Montag, 18. Juli 2011

Gartenideen

Ich wollte Euch heute mal zwei sehr hübsche Selbstmachideen für den Garten vorstellen.

Als erstes unseren umgestalteten Terrassenbrunnen:


Die Kugel mit der Schale haben wir bereits seit 2001 im Garten, allerdings war dieser Brunnen im Blumenbeet zur ebenen Erde platziert. Als Auffangbehälter diente bislang eine eingegrabene Maurerbalje.
Mittlerweile sind die Stauden drumherum allerdings so hoch gewachsen, dass er dort nicht mehr zur Wirkung kommt. Außerdem haben wir Probleme mit dem Stromanschluss mitten im Blumenbeet.

Also stand recht schnell der Entschluss fest, diesen Brunnen auf die Terrasse zu verlegen.
Das Problem: Welchen Unterbau sollten wir verwenden?

Es gibt fertige Terrassenbrunnen mit Unterteilen aus Kunststein oder aus Holz, um das Wasserbecken unterhalb der Schale zu verkleiden. Aber diese Teile sind entweder sehr teuer oder in der falschen Größe.

Gestern hatte ich ein bisschen freie Zeit, also bin ich mit den Kindern in den Baumarkt gefahren und habe außerhalb der Springbrunnenabteilung geschaut, was man als Unterbau zweckentfremden könnte für unseren zukünftigen Terrassenbrunnen.

Und ich wurde fündig in der Blumenabteilung. Dieser wunderschöne Blumenkübel in Form eines Kugeltopfes kostete günstige 29,90 Euro und passte wunderbar unter die Wasserauffangschale unseres Brunnens. Statt der großen Maurerbalje habe ich einfach einen 20-Liter-Mörteleimer hineingestellt.
Jede andere Lösung hätte uns mindestens das Dreifache gekostet und hätte trotzdem noch wie ein Kompromiss gewirkt.

Flugs war alles auf die Terrasse geschafft und aufgebaut. Es sah sehr vielversprechend aus. Beim Probelauf plätscherte das Wasser aber neben dem Eimer herunter und lief heraus.

Und hier kam nun mein Mann zum Zuge. Meine grundsätzliche Idee mit dem umfunktionierten Blumenkübel gefiel ihm. Und für das Wasserproblem hatte er schon eine Idee parat.

Wenn ich die Visionärin bin, dann ist er der Macher. Ich MAG praktisch begabte und lösungsorientierte Menschen, und wenn sie sich auch noch so effektiv ergänzen wie wir beide, dann ist das wunderbar.

Er hat dann am unteren Rand der Schale eine Abtropfkante aus Silikon angespritzt, damit das Wasser dort runterkommt, wo es soll: Im Eimer und nicht daneben! Ich durfte auch mal mit Silikon herumspritzen und habe festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, eine ordentliche Linie damit hinzukriegen. Umso mehr respektiere ich diese Fertigkeit bei anderen Leuten.

Heute war diese Silikonkante getrocknet und wir konnten einen weiteren Probelauf starten. Und diesmal mit sichtbarem Erfolg!


Diese hübsche Pflanzsäule möchte ich Euch nicht vorenthalten. Unsere Nachbarin hat seit zwei Jahren so eine Konstruktion auf ihrer Terrasse stehen und ich hatte ihr im Frühling erzählt, wie toll ich diese Idee finde.
Vor allem sind diese Sukkulenten mal was ganz anderes als die ewig gleichen Balkon- und Terrassenpflanzen.

Wenn ich das richtig identifiziert habe, handelt es sich bei diesen Pflanzen um irgendwelche Arten der Hauswurz (es gibt derer sehr viele).
Im Mittelalter wurde diesen Pflanzen gar wundersame Wirkung zugeschrieben.

Karl der Große hat in seinem berühmten "Capitulare de villis", seiner Landgüterverordnung, vorgeschrieben, dass man diese Pflanze auf den Dächern der Häuser anpflanzen solle zum Schutz vor Blitzen.
An den Kamin gehängt sollte diese Pflanze vor Hexen schützen, auf das Dach des Viehstalls gepflanzt auch als Mittel gegen Viehseuchen dienen. Manche interpretierten die Blütenfarbe dieser Pflanze auch als Vorbote für freudige oder traurige Ereignisse.

