Mittwoch, 19. Oktober 2011

Katzen und Medikamente...

...sind schon eine echte Prüfung.
Vor allem, wenn es darum geht, dem Katzentier eine Pille im Rachen zu plazieren.
Und zwar so, dass diese Pille auch wirklich im Katzenmagen landet und nicht in meinem Gesicht.
In einem Katzenforum hat mal jemand ernsthaft angefragt, ob eine Pille gegen Würmer im menschlichen Körper Schaden anrichten könne...da hatte die Katze zielsicher die Pille im Rachen ihres Dosenöffners plaziert.

Bei Sises Vorgängerkatze Luzi war dies dermaßen schwierig, dass sie fortan alles als Spritze oder, falls möglich, aufs Fell geträufelt bekam.

Katze + Pille/Wurmpaste/sonstige oral zu verabreichende Medikamente = Gemetzel & Gefetzel

Ansonsten waren die Blutverluste, die ich beim Verabreichen der Medikamente erlitt, einfach nicht mehr zu vertreten.
Mehr als einmal hat mich der Tierarzt nach Behandlung der Katze mit Sterillium eingesprüht, weil sie mich beim Festhalten zerfleischt hat.

Und unser Fräulein Sise ist nur wenig kooperativer als ihre Vorgängerin Luzi.

Trotzdem hätte ich heute, hätte ich die Wahl gehabt, lieber dreimal der Katze irgendwas an Medikamenten verabreicht, als meinem Zweijährigen den Hustensaft zu verabreichen.

"Kröti, komm mal zu Mama. Mama hat leckeren Hustensaft, der tut dir gut!"
- "Nö." (Keine Ahnung, woher er DAS hat!).
"Krümel, komm mal bitte her, ich habe hier deinen Hustensaft und ich brauche mal deine Hilfe. Kannst du ihn so einnehmen, dass dein kleiner Bruder sieht, dass der total lecker ist und gar nicht schlimm einzunehmen?"
- "Klar Mama. Gib her." Mein Vierjähriger kommt an, nimmt den kleinen Becher mit dem Hustensaft und kippt ihn kurzerhand in seinen Mund. "So, Kröte, der ist wirklich lecker, den kannst du trinken."

"Guck mal, Kröti, Krümel hat auch gesagt, dass der total lecker ist. Du kannst ihn wirklich trinken und dann geht der blöde Husten ganz schnell wieder weg. Komm, mach es für Mama."
- "Nö."
"Krööööötiiii, bitte sei lieb. Du musst das jetzt nehmen, sonst hast du weiterhin diesen blöden Husten. Ich will, dass du das jetzt nimmst."
- "Neinnein!"

Also schnappe ich mir die Kröte, setze sie auf meinen Schoß und kraule ihren Rücken. Sie ist so dünn geworden in den letzten Wochen, obwohl sie soviel gefuttert hat. Aber 5cm in 3 Monaten, das zehrt sogar meinen kleinen knubbeligen Zweijährigen ab. Er ist ein langer Spargeltarzan geworden, richtig ungewohnt.
Seine Magerkeit ist nicht beunruhigend für mich, aber sein Husten, der ihn so durchschüttelt bis zum Würgereiz. Man könnte ihm wirklich Linderung mit dem Hustenlöser geben, aber wenn er ihn verweigert, dann muss ich nach Alternativen suchen.

Probieren wir es doch mal mit einer List und körperlicher Überlegenheit, obwohl ich es immer hasse, mein Kind durch Kraft zu unterwerfen und ihm zwangsweise ein Medikament zu verabreichen. Ich fürchte dann immer um sein Urvertrauen.

Und so habe ich ihn auf meinen Schoß gelegt, seine Hände mit der einen Hand locker und zugriffsbereit umfasst und versucht, ihm mit der anderen Hand den Saft einzuflößen.
Den Lappen hatte ich schon griffbereit und die Dosis vorsichtshalber gleich verdoppelt - ich wusste ohnehin, dass er mir die Hälfte in der Gegend herumkleckern würde.

Und so kam es auch. Es wird kaum was in den kleinen Mund gelangt sein. Der Saft flog dann nämlich auch Richtung meines Gesichts. Und floss in seine Haare, seinen Halsausschnitt, das Polster des Küchenstuhls, Tisch und Fliesen...

Armes Kröti, wie soll es seinen schlimmen Husten wieder loswerden, wenn er seine Medizin nicht nimmt?
Ich kann nicht einfach sagen, dass er da jetzt durch muss. Er ist noch viel zu klein, um die Konsequenzen seiner Verweigerungshaltung zu überblicken. Und Argumente, die mein Vierjähriger versteht, versteht der Zweijährige einfach noch nicht.

Ich muss jetzt gucken, was es an alternativen Verabreichungsformen für diesen Wirkstoff gibt, der grundsätzlich sehr gut helfen würde für seine Art von Husten. Ich kann doch nicht den Kleinen zweimal täglich überfallen und mit dem Hustensaft vergewaltigen!
Der Krümel und ich kommen nämlich beide gut damit zurecht und spüren auch schon Linderung.

