Sonntag, 19. Juni 2011

Junggesellinnenabschied

Liebe Mädels,
lasst uns, wenn wir nochmal vor der Hochzeit gemeinsam losziehen wollen, doch einfach gemütlich Essen gehen und hinterher ein bisschen in der Kneipe sitzen und einen netten Abend genießen. Darüber würde ich mich wirklich freuen. Und einen Abend lang gemeinsam mit Euch rauszukommen, das wäre wirklich toll. Nochmal abschalten, bevor der Hochzeitsstress losgeht.

Solltet Ihr allerdings auf die Idee verfallen, mich als Cindy aus Marzahn zu verkleiden, ein Krönchen auf den Kopf zu stülpen und mich dann angetrunken mit leichter Schlagseite und Bauchladen durch die nächste Fußgängerzone zu treiben, damit ich dann Kondome und Schnäpschen verkaufe - dann sage ich die Hochzeit ab!

Ich brauche auch keinen Stripper, der frisch vom Affentoaster für mich tanzt.

Karaoke hingegen würde mir einen Riesenspaß machen. Es ist nur fraglich, ob Ihr auch Spaß daran hättet, wenn ich spontan lossinge.

Ach, wir werden sehen.

Auf jeden Fall war die Hochzeit unserer Freunde richtig schön. Das Wetter hat genau im richtigen Moment mitgespielt, die Stimmung war herrlich und mein Probekleid hat seine Testrunde bestanden. Für das Brautkleid muss ich nur noch minimale Modifizierungen vornehmen, die aber kein Problem sind.

Ich könnte und sollte daher schnell mal loslegen, denn mir bleiben noch 19 Tage bis zur Hochzeit und am Kleid ist noch kein Handschlag getan! Zum Glück bin ich eine Speednäherin.
Ab nächster Woche hat mein Zukünftiger Urlaub, dann werde ich mir zwei kinderfreie Tage gönnen und das Kleid fertigmachen.

Und ich muss unbedingt entscheiden, was ich denn nun mit meinen Haaren anstellen soll. Straßenköterblond, fein, weich, schulterlang - einfach nur föhnen und hängenlassen? Oder doch hochstecken? Für eine Hochsteckfrisur bräuchte ich aber einen Friseurbesuch. Und die Zeit dafür habe ich eigentlich nicht.

Ich kenne nämlich meine drei Männer. Wenn ich die nicht mit Hochdruck in die Klamotten zwinge und alles zurechtlege von Unterwäsche und Socken bis hin zur Oberbekleidung, dann gibt das eine Katastrophe! Und weil die immer trödeln bis zum Gehtnichtmehr und ich wie der Drill Instructor Captain Jack hinter ihnen herjage, bleiben mir dann nach 2 Stunden Endlosdiskussion und Klamottenranschleppen noch 10 Minuten, um mich selbst fertigzumachen. Grauenhaft.

Am liebsten wäre es mir, wenn ich mich in meinem Elternhaus fertigmachen könnte und mein Zukünftiger sich und die Jungs allein fertigmacht. Weil das da eigentlich nur ums Duschen und Anziehen geht und nicht noch um lebenswichtige Themen wie Wimperntusche und Frisur. Es wäre auch bestimmt beeindruckend für meine drei, wenn sie dann bei meinen Eltern klingeln und ich dann fertig aufgerüscht aus der Tür trete.

Auf jeden Fall schöner als die Altenrative, mich hier gestresst und wie einen wildgewordenen Handfeger mit Lockenwicklern im Haar und halbfertig angekleidet "under construction" durchs Haus hetzen zu sehen. Und ich möchte mich auch nicht als allererste fertigmachen und dann zwei Stunden lang im Brautkleid herumrennen, um meine Jungs in ihre Klamotten zu treiben.

Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob ich das wirklich riskieren will, meinem Bräutigam das Ankleiden ohne meine Oberaufsicht zuzutrauen. Das klingt jetzt ziemlich gemein, aber ich habe meine Gründe.

Wenn ich nicht aufpasse, zieht er trotz bereitgelegter Klamotten doch irgendwelche hellen Sportsocken zum Anzug an. Oder ein schwarzes T-Shirt unterm weißen Hemd. Oder die Krawatte wird extrem kurz oder viel zu lang gebunden.

Alles schon erlebt.

Oder er überlistet mich, wie neulich zur goldenen Hochzeit seines Onkels, und zieht zum (von mir sorgfältig zurechtgelegten) feinen Outfit obenherum dann die ollen beigefarbenen Alltagstreter an. Das habe ich aber erst auf der Feier gemerkt, dass er die von mir leidenschaftlich gehassten ollen Latschen mit runtergetretenen Hacken angezogen hat. Wir waren alle wie aus dem Ei gepellt, unsere Jungs so süß mit ihren weißen Hemden und Westen mit Fliege und Krawatte - und er mit seinen ollen Alltagstretern. Zum Glück war es seine Familie, die sind also solche Stilbrüche bei ihm gewohnt.