In einem Hexensalbenrezept von 1485 (da war das Mittelalter in den meisten Gegenden schon vorbei und man nannte diese neue Epoche "Neuzeit" oder "Renaissance", um sich von dem angeblich ach so finsteren Mittelalter abzugrenzen) wird diese Pflanze verwendet. Um wirksam zu sein, musste sie unbedingt Donnerstags gepflückt werden.

Und Hildegard von Bingen empfahl in Ziegenmilch eingelegte Hauswurz als Mittel gegen männliche Zeugungsunfähigkeit.

Man sieht, diese Pflanze ist ausgesprochen vielseitig in der Anwendung. Ich beschränke mich dann aber doch auf den rein dekorativen Zweck.


Ich freue mich sehr über diese tolle Pflanzsäule und all die liebevollen kleinen Details, die ich darin entdecken konnte: Kleine rundgeschliffene Kiesel mit einem farbigen Strich darin, kleine Muscheln und die Vielfalt dieser anspruchslosen Pflanzen mit ihren hübschen Rosetten.

Man kann sehr gut erkennen, wieviel Liebe meine Nachbarin in dieses Geschenk reingesteckt hat.
Und ich hoffe, sie weiß, wie sehr ich mich über ihr tolles Geschenk freue!

Was es sonst noch zu berichten gibt?
Ich habe einen gebrauchten Herd mit Backofen und Ceranfeld geschenkt bekommen und heute haben wir das alte Gerät aus der Seifenküche gegen das jüngere und vielseitigere Modell ausgetauscht.
Sagenhaft, wieviel Dreck man dabei machen kann!
Und damit sich der Dreck auch lohnte, haben wir dann noch den Handtuchspender und den Spender für die Handdesinfektion aufgehängt. Die blöde Brandschutzdecke haben wir vergessen - vielleicht kann ich meinen Gatten davon überzeugen, dies morgen nachzuholen.

Denn ausgerechnet die Brandschutzdecke hätten wir heute beinahe gebraucht.

Unser Kleiner, dieser Brandstifter, hat sich einen Riesenspaß daraus gemacht, an den Herdknöpfen zu drehen und den Herd einzuschalten. Dummerweise stand da ein Tablett drauf. Wir haben es dann erst gemerkt, als es schon deutlich angekokelt war. Der Rauchmelder ging noch nicht los, er wäre dann unsere nächste Sicherheitsinstanz gewesen.

Bislang war der Herd nie ein Thema für uns. Unten in der normalen Küche ist ein Induktionsherd mit obenliegendem Bedienfeld und Kindersicherung. Außerdem ist der Herd ein generell verbotener Gegenstand bei uns daheim und außer Haus.

Ich versuche, bei der Erziehung meiner Kinder dem Motto zu folgen: Sowenig Verbote und Regeln wie möglich, aber soviele wie notwendig und sinnvoll. Und es gibt Regeln und Verbote, die werden nicht ellenlang ausdiskutiert, sondern die stehen fest.
Am Herd herumspielen gibt richtig Ärger, da werde ich auch mal laut und energisch - dagegen bin ich die Gelassenheit in Person, wenn da ein Glas versehentlich umkippt.

Ich bringe meinen Kindern lieber den richtigen Umgang mit Feuer und sonstigen Gefahren bei, als sie von der Welt fernzuhalten und in künstlicher Sicherheit einer überkontrollierten Umgebung aufwachsen zu lassen.

Und sie werden an den Herd randürfen, sobald sie in der Lage sind, dies Gerät zu beherrschen. Aber nicht früher!
Mein Vierjähriger darf übrigens schon beim Kochen und Backen aktiv mithelfen und den Herd bedienen, aber auch da immer mit meiner Begleitung.
 In letzter Zeit nutzt der Kleine jede Gelegenheit, sich in die Seifenküche zu stehlen und dort herumzuspuken. Und dort ist jetzt ein Herd mit leicht drehbaren Bedienknöpfen!

