige Gemeinschaftswerk!
Ich freue mich jetzt schon auf die erstaunten Gesichter meiner Jungs beim Auspacken.

Auf dem Foto seht Ihr das Kinderzimmer meines Großen (der Kleine residiert noch im Elternschlafzimmer). Über der Wäscheleine mit den Socken ist seine Fotosammlung, wo wir Fotos von besonderen Ereignissen aufhängen, beispielsweise von dem Morgen, wo wir den Kleinen "aus dem Krankenhaus abgeholt haben". Von diesem Ereignis erzählt mein Großer immer noch gern, dabei war er erst 2 1/2, als es passiert ist. Dort hängen aber auch Fotos, die an herrliche Ausflüge oder grandiose Quatschaktionen wie die Wasserpistolenschlacht letzten Sommer erinnern.

Dass wir begeisterte Reenactors sind, sieht man an den selbstgemalten Wandbildern...der Ritter hat übrigens unser gespiegeltes Familienwappen auf dem Schild und die Ritterburg ist eine Lampe! Der Einschaltmechanismus ist sehr raffiniert: Zieht man an der einen Schnur, geht die Lame an und über dem Schloss erscheint ein Gespenst. Zieht man an der anderen Schnur, geht die Lampe aus und über dem Schloss erscheint eine Wolke.
Ich hoffe nur, dass mein Großer nicht in zwei Jahren auf die Idee kommt, Ritter, Wikinger und Mittelalter doof zu finden und stattdessen auf Piraten abzufahren!

Ansonsten habe ich heute schon wieder einen Bascetta-Stern zusammengebaut, ich soll gleich auf Kaffeebesuch zu einer Freundin fahren. Und eine Gewandung für einen Hirten ist mir auch noch gestern "aus der Nähmaschine gepurzelt", diese Sachen wollen auch noch abgeliefert werden.

So, wir müssen los! Zum Glück liegt hier an der Westküste kaum nennenswert Schnee, so ist das Fahren kein Problem. Hauptsache, mein Auto springt an und die Bremsen sind nicht wieder festgerostet, so wie im letzten Jahr: Da war ich eine Woche lang zuhause "gefangen", selbst Aktion Hammer mit Losklopfen hat nichts mehr gebracht.

Viele Grüße
Postpanamamaxi

Sonntag, 28. November 2010

Schnee und Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Mein Großer taucht ein in die Märchenzeit. Und ich darf ihn begleiten auf dieser Reise, ihn mit meinen Worten und meinem Schatz an Erinnerungen verzaubern und entführen.

Rotkäppchen in der Mama-Variante kennt er bereits. Und wer mich kennt, wird feststellen, dass Rotkäppchen auch viel von Postpanamamaxi hat.

Die Mama-Variante beinhaltet, dass Rotkäppchen ein modernes Mädchen ist, das nicht auf ihre Mutter und deren Ratschläge hört und daraufhin in Großmutters Schlafzimmer vom Wolf gefressen werden soll - und dann doch noch rechtzeitig misstrauisch wird und dem Wolf geistesgegenwärtig den schweren Einkaufskorb auf die Nase haut.

Und als der Wolf dann wieder aufsteht und Rotkäppchen im zweiten Versuch verspeisen will, fliegt die Tür auf, die Mutter kommt rein und haut dem Wolf mit Großmutters Bratpfanne auf den Kopf, dass der bewusstlos umkippt.

Die Großmutter wird daraufhin befreit, und als Rache bekommt der Wolf nicht wie im alten Märchen eine Ladung Steine in den Bauch gepackt und den Tod durch Ertrinken im Brunnen, sondern er bekommt ganz viele Zwiebeln in den Bauch gelegt, die für fürchterliche Blähungen und Bauchkrämpfe sorgen und deren Gestank alle Tiere des Waldes schon auf weite Entfernung vor ihm warnen. Am Ende beschließt der Wolf, dass er nie wieder Großmütter fressen will, weil die schwer im Magen liegen und dass Rotkäppchen nur Kopfweh verursachen, aber nicht schmackhaft sind!

Aber heute saßen wir gemütlich zusammen auf dem Sofa, kuschelten und guckten uns einen anderen Klassiker meiner Kindheit an: "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", die wohl einprägsamste Verfilmung dieses Märchens.

Wobei ich auch gern "Auf immer und ewig" gucke, die amerikanische Adaption dieses Filmes. Aber diese ist dann doch schon wegen der allgegenwärtigen philosophischen Anspielungen eher für größere Kinder und Erwachsene geeignet, während die alte DEFA-Produktion kindgerechter ist. Anjelica Huston ist allerdings die perfekte "böse Stiefmutter" für mich, niemand spielt ihre Rolle dermaßen gut und gleichzeitig mit dem Mut zur Selbstironie.

Und die DEFA-Version ist gesamtdeutsche Kindheitserinnerung, genau wie Pan Tau, Luzie und der kleine Maulwurf.
Man kann sich über alle möglichen großen und kleinen Unterschiede streiten, auch 21 Jahre nach der Wende - aber bei diesem Film bekommt jeder das Glitzern in den Augen und ein Lächeln im Mundwinkel, egal ob aus Ost oder West stammend.

Viele adventliche Grüße

Postpanamamaxi

Freitag, 26. November 2010

Wichteleien, Tauschsachen und Überraschungen

Heute bin ich dem Verpackungswahn erlegen: Ich habe 4 Pakete sowie 4 Briefe gepackt, adressiert und versandfertig gemacht.
Übrigens, liebes Naturseife.com-Wichtelkind: Deines ist der zweitunterste Umschlag! Vielleicht kommst Du so auf die Absenderin Deines Wichtelpäckchens. Es hat mir viel Spaß gemacht, eine schöne Überraschung für Dich auszuhecken.

Mein Wichtelpaket ist auch bereits seit Tagen eingetroffen und wartet gut weggepackt im Schrank auf den Nikolaustag, wo ich es auspacken darf.

Ansonsten habe ich heute drei Hosen geflickt und aufgepeppt, Pizza gebacken, Seifen etikettiert und verpackt, Geschenke eingepackt, Karten geschrieben, PÖs abgefüllt und mit der Katze um den Platz vorm Kaminofen gestritten.

Außerdem habe ich heute ein paar wunderschöne Blaumeisen an unseren Futterstellen beobachtet und bedauert, keine digitale Spiegelreflexkamera zu besitzen, um diese hübschen Akrobaten mit der niedlichen Farbzeichnung für den Blog fotografieren zu können. Offenbar spricht sich unsere Futterstelle herum, denn heute kamen auch zwei Wildtauben zum Essen vorbei. So an die 20 Vögel tummelten sich von morgens bis abends an den Futterplätzen im Garten und sorgten für reichlich Trubel und Begeisterung bei meinen Kindern.