Es war wohl ein Fehler, zu erwarten, dass er von allein auf die Idee kommt, dass zu Hemd, Krawatte, Sakko und schwarzer Jeans die schwarzen Lederschuhe angezogen werden sollten. AAAAAAARRRRRGHHHH!

Ich hatte schlicht und ergreifend vergessen, die schwarzen Schuhe bereitzulegen. Aber ich fürchte, er hätte sie auch ignoriert, wenn ich sie ihm direkt vor die Nase gestellt hätte. Vielleicht sollte ich, wenn wir uns tatsächlich getrennt umziehen sollten, einfach seine ollen Alltagstreter verstecken? Und am besten die Arbeitsschuhe und die Korklatschen gleich mit, damit er gar nicht erst auf komische Gedanken kommt (die sind nämlich auch schwarz, würden also zumindest farblich zum Anzug passen und bequem wären sie auch noch...aaaarrrrgh!).

Mein Schatz ist wirklich ein Lieber, sonst würde ich ihn auch nicht heiraten wollen. Aber klamottentechnisch ist er noch reichlich ausbaufähig und es ist ganz gewiss nicht seine Stilsicherheit oder seine elegante Erscheinung, die mich von ihm überzeugten.

Ich tröste mich damit, dass er mich auch genommen hat, obwohl meine hausfraulichen Aktivitäten im Bereich Fensterputzen/Aufräumen durchaus Verbesserungspotenzial haben. Wir haben nun mal alle unsere kleinen und großen Macken. Und ein klamottentechnisches Stildesaster zu sein oder ein hausfraulicher Fensterputzmuffel, das sind keine wirklichen Charakterschwächen.

Ob ich es schaffe, vor der Hochzeit noch die Fenster zu putzen...?
 Liebe Grüße,
Postpanamamaxi

Kommentare:

  1. Also ich finde ja auf jeeeeden Fall, dass du dich bei deinen Eltern zurecht machen solltest, mann darf die Braut doch vorher nicht sehen. ;)

    Außerdem klingt das ganz nach einer Aufgabe für die Trauzeugin. Rauslegen kannst du ja schon am Vortag, sie passt, nach genauer Instruktion, dann eben auf, dass jeder das anbekommt was er soll. ;)

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  2. Oj schwierige Entscheidung...Ich würde sagen: Habe ein bisschen Vertrauen zu deinem Mann und ziehe dich bei deinen Eltern um. Vlt. überrascht er dich ja gerade am Hochzeitstag mit einem Top-Outfit. Oder du schickst deinen Vater zur Überwachung der Anzugsordnung zu euch nach Hause, damit die Überraschung nicht zu groß wird.
    LG Rapunzel

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  3. obwohl ich dich noch nicht kenne, bin ich mir sicher, dass du diesen Tag mit Bravour meisterst, denn das Wichtigste bei allem ist doch, dass Frau genügend Humor hat all das Chaos zu überstehen mit den kleinen und vielleicht auch größeren Pannen. Und diesen Humor hast du definitiv! Ich find, das Leben ist ernst genug und du hast die richtige Einstellung zu den Dingen.
    Schon jetzt drück ich dir gaaaanz fest die Däumchen, dass alles so wird, wie du es dir vorstellst und ich freu mich auf weitere so erheiternde Berichte und hoffentlich auch ein paar Bilder - ich lieeeebe Hochzeiten:-)

    Ganz liebes Grüßle von Ines

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  4. Hallo, ich muß ja lachen, wenn ich deinen Post lese... irgendwie wie bei uns.
    Ich bin auch vor der Hochzeit schnell ins Bad gerast, hab Mann und Kindern gesagt sie sollen sich hinsetzen und nicht mehr bewegen bis ich fertig bin. Ich hab meine Haare (auch dünn und lang) dann zusammengeknuffelt, Kleid an und Torte unterm Arm und los. Die sollte mein Gatte auch nicht tragen....da traue ich ihm nämlich nicht.Der schmeißt die noch hin, auf den letzten Metern.
    Und bei meiner Nichte am Freitag bin ich dann in Latschen los und musste deshalb nochmal heim.
    Mein neuer Schwager hatte die Ringe vorm Standesamt vergessen und, und, und.
    Also, wir hatten wie immer alles im Griff ;-)
    Ich bin schon sehr gespannt auf dein Kleid. Ich hatte meins damals auch selber genäht und jetzt für die Hochzeit hab ich mich auch nochmal an die Nähmaschine gesetzt.
    Aber du hast ja scheinbar auch die Ruhe weg...

    Gutes Gelingen für dein Kleid und ich warte gespannt auf den nächsten Post...

    LG Anju

    PS: Las die Fenster Fenster sein! Regnet eh!