Nachdem wir das rauchende Tablett gerettet hatten, gab es erstmal Mamaärger (und die Papavariante) für den Kleinen. Was dann ungefähr 5 Minuten lang vorgehalten hat, dann war wieder ein Kochfeld angeschaltet.

Es gibt übrigens kaum wirklich brauchbare Lösungen, um die Bedienknöpfe am Herd kindersicher zu machen, ohne die Bedienung durch die Erwachsenen zu behindern.

Ich habe jetzt einfach kurzen Prozess gemacht und die Bedienknöpfe kurzerhand abgezogen. Wenn ich jetzt den Herd zum Seifensieden benötige, stecke ich sie einfach wieder drauf. Das ist zwar umständlich, aber in der Seifenküche vertretbar.
Und das mache ich solange, bis der Kleine verstanden hat, was sein vierjähriger Bruder bereits seit längerem weiß: Der Herd ist ein Gerät, das nur mit Verstand bedient werden darf.

Und ich freue mich noch ein bisschen mehr über meinen tollen Induktionsherd in der Haushaltsküche, der uns allen viel Stress und ein Sicherheitsrisiko erspart.

Übrigens, habt Ihr schon überall in Euren Wohnräumen die vorgeschriebenen Rauchmelder installiert? Abgesehen davon, dass diese Dinger immer mitten in der Nacht auf die Idee kommen, wegen einer schwächelnden Batterie zu piepen, sind sie ein echter Sicherheitsgewinn für uns alle. Ob nun mit kleinen Kindern im Haushalt oder nicht.

Alles Liebe,
Postpanamamaxi

Kommentare:

  1. hallo Postpanamamaxi,

    deine Pflanzsäule gefällt mir guuut und die Hauswurz mag ich:-) Meine blühen grad so schööön, das ist eine wahre Pracht!!!

    Ganz liebes Grüßle von Ines

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  2. Die Wurze sind meine absoluten Lieblinge und Sie wachsen bei uns überall in den Mauerritzen..
    Ich kannte die wunderwirkungen noch gar nicht(;-)

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  3. Haus- oder eben auch Dachwurz mag ich auch und hab' 'ne Menge davon. Übrigens wenn man ein Blatt abbricht, auseinanderbricht und über einen Insektenstich streicht, das soll lindern. Hab's schon selbst probiert und es hat gewirkt bei mir. Ja, ja kleine vorwitzige Finger an Elektrogeräten - ich bin froh, dass meiner aus dem Alter raus ist. Er war zwar nie am Herd aber dafür hat er schon mit einem Freund die Axt geschwungen - Hiiilfeee ...
    Liebe Grüße

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  4. Gratuliere zu dem schönen, blauen Brunnen, er macht sich super auf der Terrasse. (Wassergeplätschel soll angeblich beruhigend wirken). Hast du gewusst, dass man Hauswurz bei Verbrennungen und Bienenstichen verwenden kann? Einfach ein Blatt abdrehen, die Haut abziehen und die schmerzende Stelle damit abreiben. (altes Hausmittel) Hoffe du brauchst es nie für deinen Jüngsten.
    LG
    Brigitte

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  5. Tolle Idee mit der Pflanzsäule. Das muss ich mir mal für nächstes Jahr merken...

    Und: Ja, wir haben diese Rauchmelder. Allerdings nervt mich dieses alle 40 Sekunden-Geblinke total. Ich brauche so etwas nicht im Schlafzimmer oder im Flur. Wenn ich nachts im dunkeln aufstehe und ins Bad gehe, erschrecke ich mich immer total. Und wenn ich nachts nicht schlafen kann, starre ich wie das Kaninchen auf die Schlange auf dieses Blinkelicht.

    Und im Schlafzimmer die Haare fönen geht ja auch nicht mehr, aber das hatte ich ja mal auf meinem Blog geschrieben...

    GLG
    Dagmar

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  6. Müssen wir Rauchmelder installieren?
    Hab ich gar nicht mitgekriegt in den Nachrichten.
    Hm....

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