Viele Grüße
Postpanamamaxi

Donnerstag, 25. November 2010

Hola! Und wäscht und wäscht und wäscht...

Hallo!
Nein, dies ist kein Foto eines Parkplatzes vor einem mexikanischen Autowerk (auch wenn die bereits weit über eine Million Exemplare dieses Modells gebaut haben).

Dies ist das Wichtelgeschenk meines Partners für seine Kollegen zum Nikolaustag.
Gegossen in Schokoladenformen aus Kunststoff, was das Ausformen leider zur Nervenprobe macht.
Aber das Ergebnis ist doch sehenswert geworden. Und wäscht und wäscht und wäscht...

Beduftet sind die Seifen mit Basilikum-Limette, Waterlily, ÄÖ Orange, Mandelbisquit, Grapefruit und Captivate.
Ich besitze 3 Formen à 6 Mulden und immer, wenn ich beim Seifensieden Reste vom Seifenleim hatte, habe ich wieder ein paar "Autos gebaut".
Dass es insgesamt stolze 45 Stück wurden, habe ich auch erst heute gemerkt, als ich die Stücke aus den unterschiedlichen Chargen zusammensuchte. Na, das wird hoffentlich ein netter Nikolaustag für meinen Partner und seine Kollegen!
Und heute haben meine Mutter und ich Adventsgestecke gemacht. 
Dieses hier ist für die Mutter meines Partners. 

Da sie schon etwas älter ist, bekommt das Thema Brandschutz noch größere Bedeutung als ohnehin: Die Kerze befindet sich in einem schön geschwungenen Trinkglas, das so zu völlig neuen Ehren kommt. Damit das Glas beim Herabbrennen der Kerze nicht springt, habe ich rund 2 Esslöffel trockenen Milchreis als Unterlage hineingefüllt. 
Es passt gut zum Thema "Schnee", das mir für dieses Gesteck vorschwebte. Mattsilberne Glaskugeln, bedruckt mit weißen Schneeflocken und ein weißes Organzaband mit zartem Silberdruck verleihen dem Gesteck zarten und zurückhaltenden Glanz. Insgesamt stelle ich fest, dass ich dieses Jahr eher auf mattschimmernde statt hochglänzende Effekte gesetzt habe.
Milchreis ist bei genauerer Betrachtung übrigens viel hübscher als normaler Reis, weil er seidig schimmert. Diesen Tipp verdanke ich G., die auch schon die tollen Silikoneiswürfelformen für mich auf dem Flohmarkt erjagt hat. Einen lieben Dank dafür!
 

Bitte denkt in den kommenden Wochen mit Kerzenlicht und leckerem Fondue an Brandschutz für Euch und Eure Lieben. So ein brennender Adventskranz, Weihnachtsbaum oder Fonduetopf ist keine Lappalie, sondern lebensgefährlich. Und denkt bitte dran, dass ein Löschversuch mit Wasser bei einem Fettbrand zur Explosion führt, die tödlich wirken kann. Unsere Feuerwehrleute und Rettungsdienstler sollen auch einen ruhigen Advent erleben dürfen!

Ich wünsche Euch allen eine schöne Zeit!

Postpanamamaxi

Sonntag, 21. November 2010

Kind mit Ziegenpeter / Mein Auto ist "feucht untenrum"

Die Überschrift fasst meinen Tagesverlauf in einer Zeile zusammen.

Heute morgen erwachte ich nach einer langen anstrengenden Nacht, in der ich meinen quengelnden Einjährigen immer wieder trösten musste. Das Wort "Morgengrauen" bekommt vor so einem Hintergrund und mit Schlafmangel einen völlig neuen Wert.

Der Kleine war schon zwei Tage lang recht bleich um die Nasenspitze gewesen, hatte weniger Hunger als sonst und war allgemein etwas schlapp und besonders liebebedürftig gewesen. Nachts hat er schlecht geschlafen, was ich auf die noch ausstehenden Backenzähne schob.

Gestern waren die Lymphknoten etwas angeschwollen und ich vermutete, dass er wohl irgendeinen Infekt ausbrütete.
Heute früh waren aus den leicht geschwollenen Lymphknoten am Hals dann nett geschwollene Ohrspeicheldrüsen geworden. Beiderseits. Mein Zwerg hat offenbar Ziegenpeter/Mumps.
Außerdem hatte er ganz leicht erhöhte Temperatur und leichten Ausschlag im Gesicht und am Körper, jedoch nicht an Armen und Beinen.

Weil sein Allgemeinbefinden sichtlich nur leicht beeinträchtigt ist, werden wir morgen zum Arzt gehen und uns meinen Verdacht bestätigen lassen.
Wir sind leider mit dem Impfplan in Verzug geraten, weil der Kleine im letzten halben Jahr ständig mit irgendwelchen Infekten oder mit Zahnungsfieber kämpfte. Und der Kleine hat nach einer Impfung schon durchaus mal zwei Nächte und einen Tag lang Beschwerden und ist entsprechend anstrengend.
Wenn man als Mutter überwiegend alleinerziehend ist, überlegt man sich das genau, ob man sich mit eigener angeschlagener Konstitution auch noch antut, sein Kind ausgerechnet dann impfen zu lassen.

Trotzdem mache ich mir jetzt Vorwürfe. Hätte ich das konsequenter durchgezogen - auch wenn es mehr Stress für mich bedeutet hätte - hätte ich dem Kleinen das jetzt ersparen können. Ändern kann ich es jetzt nicht mehr.

Die gute Nachricht: Der Kleine ist trotzdem erstaunlich gut drauf. Und die gefährliche Hodenentzündung als Mumps-Komplikation tritt bei so kleinen Kindern nur sehr selten auf. Die "Familienerbstücke" meines Kleinen sehen auch ganz normal und gesund aus, da ist nicht von einer Entzündung zu erkennen.
Ab Pubertät kann so eine Entzündung nämlich die spermienbildenden Zellen in den Hoden angreifen und dafür sorgen, dass ein junger Mann zeugungsunfähig wird. Von wegen "Kinderkrankheit"!
Mit etwas Glück werden wir diese Infektion also mit etwas fiebersenkenden Schmerzmitteln wie Ibuprofen gut überstehen - er als Kranker und ich als Pflegerin.

Nachdem wir dieses Problem geklärt hatten, tauchte ein weiteres auf:
Mein 96 Passat Kombi hatte schon letzten Winter ständig von innen befrorene Scheiben. Sehr lästig, wenn man außen alles freigefegt und abgekratzt hat und dann innen dasselbe Theater nochmal losgeht, derweil im Haus die Kinder ohne Aufsicht sind. Alternativ könnte man sie auch noch im eiskalten Auto anschnallen, was ich genauso reizlos finde.

