Montag, 11. April 2011

Jungmännliche Frühlingsgefühle

Heute war einer dieser Tage, wo die Kurzen zweimal schneller Chaos verbreiteten als ich Muttertier aufräumen konnte.
Man rennt sich die Hacken ab und hat trotzdem das Gefühl, immer nur zweiter Sieger zu sein.

Kurze vs. Mama: 1:0

Während ich der Freundin meiner Kleinen noch Jacke und Schuhe anzog, machte sich mein Jüngster flugs vom Acker, rannte auf Hausschuhen nach draußen über den taunassen Rasen und stieg in die Sandkiste, um sich dort schippchenweise den Sand über das seidigblonde Haar zu schaufeln. Und in den Kragen, unter den Body...der Kleine Mann war binnen Sekunden komplett paniert.

Die anschließende Abklopf- und Entsandungsaktion fand er total blöd und kommentierte sie auch entsprechend. Anschließend wanderte er in die Wäschewanne zu einem improvisierten Vollbad.
Ich hatte der Kleinen flugs die Outdoorklamotten wieder ausgezogen und rannte wie ein kopfloses Huhn durch die Wohnung, um sandfreie Ersatzkleidung für den Kleinen zu beschaffen und gleichzeitig darauf zu achten, dass die Kleine nicht auch noch zu meinem Sohn in die Wäschewanne stieg.

Das Theater hatten wir nämlich erst letzte Woche. Da hatte mein Großer einen toilettentechnischen Unfall und bedurfte eines spontanen Vollbades, während wir Spielbesuch hatten...und irgendwie hat Lilalo es dann geschafft, mitsamt Klamotten in die Wanne zu steigen.
Was zuerst keine Begeisterung bei ihr auslöste, hinterher aber richtig toll für sie endete: Sie durfte sich nämlich das heißbegehrte Feuerwehr-Shirt meines Kleinen ausleihen und rannte den Rest des Tages glücklich "Tütata!" rufend durchs Haus.

Aber heute war ich schnell genug und habe es geschafft, meinen Kleinen zu baden und neu einzukleiden, ohne dass er Badenixenbesuch in seiner Wanne bekam.

Als ich dann die versandeten Klamotten in die Waschküche bringen wollte, roch es dort wieder so streng nach Katze...unsere Katze hat leider einen an der Waffel, um es mal nett zu formulieren. Und pinkelt gern NEBEN ihrem Katzenklo. Wir haben schon alles probiert, alle Streusorten, alle Kloformen von der offenen Wanne bis hin zur spacigen Vollkabine, Standortwechsel...aber Fräulein Sise scheint sich einen Spaß draus zu machen, immer dorthin zu pinkeln, wo es den schlimmsten Schaden verursacht.

Ich habe also die Kinder in den Flur gescheucht und die Waschküche mal wieder gründlich dekontaminiert und gewischt. Netterweise klemmt seit letztem Winter das Fenster und ich kann nur noch über die offene Außentür lüften. Wahrscheinlich sind dort jetzt Millionen Riesenspinnen reingekrabbelt, als ich Katzenmief gegen Frischluft austauschen wollte.

Heute Nachmittag war ich dann während der Mittagsstunde meines Kleinen im Garten und probierte mit der Kamera herum. Die hat doch tatsächlich ein eigenes Programm für Makroaufnahmen von Blüten und ähnlichen Objekten! Während ich Jagd auf Osterglocken machte, hörte ich ein Scheppern und dann Geschrei. Mein Großer war gestürzt und mit der Stirn auf der Stufe zur Hintertür aufgeschlagen. Dicke Beule, Blut, Rotz und Wasser. Schürfwunde und ein ziemliches Horn an seiner Stirn.

Also wieder voller Mamaeinsatz: 1. Trösten 2. Wunde versorgen 3. Arnicaglobuli verabreichen 4. Eisbeutel 5. Minieiscremhörnchen

5 Minuten später flitzte er wieder raus, in den Händen jeweils ein Eis für seine beiden Kumpels von nebenan.

Am Spätnachmittag waren wir dann noch Einkaufen und zur Post. Im Bastelladen bieten sie Kerzenfärben an. Man kann sich eine weiße Kerze in Eiform kaufen und dann fröhlich in verschiedenfarbiges Wachs tauchen, um sie zu verschönern.
Schon letzte Woche hat mein Großer begeistert 10 hühnereigroße Kerzen gefärbt. Zuhause haben wir sie dann in Zellglasbeutel gepackt, gemeinsam mit Schleifenband verziert und dann hat mein Vierjähriger jeden Besucher mit einer selbstgefärbten Osterkerze beglückt.

Es war schon toll, ihn beim Kerzentauchen zu beobachten, mit welcher Akribie er da an die Arbeit ging. Aber noch toller fand ich es, zu beobachten, wie er seinen Kerzenschatz mit vollen Händen und großzügigem Herzen stückweise verschenkt hat.
Da war soviel Stolz und Liebe in seinen Augen und ich musste so manches Mal schlucken vor Rührung über meinen Sohn. So ganz falsch kann meine Erziehung doch nicht sein. Ich will versuchen, diese Momente festzuhalten für die Phasen, wo er wieder zum bockigen Minimonster mutiert.

Gestern hat er dann die vorletzte Kerze verschenkt und weil ich ihm versprochen hatte, ihn für Nachschub sorgen zu lassen, machten wir einen Abstecher zum Bastelladen und er durfte wieder werkeln. Ich lasse ihn das dann auch weitgehend selbstständig erledigen, weil er es sehr gut macht.

