Dienstag, 27. November 2012

Naschst du noch oder tankst du schon?

Heute morgen in den Radionachrichten:
Die Stiftung Warentest hat 24 Adventskalender getestet und bei 9 dermaßen hohe Werte an aromatischen und nicht-aromatischen Mineralölen entdeckt, dass man diese nicht mit gutem Gewissen an seine Kinder verfüttern sollte.

Diese Rückstände sind fettlöslich und stammen aus dem Verpackungskarton, der häufig aus recyceltem Zeitungspapier besteht. Und die Druckfarben für dieses Zeitungspapier enthalten Mineralöle, die beim Recycling nicht restlos entfernt werden. Das ist relativ bekannt, denn auch in Trockenprodukten wie Reis und Hülsenfrüchten fand man diese Rückstände, wenn die Ware in den Kartons nicht durch einen Innenbeutel geschützt war.

Außerdem fand man teilweise Rückstände von Schmiermitteln der Produktionsmaschinen und bei einem Kalender waren Weichmacher in der Schokolade, die wohl aus der Plastikform stammten.

IGITT.

Und nun sitze ich hier mit dieser Testtabelle und arbeite mich durch die Adventskalender, die meine Jungs bekommen haben. Sie sind dieses Jahr von Freunden der Familie so reichlich bedacht worden, dass ich eigentlich keinen selbstgebastelten Kalender machen wollte. Es kam mir auch sehr entgegen, weil ich noch zwei Weihnachtsmärkte zu beschicken habe und momentan jede Möglichkeit zum Entstressen nutze, um trotz der Arbeit noch möglichst viel von der Adventszeit genießen zu können.

Nun darf ich die Kalender sichten und heraussuchen, ob sie von denselben Herstellern stammen wie die bemängelten Kalender. Und ggf. Kalender wegschmeißen. Was für eine Vergeudung.


Liebe Hersteller von kontaminierten Kalendern,
ich kann mir wirklich eine schönere Arbeit vorstellen als diese.

Und Ihr könnt mir auch nicht weismachen, dass Ihr nicht gewusst habt, dass die Druckfarben und der Weichmacher lipophil sind. Denn wenn ich das bei mir als nebenbei aufgeschnapptes Allgemeinwissen verbuche, dann sollten Eure hauseigenen bzw. kooperierenden Lebensmittelchemiker das allemal wissen und eigeninitiiert an diese mögliche Kontamination denken.

Und da nicht alle Kalender Maschinenschmiermittel aus den Produktionsstraßen enthalten, ist es offensichtlich auch möglich, sauber zu arbeiten. Wo Schmiermittel in der Schoki gelandet ist, wurde entweder bei der Maschinenentwicklung bzw. Maschinenfertigung geschlampt - oder die Anwender sind schlecht geschult oder überfordert und arbeiten nicht nach Regeln der Lebensmittelhygiene.
Schon mal was von GMP gehört? Oder von HACCP?

Kommentare:

  1. Man bekommt das kalte Grausen, wenn man die Testergebnisse liest!! Je billiger das Produkt herzustellen ist , umso größer ist die Gewinnspanne, dass ist wohl die einzige Überlegung die bei den Herstellern angestellt wird.
    LG
    Andrea

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  2. Liebe Liz,
    einfach nur erschreckend, was wir da wohl alle unwissentlich zu uns nehmen!
    (da vergeht mir noch die Lust auf Schoki)
    Lg
    Brigitte

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  3. Ich frage mich, welche Lebens- und Genußmittel ich meinen Kindern noch ohne schlechtes Gewissen konsumieren lassen kann. Wenn möglicherweise sogar der Reis oder das Mehl, mit dem ich koche und backe, kontaminiert ist. Weichmacher im Schnuller, Flascherl, Zahnbürste und Pasta, Hormone und Antibiotika in Fleisch und Eiern, pestizidhaltiges Obst und Gemüse...streng genommen sind sogar die eigenen Pflanzen im Garten mit Spritzmittel (durch Wasser, Pestizide der Bauern um uns herum) verseucht... sehr bedenklich!

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  4. Auh Backe.............
    Ich hab heute 48 Päckchen gepackt....aber ob die Verpackungen vom Kaugummi vielleicht auch verseucht sind??????????
    Der Zwerg denkt da mal nicht drüber nach
    Liebe Grüße
    vom zwerg

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  5. grins....

    Hallo Liz,
    auch wenn ich das Thema nicht lustig finde, so mußte ich doch sehr über Deine soooo treffende Überschrift schmunzeln.

    Bei uns gibt es dieses Jahr für die Kids Elektronik-experimentier-Kalender :-)

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag.
    LG, Bianca

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