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  5. Dann roll ich mal von Hinten auf: Die Fenster solltest du nicht mehr putzen! Es gibt definitiv Wichtigeres!
    So ein Pracht-Mann-Exemplar ist mein lieber Hr. A. auch. Es gab schon Ausflüge, da wär ich am Liebsten 10m vorneweg gelaufen, á la "der gehört nicht zu mir..." Und jedesmal wenn er aus dem Haus geht und ich es nicht geschafft hab noch schnell zu schauen wie er aussieht, beschleicht mich so ein ungutes Gefühl... und meist werde ich nicht enttäuscht. Und dann fällt es wieder auf mich zurück "...wie kann die ihren Mann so losschicken?" *schwere Last* ;0) Jedenfalls hab ichs nach 22 Ehejahren nicht geschafft daran was zu ändern und ich gebe zu, dass ichs auch langsam aufgegeben habe, ist ruhiger so!
    Wo ist eigentlich das Bild vom Testkleid???
    LG Anke

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  6. Sollte der Schrank keine Schlüssel besitzen, Kette und Sicherheitsschloss besorgen. Hochzeitsanziehsachen (mit Schuhe!) bereitlegen und den Rest (mit alle Schuhe!) im Schrank wegsperren ;)
    Lieben Gruß

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  7. Bist du narrisch, vor der Hochzeit noch Fenster putzen? Hast du etwa Gäste eingeladen, um dir von ihnen deine Putzqualitäten bestätigen zulassen;-)?
    Die, die lästern wollen (und glaub mir,es gibt immer welche), werden es so uns so tun. Sie finden schon etwas, selbst wenn sie im "normalen" Leben ganz handzahm sind.
    Lg rosenmaid

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  8. Liebe Liz,
    Lass die Fenster, schmutzig sind sie ohnehin gleich wieder. Aber kontrolliere genau die Kleider und Schuhe deiner Lieben - Bei der Hochzeit unseres Sohnes letzten Jahr zog mein Mann seine "guten schwarzen Schuhe" an, die er schon lange hat, aber selten anzieht. Als er damit über den Parkplatz ging, stand er plötzlich im Freien. Bei beiden Schuhen viel die Sohle ab. Samstag Nachmittag fünf Minuten vor Beginn noch Schuhe aufzutreiben, war unmöglich. So musste er in alten, braunen Schuhen zur Hochzeit, sah etwas blöd aus zum schönen Anzug. Mir war´s peinlich, ihm nicht.
    Ich wünsch dir noch eine stressfreie Vorbereitungszeit und alles Liebe
    Brigitte

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  9. Ach ist das schön zu lesen ;o)
    Ich persönlich würde Ihm die Schwiegermama als Ankleidehilfe zur Seite stellen und Ihr klare Anweisungen erteilen und mich ganz in Ruhe im Elternhaus fertig machen :O)
    Ihr werdet bestimmt einen traumhaften Tag haben...

    Vielen Dank noch einmal für Dein Überraschungs Paket :o)

    Liebe Grüße Jessy

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  10. Hey! :-) Riskiers..geh zu deinen Eltern und machs traditionell "Kein Blick des Bräutigams auf die Braut ehe sie fertig ist"..oder so...
    Gibts niemand, eine Freundin oder Freund...der bei euch daheim Mann und KInder "überwachen" kann?
    Wenn du für dich keine Zeit über hast, geht deine eigne Hochzeit schon verstresst los.
    Ich hab ohne Kinder geheiratet, meine Schwester mit. Da war dann meine Mutter vor Ort und hat noch einiges mit gerichtet. War sozusagen die Zwischenlösung...

    liebe Grüße

    PS: betracht mein Kommentar bitte als Motivation und nicht als "Besserweisserei" Vielleicht gibts ja doch ne Lösung, die dich entlastet, wie auch immer die ausschaut :-)

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  11. Du Liebe, mit Deinen Zeilen zauberst Du mir gerade ein Schmunzeln ins Gesicht ... mir scheint, der Countdown läuft und bringt einiges mit sich, nicht nur Vorfreude, sondern Dinge, über die Du Dir nun auch noch zu alledem einen Kopf machen musst ... oh je, da sehe ich schwarz für Deine Fenster, im wahrsten Sinne des Wortes, und überhaupt, das ist doch nun wirklich zweitrangig, viel wichtiger erscheint mir, dass Deine Freundinnen, mit denen Du Deinen Abschied vom Junggesellinnendasein feiern wirst, diesen Post hier lesen und sich das zu Herzen nehmen, was DU Dir wünschst ... allso keine Cindy, die sich auszieht und auch keinen Stripper, der im pinkfarbenen Trainingsanzug heraumläuft und den Clown für Euch macht ... ähm, oder habe ich da jetzt etwas missvertanden ;-) also gut, ich wünsche Dir jedenfalls, dass alles, aber auch wirklich alles gut geht ... es ist ja nicht mehr lange ... und wie gesagt, vergiss die Fenster, die laufen nicht weg :-))) alles Liebe von der Rosabella ♥

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  12. Ich denke an dich ,wenn du deinen Jungesellinnen Abschied feierst! ;-))
    ...und laß bloß die Fenster!!
    Liebe Grüße
    Christine

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