Ich finde es schön, wenn meine Jungs basteln und kreativ sind. Gerade weil mein Großer so ein Malmuffel ist, finde ich es wichtig, dass er alternative Techniken kennen- und liebenlernt. Irgendeine wird genau seine Technik sein und ihm guttun. Wir müssen sie nur noch finden.

Und dann hat der Junge noch den absoluten Kracher gebracht. Um ihn zu überzeugen, doch endlich auf die Windeln zu verzichten, hatten wir ihm vorgeschlagen, dass er im Sommer gegen den Haselnussbaum pinkeln könnte. Sogar der Weihnachtsmann hat ihm diesen Vorschlag gemacht.
Und jetzt und heute war es soweit:
"Mama, ich muss mal. Und ich möchte gegen den Baum pinkeln. Darf ich?"
Klar doch.
Er hat einen tollen Bogen hingekriegt. Und nächstes Mal bleiben auch die Füße trocken, ganz bestimmt.

Ich glaube, wir haben einen lustigen Frühling und Sommer vor uns...mit meinem kleinen baumpinkelnden Jungmann.


Und hier noch ein paar Spielereien mit der neuen Kamera: Ich finde, für so eine kleine Kompakte ist das ein ganz tolles Gerät. Ich verliebe mich gerade...




Alles Liebe
Postpanamamaxi
Königin des Alltagschaos

Kommentare:

  1. Herrlich Dein Post heute, musste arg schmunzeln. Mein Tag lief heute nicht weniger rasant ab nur ich habe Pubertiers. Davon ein andermal mehr. Ich weiß nur das ich seit heute morgen um 5.00 Uhr auf den Beinen bin und jetzt die Zeit ist, mich zu verabschieden und schlafen zu gehen.

    LG Lydia

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  2. Hach - mal wieder köstlich aus dem prallen Leben erzählt :)
    Wegen der Katze: so ein ähnliches Problem hatten wir zu Lebzeiten unserer Petra auch mal. Wollte einfach nicht ihr Klo benutzen - statt dessen Nachbars Vorgarten. Hat das nachbarschaftliche Verhältnis zeitweise doch sehr getrübt. Habe ich in den Griff bekommen, indem ich kleine Mengen getrocknete Katzenminze über das Streu gab. Ist vielleicht einen Versuch wert?

    Liebe Grüße
    niki

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  3. Herrlich, ich liebe Deine Alltagsbeschreibungen.....
    Königin des Alltagschaos....
    Liebe Grüße vom Zwerg

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  4. Wie so oft, war das noch eine erfrischend lebensnahe und irgendwie wohltuende Bettlektüre bei Dir. Ich glaube, Deine beiden sind ganz arg gut geraten :-)
    Und die Bilder sind klasse! Vielleicht sollte ich auch mal meine Kamera erneuern...

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  5. ....Liebe Postpanamamaxi...
    Das hast du ja wieder mal erfrischend lebensnah erzählt...Wir haben uns hier erst kürzlich an die Sandkasten-Zeiten der Kinder erinnert....Was alles mit dem Sand gemacht wurde (geflutet zB) und wie man dann immer versuchte, die Kleinkinder sandfrei ins Haus zu bekommen. Seufz - war das schön....(oder denk ich das jetzt nur?)
    Unser Jüngster wird ja nun auch langsam zum Pubertanten...Das hielt seine Freunde und ihn am Sonntag aber gar nicht davon ab, sich ums Haus rennend mit allerlei Wasserpistolen zu bespritzen....War das gemütlich!
    Ich freu mich immer über Blogbeiträge von dir!

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  6. Oh wie schön, daß es bei anderen nicht weniger tumultartig zugeht *lach*

    Mein Sohnemann hat übrigens auch einen Pinkelbaum im Garten ;-) Deshalb fühlt sich Töchterchen auch ganz arg benachteiligt...

    Liebe Grüße
    Elena

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  7. Mein Tag ist gerettet - werde mir heute beim Weißeln Dein Alltagschaos bildlich vorstellen -dann hab ich was zum Schmunzeln. Ich wünsche Dir gute Nerven und freu mich auf Deinen nächsten Post.
    LG
    Brigitte

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  8. Wieder mal eine Geschichte aus dem wahren Leben, für uns Zuschauer herrlich, für dich erst einmal Stress. Als kleinen Trost in 20 Jahren kannst du darüber lachen. Mit dem Ausprobieren und selber machen lassen der Kleinen hast du völlig recht. Eine meiner Töchter inszwischen 25 und künstkerisch sehr aktiv) fragte mich, wie ich es ausgehalten habe das sie die Gipsfiguren mit so vielen Schichten Farbe bemalt hat, dass alles in einem "warmen Matschgrau" endete. Dann hätte ich sie auch noch gelobt und die Teile auf die Fensterbank gestellt. Würde sie heute so wunderbar malen, wenn sie sich damals nicht so mit der Farbe auseinandergesetzt hätte? und zwar mit ganzem körpereinsatz, auch das Kind und der Malerkittel (altes Oberhemd) waren matschgrau.
    Also mach weiter so und viel Erfolg beim Baumpinkeln.
    LG
    Andrea

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  9. *lach* Herrlich, du hast es malwieder geschafft und mich zum Lachen gebracht. Die Idee mit dem Baum ist ja klasse. ;-)
    Deine Jungs sind doch wohl die beiden tollsten Jungs der Welt. Du machst das schon ganz richtig so und bist eine super Mutter
    *knuddel* lg Roveena

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  10. Klasse Bilder und eine genialgute (und nein, ich möchte derzeit nicht tauschen) Alltagsgeschichte...

    Bastelnde Kinder sind viel wert....

    LG Liora

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  11. ich muss so lachen *gg du erzählst wieder so herrlich!
    und die bilder sind toll!

    lg katja

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