Meine Reklamationen bei meinem autoschraubenden Partner wurden bislang mit "zuviel Schnee an den Schuhen reingeschleppt", "der Dreijährige hat hinten wohl Saft ausgekippt" oder "mach die Heizung an und das Schiebedach auf" abgebügelt. Ich hasse es übrigens, wenn die Heizung im Auto auf Volllast läuft und mir ins Gesicht pustet, ich bekomme dann quasi sofort trockene Augen und Sehprobleme.

Im Sommerhalbjahr war das Problem weniger präsent, wenngleich ich mein Auto immer als etwas muffig wahrgenommen habe.

Jetzt ist November, ich fahre den Wagen ein- oder zweimal in der Woche zum Einkaufen (üblicherweise dann, wenn es nicht gerade schüttet wie aus Eimern) und wieder ist die Kiste dermaßen feucht und modrig, dass ich mich nicht mehr darin wohlfühle.

Also was macht die Frau? Besorgt sich so ein Raumentfeuchtungs-Set mit Granulat und Plastikbox, um das Nässeproblem anzugehen und sich nicht mehr anhören zu müssen, dass man doch etwas empfindlich sei.

Heute hat mein Partner also diese Box im Auto aufstellen sollen...und nach 15 Minuten stand er völlig fassungslos vor mir, ein komplett durchnässtes Stück Schaumstoff aus dem Fußraum des Beifahrersitzes in der Hand. Es triefte förmlich, schon ohne dass er es ausgewrungen hatte.

Fazit: Das Wasser steht in meinem Auto, aber nur in der rechten Hälfte vor und hinter dem Beifahrersitz. Der Teppich auf der rechten Hälfte ist tropfnass - der Rest des Wagens ist klamm.
Außerdem war mir aufgefallen, dass nach besonders kalten Nächten Kondenswasser rund um das Zündschloss in dicken Tropfen niedergeschlagen war.

Hoffen wir jetzt also aufs nächste Wochenende, dann wird mein Partner den Wagen auseinandernehmen und untersuchen. Der Verdachtskandidat Radkasten wird es wohl weniger sein, den hatte er heute schon inspiziert. Er tippt auf den Ablauf vom Schiebedach...aber wir müssen erstmal rausfinden, wo und wie der beim Passat verlegt wurde. Leider wird alle Nase lang auch innerhalb eines Modelljahres irgendwas an den Autos verändert, so dass man immer nur Anhaltspunkte rausfinden kann - die Realität sieht man erst, wenn die Verkleidung abgenommen wurde und alles auseinandergebaut wurde.

Hoffentlich ist es nächstes Wochenende trocken und nicht so eiskalt, dass das Schrauben keine Folter wird.

Übrigens muss ich ein dickes Dankeschön an meinen Lieblingsschrauber und meinen Großen aussprechen: Neulich hat mir so ein blindes Huhn im Dunkeln und im Regen die Kurve geschnitten, aber dermaßen dreist, dass ich ihr mit weniger gut gepflegten Bremsen die A- und B-Säule weggemäht hätte. Kenner wissen, dass sich dazwischen die Fahrertür befindet. Die hätte ich auch noch frontal erwischt und werweißwieweit eingedrückt. Sie stand praktisch quer vorm Kühler meines Passats. Hätte ich sie erwischt, hätte ich mir jetzt Gedanken um ein neues Auto machen müssen - und sie im Krankenhaus besucht.
Bin ich froh, dass mein Partner sämtliche Bremsen in den vergangenen Monaten gerade rundum gewartet und erneuert hat.

Liebe ist, wenn der Partner die Bremsen repariert, wenn sie nur noch 99% Leistung haben, und sich dafür auch bei Frost im Carport unters Auto legt.
Die meisten Männer, die ich kenne, antworten ihren Frauen in so einer Situation mit "fahr nicht soviel, die Bremsen sind nicht mehr gut - ich mach dir die Bremsen, wenn es wärmer ist".
Umso schöner, wenn man mit so einem seltenen Prachtkerl gesegnet ist. Heile Bremsen sind mir viel wertvoller als rote Rosen.

Und bis dahin wird mein Auto eben liebevoll als "schnellstes Schwimmbad Deutschlands" tituliert.

Ein Auto mit dem Beinamen "Badewanne" gibt es nämlich bereits: Den Ford P3 "Badewanne", der in den frühen Sechzigern des 20. Jh. gebaut wurde. Jaja, sowas kommt raus, wenn Frauchen GöGas Autozeitschriften aufmerksam liest und mit ihm Automagazine guckt.

Feucht-fröhliche Grüße
Postpanamamaxi

Samstag, 20. November 2010

mein Drucker und ich

Rumpelstilzchen ist ein Phlegmatiker im Vergleich mit mir, wenn ich etwas über unseren Multifunktionsdrucker ausdrucken soll.

So wie gestern: Ich hatte die Etiketten für meine Weihnachtsseifen geschrieben (zumindest für jene, zu denen ich die Datenblätter besitze) und war ganz stolz auf mich, dass ich als Hobbysiederin sämtliche Allergene berechnet und aufgelistet hatte.

Nach meiner heftigen Allergie auf das PÖ Mandelbisquit bzw. auf das darin enthaltene Zimtaldehyd bin ich sehr vorsichtig geworden und gebe lieber zuviel Infos auf meinen Etiketten als zuwenig.

Und dann machte der Drucker mal wieder Murks. Es ist halt ein Multifunktionsgerät, es produziert also sowohl Chaos als auch Verwüstung.

Bis ich dann herausgefunden hatte, woran es lag, hatte ich diverse Bögen Etiketten ruiniert. Natürlich war ich vorher so schlau gewesen, den Probedruck auf einem normalen Blatt zu machen und dann die Anordnung der Textblöcke mit dem Raster der Etiketten zu vergleichen. Sah auch alles gut aus. Aber sobald der Drucker Etikettenbögen verarbeiten sollte, ging der Frust wieder los.

Nach 2 Stunden Herumärgern hatte ich dann Etiketten für eine Handvoll Seifen fertiggestellt...es ist furchtbar. Ich siede mal so locker 11,5kg Seife an einem Tag in zwei Durchgängen und mit Einzelchargen von ca. 1-1,5kg, ohne müde oder überdrüssig zu werden. Auch das Verwalten meiner Siedeprotokolle und Nachweise für die Rohstoffchargen ist kein großes Problem, genauso wenig wie das Schreiben der Etiketten und das Auflisten der zur Angabe verpflichteten Allergene.

Nur sobald ich drucken muss, geht der Frust los und ich hopse herum wie Rumpelstilzchen.

Am besten fand ich den Hinweis im Hilfetext, bei Problemen mit dem Druck doch am besten den Systemadministrator oder den firmeneigenen IT-Support zu kontaktieren. Das ist sicherlich ein guter Rat, aber was macht man, wenn man als Privatnutzer vor dem Problem steht und weder über das eine noch das andere verfügt?