Der Zweijährige aber ist, was das Verabreichen von Medikamenten in angeblich kinderfreundlicher und beliebter Saftform betrifft, schlimmer als jede Katze, die ich kennenlernen durfte.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei allen für die lieben Genesungswünsche bedanken. Ich konnte heute schon wieder etwas "meckern" und musste nicht mehr zum Backblechgedengel greifen, um die Aufmerksamkeit meiner Söhne zu erringen.
Die Zeit der Anarchie ist also vorüber. Wäre ja auch schlimm, wenn die Kurzen hier im Haushalt plötzlich das Kommando übernehmen würden!

Viele Grüße,
Postpanamamaxi

Kommentare:

  1. Tamino, der quasi-Panther, hat Stomatitis und ich muss ihm eine Zahnfleisch-pasta geben. Nach 10 Tagen (von 30 Tagen, sowie der Tierarzt meint) wird es immer schwieriger: probier mal einer Katze den Mund auf zu machen...
    Oder den Schwanz hoch zu heben... fast unmoeglich!

    Ich hoffe es wird euch schnell besser gehen!

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  2. Spritze in die Backentasche!
    Ich hab dafür Insulinspritzen ohne Nadel.

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  3. Gibt es nicht auch statt Hustensaft, die Sachen in Bonbonform. Ich glaube von Mucusolvan gibt es Hustentabletten zu lutschen. In super obersüssen Saft, habe ich den Hustensaft auch schon reingekippt, meine Tochter hat es getrunken ohne es zu merken. Sonst würde ich mal Rücksprache mit dem Arzt nehmen. Evtl. das Medikament wechseln, hat bei uns auch schon sehr viel gebracht, als die Kinder klein waren. Ansonsten weiterhin "Gute Besserung".

    liebe Grüße Lydia ♥♥♥

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  4. Jaaa, das Problem Katze und Tablette kennen wir nur zu gut!
    Doch zufällig haben wir aus dem Italien-Urlaub was Tolles mitgebracht. Thunfischpaste in der Tube. Ursprünglich für uns Menschen gekauft und dann doch für scheußlich befunden (es riecht nach katzenfutterkonzentrat!) haben wir herausgefunden, dass unsere Katze - momentan - jede Pille schleuckt, wenn sie in der Paste versteckt ist. Die Tablette ist wirklich IN der Katz hinterher!
    Probier das mal! Allerdings weiß ich gar nicht, ob es hier so was zu kaufen gibt.

    Viel Erfolg und euch allen Gute Besserung!

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  5. Hallo,
    das Spiel kenn ich. Sowohl mit Katze, als auch mit den Kids. Obwohl... in Multisaft haben meine Kinder den Saft immer genommen. Ein kleiner Schluck Saft und da den Hustensaft rein. Multisaft überdeckt den Geschmack wohl ganz gut.

    Ich wünsch euch jedenfalls gute Besserung!

    LG Anju

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  6. Euch weiterhin Gute Besserung und viel Erfolg beim Hustensaft :-)

    LG Liora

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  7. Liebe Liz
    wünsch Dir viel Glück (und Geduld) für Kind und Katz. Hab beides auch mitgemacht, du hast mein vollstes Mitgefühl.
    Lg
    Brigitte

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  8. Hey du,
    ja da ist es wohl einfacher meinem Hund Medikamente zu verabreichen. Auf den Kinderhusensaft von Phrospan steht der Hund so dermaßen...das er die kleine Spritze quasi leer nuckelt.

    Tabletten gehen mit Leberwurst ummatscht in den Hund rein und bei Spritzen hielt er bisher still.

    Ich hoffe dein Lütter läßt sich doch noch durch das gute Beispiel seines großen Bruders erweichen.

    euch allen gute Besserung *knuddel*

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  9. Bei Hunden, Katzen und Zweijährigen hat bei uns immer ne Spritze geholfen. Selber in den Munddrücken "fetzt" - O-Ton von unserem Wicht!
    Mit Spritze hat sie dann auch ausreichend getrunken. (Das man damit auch in der Gegen rumspritzen kann hat sie zu dem Zeitpunkt zum Glück noch nicht rausgehabt ;-) )

    Ansonsten war ein kleines gaaaaaaaaanz besonderes Schnapsglas der Hit! (Wobei das nur bei Kindern und nicht bei Haustieren geeignet ist.)

    Gute Besserung euch allen!
    Astrid

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  10. Hoffentlich ist das kleine Krötli zwischenzeitlich wieder gesund geworden, aber vielleicht hilft der Tip für´s nächste Mal: meine beiden Jungs haben in dem Alter nahezu jedes Medikament aus der Einwegspritze genommen. Einfach die Dosis aufziehen und (selbstverständlich ohne Nadel!) in den Mund spritzen lassen. Als zusätzlichen Anreiz kann der Knirps die kleine Spritze zum spielen behalten :-)
    Ganz liebe Grüße,

    ayesha

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