Heute war ich wieder fleißig, ich habe Gummidichtungen in unsere Holzfenster geklebt und bin erstaunt, was das an Auswirkungen zeigt. Und dabei ist es draußen nicht besonders kalt oder windig. Den Winter haben wir schließlich noch vor uns.

Heute nachmittag waren mein Partner und unser Großer außerhäusig. Die Kinderschaufel ist kaputt und musste geschweißt werden und das notwendige Werkzeug stand in Schwiegermuttis Garage. Also nutzte ich die kinderlose Zeit (der Kleine hielt gerade sein Mittagsschläfchen) zum Keksebacken.

Es gab Mürbeteigsterne mit Marzipanfüllung und englischer Orangenmarmelade (das Bittere passt erstaunlich harmonisch zum Süßen und gibt einen reizvollen Kontrapunkt), Mandel-Cranberry-Schokobrocken sowie die obligatorischen Vollmilch-Cornflakes-Brocken und dann als neue Rezeptvariante Mürbeteigherzen mit Amarenakirschen. Die sind leider nicht so gut gelungen, die Kirschen fallen wieder runter. Schmeckt aber trotzdem gut.

Und diese netten Eiswürfelformen hat mir eine liebe Bekannte vom Flohmarkt mitgebracht. Ich glaube, da hofft jemand auf lustige Badebomben. Eiswürfel in Möhrchenform hat nun wahrlich nicht jeder zu bieten!


Viele Grüße
Postpanamamaxi

Donnerstag, 18. November 2010

Kreatives Chaos, die Fortsetzung

Und so geht es weiter mit den adventlichen Vorbereitungen in meiner Familie:

Morgens haben meine Jungs und ich fleißig Weihnachtslieder geübt. In der Badewanne. Zu dritt, wohlgemerkt! Was bringt eine gute Mama ihrem Dreijährigen bei?

"Jingle Bells" und "Advent, Advent, ein Lichtlein brennt".
Beim Gedicht lernt er auch die Zusatzstrophe, in der das fünfte Lichtlein brennt und man Weihnachten verpennt. Denn wir lernen nicht für den Weihnachtsmann, sondern fürs Leben.

Zu unserer Ehrenrettung muss ich dazu sagen, dass ich ihm auch noch diverse andere Weihnachtslieder vorgesungen und ein paar längere Gedichte vorgetragen habe.

"Es treibt der Wind im Winterwalde" von Rainer Maria Rilke gehörte genauso dazu wie "Weihnachten" von Joseph von Eichendorf (jeder kennt wohl das altbekannte "Markt und Straßen stehn verlassen...").
Und sogar "Knecht Ruprecht" von Theodor Storm habe ich noch hinbekommen.

Wobei der Verdienst meiner lyrischen Bildung nicht meinem allgemeinbildenden Gymnasium zukommt, sondern größtenteils meiner Mutter zu verdanken ist, die mir früher Balladen statt Gutenachtgeschichten vorgetragen hatte. Danke, Mama!

Gestern hatten mein Dreijähriger und ich Kekse ausgestochen und gebacken, heute habe ich das Mittagsschläfchen unseres Kleinen dafür genutzt, gemeinsam mit dem großen Bruder die Kekse zu verzieren.

Bunte Speisefarbe ist etwas Wunderbares, und es hat mir große Freude gemacht, zu beobachten, wie mein Dreijähriger die Kekse sorgfältig mit Zuckerguss bestrich und dann mit Zuckerperlen bestreute.
Die Zungenspitze klemmte, wie immer, wenn er hochkonzentriert ist, zwischen den Zähnen. Schon mal rosa und himmelblaue Elche gesehen? Hier ist die Gelegenheit!

Und dies ist das Werk meines stolzen Dreijährigen (ich bin auch stolz auf meinen kleinen Kleckerbäcker!):


Seine Freude über sein Werk war so ansteckend...dass meine Küche jetzt auch mit rosa und himmelblauem Zuckerguss überzogen ist und Liebesperlen unter meinen Schuhen knirschten, das hat seine begeisterte Freude mehr als nur aufgewogen. Und nachdem ich heute mittag eine ganze Schüssel Kartoffelsalat direkt vor die Küchenzeile geworfen hatte, war der Fußboden ohnehin ein Pflegefall.

Und schön fand ich auch unsere kleine besinnliche Kuschelrunde, wo mein Großer bei mir auf dem Schoß saß und ich ihm die Geschichte "Pelle zieht aus" von Astrid Lindgren frei aus dem Gedächtnis nacherzählte. Eigentlich schrie das Geschirr danach, in die Spülmaschine geräumt zu werden, aber angesichts dieser wundervollen Geschichte um ein Missverständnis, Streit und Versöhnung konnte der Haushalt ein paar Minuten warten.

Gerade weil der Große so oft hinter dem Kleinen zurückstecken muss, was meine Zuwendung betrifft, sind diese Momente ungeteilter Zweisamkeit zwischen meinem Großen und mir so unendlich wichtig. Und so ist uns auch unsere abendliche Vorlesestunde heilig...wobei ich immer wieder feststelle, dass es ihm genausoviel Freude macht, wenn ich ihm frei erzähle. Ob dann ein Märchen das Thema ist, meine Kindheitserlebnisse oder ein Bericht über die Schneekatastrophe, ist ihm egal. Hauptsache, er hat die Mama ungeteilt für sich, wir kuscheln und ich erzähle ihm etwas Interessantes.

Dumm ist nur, dass mein großer Kleckerbäcker sich dann nach dem Backen und Geschichtenerzählen am Nachmittag still und leise mindestens 8 dieser zuckerlastigen Plätzchen zu Gemüte geführt hat und daraufhin abends einen verrenkten Magen und einen aufgewühlten Darm hatte.
Ich hoffe, dass es ihm nach seiner Spontanentleerung mitten auf den Wohnzimmerfußboden besser geht, er sich gesund schläft und dass er morgen wieder wohlauf ist. Als ich vorhin im Kinderzimmer nach ihm sah, lag er jedenfalls zufrieden schlummernd im Bett und wirkte recht gesund und entspannt.

Und hier kommt Teil II des heutigen kreativen Tagesprogramms: Ein Adventskalender, den es nirgendwo zu kaufen gibt und der von Herzen kommt. Ich hoffe, mein Patenkind wird genauso begeistert sein wie ich es bin.


Nachdem ich Freitag das Sterntaler-Motiv mit Stoffmalfarben aufgemalt hatte, habe ich heute den Stoff gebügelt und gesäumt. Anschließend habe ich die Zahlen aufgemalt.
Oben befindet sich ein Tunnel, durch den eine dünne Holzstange gezogen wird, um den Wandbehang zu befestigen. Unter die jeweiligen Zahlen wird noch ein kleiner goldfarbener Ring angenäht, an dem man dann kleine Geschenkbeutel bzw. Päckchen befestigen kann.

Dieser Adventskalender lässt durch seine zurückhaltende und zeitlose Gestaltung viel Spielraum, um jedes Jahr etwas Neues zu machen und meinem Patenkind viele Jahre große Freude zu bereiten.


So, nun ruft das Bett...und morgen muss ich wirklich mal im Dachgeschoss aufräumen. Also bitte NICHT anrufen, ich geh nicht ans Telefon. Sonst habe ich wieder, wie heute das Gefühl, den ganzen Tag nichts geschafft zu haben.

Viele Grüße
Postpanamamaxi

Dienstag, 16. November 2010

Nähen, Seifensieden, Chaos verbreiten...



Heute war Kreativtag!
Teil 1 an der Nähmaschine:
Zuerst habe ich für die Tochter meiner Freundin einen lustigen Kapuzenpulli und ein Kapuzenkleid genäht. Dazu habe ich Baumwollfleece sowie einen bedruckten Baumwollstoff verwendet. Appliziert habe ich die Herzen übrigens mit einem Multicolorgarn. Nach zwei Stunden war ich mit den beiden Teilen fertig, und morgen macht die Kleine Anprobe!
Ich bin gespannt, was Mutter und Tochter dazu sagen werden.

Mein Großer hat sich angesichts der tollen Mädchenpullis jetzt einen mit einem Hubschrauber drauf gewünscht. Also gehe ich auf die Jagd nach einem Stoff mit Hubschraubern bzw. passenden Applikationen. Was macht man nicht alles für seine Kinder...aber ich mache es nicht uneigennützig. Ich will seine Augen vor Begeisterung funkeln sehen, wenn er seinen Traumpulli das erste Mal anzieht und sich stolz vorm Spiegel dreht.

Kreativtag Teil 2 war dann heute Nachmittag.
 - Himbeertraum, getrichtert im Milchkarton in pink-orange
- Blutorange, getrichtert im 70mm HT-Rohr, orange-pink
- Basilikum-Limette, krautig-grün-frischer Duft, getrichtert im 70mm HT-Rohr, dreifarbig in maigrün-grünblau-lumigreen
- Toskanischer Morgen, ein eher krautig-grüner Duft, getrichtert im 70mm HT-Rohr, zweifarbig maigrün-grünblau

Kreative Grüße
Postpanamamaxi

Sonntag, 14. November 2010

Bäume pflanzen, Hoffnung pflanzen...

Heute habe ich einen Baum gepflanzt. Virtuell. Wie das funktioniert?
Einfach auf das grüne Banner links in der Navigationsleiste klicken.
Ich finde diese Idee klasse.

Umweltbewusst leben bedeutet für mich, dass mein Laptop mit Ökostrom läuft - wie alle anderen Elektrogeräte in meinem Haus. Übrigens ist unser Ökostrom tatsächlich günstiger als der vorherige Anbieter, der seinen Strom auch aus Atomkraft und Kohle bezog. Und nein, wir haben keinen Vorauskassetarif bei dem Anbieter, der gerade in die Schlagzeilen geriet.
 
Wenn wir Elektrogeräte neu anschaffen, achten wir auf energiesparende Technik.
Und wir haben 8,4qm Kollektorfläche Solarthermie auf dem Dach, die unsere Brauchwassererwärmung und unsere Heizung unterstützen.
Das sind natürlich alles Sachen, die nur mit entsprechenden Investitionen zu bewältigen sind.

Aber es geht noch billiger:
Energiesparen fängt schon damit an, dass man Geräte nicht tagelang auf Standby laufen lässt oder dass man sich angewöhnt, das Ladegerät vom Handy aus der Steckdose zu ziehen, sobald man das Handy nicht mehr lädt. Denn viele Ladegeräte und Trafos verbrauchen Strom, ob sie nun gerade arbeiten oder nicht. Oder man gewöhnt sich endlich an, den Deckel auf den Topf zu legen, wenn man kocht.
Oftmals sind es die Kleinigkeiten, die schon Großes bewirken können.

PS: Ich habe auch die Energieeinstellungen meines Laptops überarbeitet. So geht er nicht erst nach 15 Minuten in den Energiesparmodus, sondern schon nach 5 Minuten ohne Aktion. Und ich empfinde das nicht als Komforteinbuße!

Liebe Grüße
Postpanamamaxi

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres: Volks-Trauer-Tag

Es ist wieder soweit, der vorletzte Sonntag des Kirchenjahres (so die evangelische Bezeichnung) oder der 33. Sonntag im Jahreskreis (katholische Bezeichnung) ist erreicht: der Volkstrauertag.

Ich bin im Grunde wohl kein politischer Mensch, ich trage kein Parteibuch in meiner Tasche - weil ich mir ohne Parteizugehörigkeit meine Meinungsfreiheit leichter erhalten kann und weil ich fürchte, dass ich kein keine Partei wirklich hineinpasse mit meiner Eckigkeit und Wahrschreiberei.

Und trotzdem - oder gerade deswegen erlaube ich mir hier und heute, mal meine eigenen Gedanken zum Volkstrauertag in meiner gewohnt vielschichtigen Wahrnehmungsweise zu äußern.

Um es festzuhalten: Während die Politiker alljährlich dunkel gekleidet zu dieser Pflichtveranstaltung erscheinen, um Reden zu halten, Betroffenheit zu demonstrieren und Kränze mit gemessenem Ernst niederzulegen, findet dieser Feiertag in der allgemeinen Bevölkerung immer weniger Aufmerksamkeit. Die Pastorinnen und Pastoren stehen immer häufiger vor fast leeren Kirchenbänken.

Diejenigen, die noch einen direkten Bezug zu diesem 1952 wiedereingeführten Feiertag empfinden, sterben aus: Kamen früher noch die Eltern und Geschwister der Gefallenen und Opfer des zweiten Weltkrieges sowie die Veteranen zu den Gedenkfeiern, so finden sich heute bestenfalls noch die Waisen dieses Krieges als Direktbetroffene an den Denkmälern ein.
Die nachwachsenden Generationen sind - glücklicherweise - in Friedenszeiten herangewachsen, zumindest was die Kinder der BRD und DDR betrifft. Und darum finden sich auch sowenige jüngere Leute zu diesem Feiertag ein.

Dabei unterliegen wir als Bevölkerung einer Fehlannahme. Der Volkstrauertag bezieht sich NICHT nur auf die militärischen und zivilen Opfer der beiden Weltkriege (dann könnte man ihm wirklich demnächst wegen Verlust der Relevanz einstellen), sondern auf ALLE militärischen und zivilen Opfer SÄMTLICHER Konflikte in der Vergangenheit und Gegenwart. Und damit sind wir nicht mehr die bezugslose Generation der Nachkriegskinder, sondern genauso direkt betroffen wie jene Handvoll alter Leute in den Kirchenbänken.

Um diese Problematik zu verdeutlichen, müssen wir uns folgendes fragen: Was ist Frieden überhaupt?
Leben wir momentan in Frieden, nur weil wir uns nicht nachts im Keller vor Bomben verstecken müssen? Leben wir im Frieden, weil wir genug zu essen auf dem Tisch haben und nicht mit Lebensmittelmarken das Zuwenige so verteilen wollen, dass alle gleich wenig bekommen?

Leben wir im Frieden, weil momentan die Zivilbevölkerung in der Bundesrepublik relativ unbetroffen ist von von außen einwirkender Gewalt? Und was ist mit der Zivilbevölkerung jener Länder, in denen die Konflikte toben und ihre Opfer fordern? Kann man das wirklich so ignorieren, wie wir es allzugern handhaben?

Und wer spricht von den Soldaten, die im Rahmen von NATO-Einsätzen im Ausland sterben müssen?

Oder wer erinnert an die nichtmilitärisch organisierten Helfer, die eigentlich doch für den Wiederaufbau der medizinischen Versorgung, für Wasserversorgung oder sonstige Aufbauhilfen für ein strukturiertes öffentliches Alltagsleben in Krisengebieten ausgerückt sind und dort getötet, verletzt oder traumatisiert werden?

Wer erinnert an die zivilen Mitarbeiter von deutschen Firmen, die in den betroffenen Ländern beim Wiederaufbau beschäftigt sind und bei ihrem Einsatz sterben, verletzt werden oder dermaßen traumatisiert heimkehren, dass ihnen ein normales Leben danach unmöglich wird?

Was ist mit den Berichterstattern von der Presse und den Medien, die von den Konflikten berichten und sich in direkte Gefahr begeben, damit die Welt durch eine freie Presse die Wirklichkeit über die Geschehnisse erfährt?

Diese Mitmenschen werden mehr oder weniger feierlich begraben und anschließend totgeschwiegen. Kommen sie körperlich verletzt oder seelisch traumatisiert heim, müssen sie lange kämpfen, um Hilfe und evtl. Rentenzahlungen wg. Berufsunfähigkeit zu bekommen.

Nach dem körperlichen Tod im Einsatz erleben Verstorbene einen zweiten, gesellschaftlichen Tod, indem man ihnen und ihren Angehörigen die Anerkennung und Ehrung verweigert, die ihnen als Mitglieder unserer Gesellschaft zukommen sollte.

Seit 1992 entsendet die Bundeswehr Soldaten zu Auslandseinsätzen. Seitdem sind 91 Tote und 157 durch Fremdeinwirkung Verwundete zu beklagen. Und, was fast ein Viertel der toten Soldaten ausmacht und besonders erschreckend ist: Von den 91 Toten (Stand Oktober 2010, Quelle: Bundeswehr.de) sind 19 Suizidopfer. Das macht fast ein Viertel aus!
Für die zivilen Opfer, die im Rahmen ihres Dienstes bei Hilfsorganisationen (beispielsweise THW, Ärzte ohne Grenzen, DRK u.v.a.) getötet wurden, gibt es keine ausreichenden Statistiken.

Für diejenigen, die ihren Dienst im Ausland leisten, ist unser Land nicht im Frieden.

Und ist es wirklich Frieden zumindest für die deutsche Zivilbevölkerung, wenn man an die kürzlich zugestellten Briefbomben in diversen europäischen und auch unseren eigenen Regierungsbehörden denkt? Wenn sich bei Recherchen herausstellt, dass die jemenitischen Paketbomben auch über deutschem Luftraum befanden, bevor sie Richtung USA weitertransportiert wurden? Wenn an deutschen Hochschulen Terrorzellen aufgedeckt werden oder wenn fehlgeleitete Menschen ihre Intelligenz und die hier gewährte individuelle Freiheit dazu missbrauchen, um Kofferbomben zu bauen?

Leben wir tatsächlich im Frieden, wenn es offenbar einige Punkte gibt, wo unsere innere Sicherheit besser geschützt werden muss?

Können wir uns das vormachen, dass wir im Frieden leben, wenn es eigentlich ständig an irgendwelchen Ecken und Enden unserer Welt schwelt oder sogar offen aufflammt?

Spätestens mit dem Jugoslavienkonflikt ist der Krieg wieder auf europäischem Gebiet angekommen, und es gibt eine Vielzahl von Konflikten, an denen Länder wie Frankreich, Großbritannien oder Spanien beteiligt waren, die allerdings außerhalb Europas ausgetragen wurden.
Es brennt direkt vor unserer Haustür und wir wollen es nicht sehen!

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs folgte genaugenommen kein Frieden, sondern viele weitere Konflikte, die sowohl die Soldaten als auch die Zivilbevölkerung betrafen und unschuldige Opfer forderten.

Es geht dabei nicht nur um "große öffentlichkeitswirksame" Kriege wie beispielsweise die diversen Israelisch-Arabischen Kriege, Golfkrieg, Koreakrieg, Vietnamkrieg - es geht genauso um die vielen Bürgerkriege, wo Bevölkerungsgruppen aufeinander losgehen und um die bewaffneten Konflikte, die mittels Guerillataktiken oder Terroranschläge geführt werden.

"Wacht auf, denn eure Träume sind schlecht!" ruft uns der Dichter Günter Eich zu, und er fordert uns auf: "Seid unbequem, seid Sand, nicht Öl im Getriebe der Welt!"

Es ist so leicht, wegzuschauen und sich die Welt schönzuträumen, und es ist der schwierigere Weg, hellwach zu sein und genau hinzuschauen.
Dass Reden nur Silber und Schweigen Gold ist, stimmt nicht immer. Hier ist ein jeder von uns gefragt, den Mund aufzumachen und die Dinge laut und deutlich zu benennen, die unter den Teppich gekehrt werden sollen.

"Dann gibt es nur eins: Sag NEIN!" (Antikriegsmanifest, Wolfgang Borchert, 1947)

Ich habe zwei Söhne. Ich muss sie schützen nach Kräften, und sie stark und mutig und selbstdenkend erziehen. Und das werde ich tun, und ich hoffe auf Gottes Hilfe dabei.
Frieden für uns und Frieden für die Welt. Damit es uns allen gut geht, nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft. Und nicht nur hier in Deutschland und Europa, sondern überall in der Welt.

"Denn letztlich bildet die Tatsache, dass wir alle Bewohner dieses Planeten sind, das uns im tiefsten gemeinsame Band. Wir alle atmen die gleiche Luft, uns allen liegt die Zukunft unserer Kinder am Herzen, und wir alle sind sterblich." (Ansprache von John F. Kennedy nach dem friedlichen Ende der Kuba-Krise im Jahr 1963)


Nachdenkliche Grüße
Postpanamamaxi

Abschiede und Aufbruch

Heute waren wir bei unserer Nichte zur Abschiedsfeier. Sie bricht in einer Woche nach Neuseeland auf, um dort für ein Jahr als Au Pair zu arbeiten.
Es war ein Tag voller gemischter Gefühle. Einerseits bin ich traurig, weil ich genau weiß, dass ich sie vermissen werde in den nächsten Monaten. Sie wird nur per Internet verfolgen können, wie ihr Patenkind - mein Einjähriger - sich weiter entwickelt.

Andererseits bin ich unglaublich stolz auf diese junge Erwachsene, die sich auf den Weg macht. Und konsequenterweise nicht nach England oder Irland geht für ein Jahr, sondern gleich den Ort wählt, der möglichst weit von Deutschland entfernt ist. Ich bewundere diesen Mut, den ich nicht aufgebracht hätte.

Ich wünsche ihr Glück auf ihrer Reise...der Reise nach Neuseeland, aber auch der Reise zu sich selbst. Und auf der großen Reise durchs Leben.


Und dann war auch noch der dritte Jahrestag meiner beiden Zwillinge, die leider nicht für diese Welt geschaffen waren. Sie waren nur zu Besuch. Mittlerweile sehe ich es so. Jedenfalls stelle ich fest, dass ich schon lange nicht mehr über das "Warum" nachdenke. Es ist so, wie es ist.

Und dann sehe ich meinen Kleinen herumkrabbeln und fleißig Laufen üben. Ich weiß genau, er wäre niemals zu uns gekommen, hätten die Zwillies es geschafft, zu leben. Und nun kann ich mir ein Leben ohne meinen Kleinen nicht mehr vorstellen.

Man muss loslassen können, um weiterzukommen. Abschied nehmen, damit man ankommen lernt und ein neuer Anfang möglich wird.

Traurig bleibt es trotzdem. Und wahrscheinlich wird es nie aufhören, an einer Stelle meines Herzens wehzutun. Auch wenn ich eigentlich glücklich bin mit meinem Leben, so wie es jetzt ist.

Ich mache weiter. Ich denke, das bin ich meinen Kindern - allen im Himmel und im Herzen - schuldig. Und so ganz nebenbei: Ich bin es auch mir selbst schuldig.

Das Leben will mir noch was zeigen.

Freitag, 12. November 2010

Stürmische Carmen

Jetzt tobt sie weiter, die wilde Carmen...welch lieblicher Name für das Sturmtief, das uns seit gestern nachmittag heimsucht.
Es regnet im 45°-Winkel, also hübsch diagonal, und zwischendurch wird es bei einem Schauer dermaßen dunkel, dass man die Lampen anschalten muss. Wohl dem, der jetzt im warmen Haus sitzen darf und sich nicht auf den Straßen oder gar auf See aufhält.
Als Küstenbewohner denkt man wahrscheinlich immer wieder an die Deiche, aber vor allem an die Seeleute da draußen auf dem Meer. Man hofft immer, dass alle rechtzeitig gewarnt werden konnten und dass alles entsprechend vorbereitet ist.


Mein Großer bastelt fleißig an seinem Wunschzettel für Weihnachten. Da das mit dem Malen noch nicht so klappt, dass der Weihnachtsmann das Gekritzel korrekt als "eine Schachtel Lego" oder "ein Metallbaukasten" interpretieren kann, üben wir uns in der Collagentechnik. Alle Spielzeugprospekte, die uns ins Haus flattern, werden also von meinem Dreijährigen gesichtet und dann schneidet er alles aus, was er für wünschenswert hält. Für den Wunschzettel habe ich eine große grüne Pappe gestiftet, auf die dann die sorgfältig ausgeschnittenen Schnipsel aufgeklebt werden. Auch für seinen Bruder gestaltet der Große den Wunschzettel. Wir sitzen gemeinsam am Küchentisch und überlegen, was dem Kleinen gefallen könnte.

Jetzt müssen wir bald anfangen, ein Weihnachtsgedicht zu üben. Eigentlich ist es noch etwas zu früh, ihn mit so etwas zu belangen, aber da der Junge nicht aussieht wie ein Dreijähriger, sondern mit seinen 112cm eher wie ein Fünfjähriger wirkt, wird jeder Kaufhausweihnachtsmann ein Gedicht erwarten und sich wundern, wenn ein so großer Bengel das nicht leisten kann.
Es ist manchmal etwas traurig. Damit mein durchaus pfiffiger Dreijähriger nicht für dumm oder unkooperativ gehalten wird, muss er für Außenstehende Dinge leisten, die weit über seine altersgemäße Leistungsfähigkeit hinausgehen.

Wahrscheinlich muss ich mir ab nächstem Jahr immer anhören, warum er noch nicht seinen Namen schreiben kann und immer noch keine Schleife bindet...und ich kenne das aus eigener Erfahrung. Weil mein Großer den Hochwuchs von mir geerbt hat und ich dieselben Erlebnisse hinter mir habe. Es ist oft schön, wenn man als Kind oder Jugendlicher für älter gehalten wird, als man ist (zumindest bis zum 20. Lebensjahr, danach ist es eher unschön), aber es bedeutet auch, dass man früher mit Verantwortung belastet wird, als man oftmals zu tragen in der Lage ist. Die innere Reife kommt häufig nicht mit dem Längenwachstum der Knochen mit und hinkt hinterher.

Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. (Afrikanisches Sprichwort)

Ich weiß, ich kann meinen Großen nicht davor bewahren, überfordert zu werden. Also versuche ich, eine gesunde Mischung aus Förderung und Behütung zu bieten. So habe ich ihm beigebracht, dass er den Leuten sein wahres Alter sagt, wenn sie von ihm etwas verlangen, was er noch nicht kann (und als Dreijähriger auch nicht können muss). Oftmals ertappe ich mich auch selbst dabei, dass ich ihn recht stark fordere und ermuntere, innerlich zu wachsen und zu lernen. Aber ich hüte mich tunlichst davor, ihn zu überfordern. Er soll ein glückliches Kind sein dürfen und seinem individuellen Lerntempo folgen dürfen.

Und darum gibts auch nicht mehr als einen Vierzeiler als Weihnachtsgedicht, das reicht für einen Dreijährigen vollkommen!

Viele stürmische Novembergrüße
Postpanamamaxi

Sonntag, 7. November 2010

Memento moriendum esse - gedenke, dass du sterblich bist

Oh jeh, jetzt wird's morbid, mag der Leser angesichts der Titelzeile vermuten.

Nein, das wird es nicht. Ich bin wohl einer jener Charaktere, denen die Neigung zum Morbiden ziemlich fehlt.  Dazu lebe ich viel zu gern.
Der Tod hat für mich nichts, das romantisch zu verklären wäre, und auch Romeo und Julia hätten, wären sie reale Personen gewesen, lieber gemeinsam gelebt, geliebt, gestritten und ihre Kinder aufgezogen, um nach einem langen und erfüllten Leben gehen zu dürfen, anstatt als romantisch-verklärtes ewig junges Liebespaar in die literarische Geschichte einzugehen.


Psalm 90, Vers 12: "Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden."

Der Tod soll uns klug machen? Was nützt das dann noch, mag man sich denken. Immerhin ist es dann - zumindest für diese Welt - für uns zu spät. Allzu späte Weisheit hat immer etwas Vergebliches an sich.

Aber wenn wir wachen Blickes und offenen Herzens durchs Leben gehen, dann sehen wir den Tod überall wirken. Manchmal als Erlöser, manchmal als Schlusspunkt eines langen Lebens - und leider allzuoft und allzufrüh auch dort, wo noch so vieles zu erleben gewesen wäre.

Es kann jederzeit vorbei sein. Und wir wissen nicht, wann das sein wird und ob wir unsere Aufgaben bis dahin erfüllt haben oder nicht.

Ich habe zwei wunderbare Jungs.
Wenn man uns zusammen sieht, wenn wir gemeinsam Lebensmittel einkaufen oder im Buchladen stöbern, dann könnte man durchaus mit leisem Neidgefühl auf uns blicken. Ich wirke auf Fremde wie eine Frau, die scheinbar alles hat, was sie zu ihrem Glück braucht. Das trifft auch überwiegend zu.
Aber es stimmt nicht immer.

Sie sind 1 und 3 Jahre alt, ein Sommer- und ein Winterkind. Wenn man uns zusammen sieht, denkt man oft "oh, wie schön, zwei gesunde Kinder in genau dem richtigen Abstand".

Zwischen ihren Geburtstagen liegen genau 30 Monate.

Und 4 Babys, die nicht bleiben konnten.

Ich war viermal in meinem Leben schwanger. Die erste Schwangerschaft war völlig problemlos verlaufen und unser Erstgeborener war ein wahrhaft pflegeleichtes und sonniges Baby.

Als unser Sohn 9 Monate alt war, wurde ich wieder schwanger. Ich verlor meine Zwillinge in der 10. SSW. Dann wurde ich fast umgehend erneut schwanger und verlor dann, auf den Tag genau 3 Monate nach der ersten Fehlgeburt, auch dieses Baby in der 10. SSW.

Als man mich damals zur zweiten Ausschabung binnen dreier Monate in den OP rollte, verlor ich auf den letzten Metern die mühsam gewahrte Fassung. "Wie soll ich jemals wieder den Mut haben, nochmal schwanger zu werden?" weinte ich.

Ich wollte nie wieder diesen Horror erleben. Ich fühlte mich in diesem Augenblick bar jeder Kraft und bar jeden Mutes. Ich zwang mich zum Weitermachen. Es musste weitergehen, damit es besser werden kann, und es wurde irgendwie auch besser.
8 Monate danach hatten mein Partner und ich wieder den Mut gefunden.

Zwei Tage vor dem Todestag meiner Zwillinge hielt ich den positiven Test in der Hand. Vorsichtige Freude und ein leises Willkommen in meinem Herzen. Ich wollte mich lieber zu früh freuen als mir hinterher vorzuwerfen, mich womöglich zu spät gefreut zu haben. Weil jeder Tag kostbar wird, wenn man lernen musste, dass es jederzeit vorbei sein kann. Memento moriendum esse!

Und ein Unterdrücken der Freude hätte mir die Trauer hinterher nicht leichter erträglich gemacht. Manchmal rettet mich nur mein Pragmatismus.
Also freute ich mich wild-entschlossen und hoffte, diesmal würde alles gutgehen.

Dann begannen in der 7. SSW wieder die Blutungen. Aber jeden Abend kam die Übelkeit, die mich davon überzeugte, dass es weitergeht.
Ich hatte mir immer gesagt, ich bräuchte keinen Arzt, der ohnehin nichts anderes tun könne als zu dokumentieren, wann es vorbei ist. Das hatte ich zweimal erlebt, ein drittes Mal wollte ich mir das ersparen. Wenn es enden sollte, würde ich es früh genug von selbst merken. Ich wollte daher diesmal erst nach Ablauf der schicksalshaften 10. SSW zur Vorsorge gehen. Ich war übrigens überzeugt, wieder Zwillinge zu erwarten.

Und dann kam bei der ersten Untersuchung als Ergebnis heraus, dass es tatsächlich Zwillinge gewesen waren...aber dass nur einer lebte, während von dem anderen nur noch Reste der Fruchtanlage zu erkennen waren. Die Blutungen waren nun erklärbar.

Als ich an jenem Tag aus der Praxis ging, wusste ich nicht, ob ich nun traurig sein sollte um mein 4. Sternenkind - oder ob ich mich lieber freuen sollte darüber, ein Kind zu erwarten. Ich entschied mich für die Freude. Und sagte mir ganz pragmatisch:
"Eines ist besser als gar keines."

6 1/2 Monate später hielt ich dieses Baby in meinen Armen und war dankbar und glücklich.

Seitdem lebe ich anders. Bewusster. Es ist das Einzige, was ich für meine 4 Kinder noch tun kann. Die Toten ehren, indem ich lebe. Und zwar ganz bewusst so glücklich, wie es nur irgendwie geht.

"Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden."
Ich bin spät klug geworden. Aber nicht zu spät. Hoffe ich jedenfalls!

Nichts passiert ohne Grund, und nichts passiert zu einem bestimmten Zeitpunkt, ohne dass da ein tieferer Sinn dahintersteckt. Auch wenn wir solche Momente immer als "zum falschen Zeitpunkt" wahrnehmen. Es offenbart eigentlich nur, dass es für solche Dinge nach unseren menschlichen Maßstäben nie den richtigen Zeitpunkt gibt. Es ist irgendwie immer zu früh.

Es nimmt dem Tod meiner 4 etwas von seiner Sinnlosigkeit, wenn meine Erfahrungen irgendjemand anderem helfen können. Und es gibt meinem Leben - und dem meiner beiden Jungs - auch einen Sinn, dies zu tun. Vielleicht liegt darin meine Aufgabe, zusätzlich zu jener, meinen beiden Jungs hier eine lebenstüchtige, ausgeglichene und liebevolle Mutter zu sein.

Heute vor 3 Jahren hatte mir der Arzt verkündet, dass ich Zwillinge erwartete. Am 13.11. war dann alles vorbei. Oder mein "Leben danach" begann. Ganz so, wie man es sehen und betrachten möchte.

Wir Menschen sind sterblich. Die Liebe aber ist ein Band, das der Tod nicht durchtrennen kann.

Leise Grüße
Postpanamamaxi

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