Donnerstag, 13. Januar 2011

Fortschritte und ein Heiratsantrag

Mein großer tapferer kleiner Bursche hat heute endlich etwas Nahrung zu sich genommen. Sagenhafte 3 Laugenkastanien, ein halbes Ü-Ei und reichlich Kirschschorle hat er weggeputzt.
Und er hat vehement darauf bestanden, in Sweatshirt und Strumpfhosen unten auf dem Sofa zu kampieren, statt im Pyjama im Bett zu liegen (wie ähnlich er mir da doch ist!). Er hat sogar ein paar Minuten mit seinem Opa gespielt, aber dann wurde er doch wieder sehr schlapp und kuschelte sich auf dem Teppich in seine Babydecke, um seinem Opa beim Legobauen zuzusehen. Unser Angebot, aufs Sofa umzuziehen, lehnte er ab. Schließlich war er "nur noch ein bisschen kaputt und nicht mehr so ganz total", um seine Worte zu zitieren.

Ein zarter Silberstreif am Horiont über dem Krankenbett meines Kindes...und ich will, dass dahinter die Dämmerung und neues Licht wartet.

Abends, beim Zubettbringen, gab es wieder ein paar Geschichten aus der Kinderbibel. Die Geschichte, wie Jesus getauft wurde. "Du bist mein Sohn, an dir habe ich meine Freude gefunden" soll Gott gesprochen haben. Ich weiß nicht, ob er es wirklich getan hat. Wenn heute jemand behauptet, er höre Gottes Stimme, steckt man ihn höchstens in die Psychiatrie.

Ich machte das Buch zu, strich meinem Sohn über die blonden Haare und flüsterte ihm zu: "Du bist mein Sohn, an dir habe ich meine Freude gefunden." Und aus seinem Blick las ich Zufriedenheit, Geborgenheit, Vertrauen. Mama ist da, und wo Mama ist, kann es so gar schlimm nicht mehr sein.

Heute abend hatten wir noch eine kleine Mutter-Sohn- Unterhaltung. Und er küsste mich, umarmte mich und flüsterte dann "heirate mich, Mama!"
- "Aber du bist doch mein Kind, und ich will doch im Sommer Papa heiraten."
- "Nein, du sollst mich heiraten, damit du mich immer tröstest und damit ich mit dir kuscheln kann, so viel ich will."
- "Hmm. Das kannst du auch als mein Kind und ich als deine Mama. Aber wenn du willst, dann heirate ich im Sommer nicht nur Papa, sondern auch dich. Und deinen Bruder. Ja, ich will dich auch heiraten!
Und ich verspreche euch allen, dass ich euch für immer liebhabe, in guten und schlechten Zeiten, in Gesundheit und Krankheit und auch dann, wenn du und dein Bruder mal ganz großen Blödsinn angestellt habt. Einverstanden?"
- "Einverstanden, Mama. Ich mache mich auch schick mit meinem guten Hemd und dem Schlips. Und mein Bruder Puffi auch." (Krümel sieht aus wie ein Immobilienmakler, wenn er sich mit weißem Hemd, Krawatte und Weste feingemacht hat, er steht total auf Schickmachen zu großen Anlässen!)
- "Dann kriege ich die beiden allertollsten Blumenstreukinder der Welt. Super!"

Wahrscheinlich wird mein leicht lauffauler Eineinhalbjähriger, der dann fast zwei Jahre alt sein wird, immer noch mit seinem Schiebewagen vom Möbelschweden durch die Kirche rollen und Blumen aufsammeln statt streuen. Ich kenne meinen Puffi, diesen kleinen Chaoten. Der hat übrigens heute gelernt, über das Bettgitter zu klettern und dabei eine fürchterliche Bruchlandung hinzulegen. Aber er kommt jetzt aus dem Bett raus. Alarmstufe rot. Ohne Schlafsack kommt der nicht mehr ins Bett!

Tja, jetzt ist es also heraus. Ich heirate im Sommer nicht nur den Vater meiner Jungs, sondern auch Krümel und Puffi. Na, das wird eine Trauung werden! Ich bin sicher, unsere Pastorin wird einen Weg finden, wie sich unsere Jungs auch "geheiratet" fühlen werden. Wenn es die Kleinen glücklich macht..."Du bist mein Sohn, an dir habe ich meine Freude gefunden."

Übrigens habe ich das mit dem Heiratsantrag meines Großen gleich seinem Papa am Telefon erzählt. "Wieso kriege ich eigentlich den einzigen Heiratsantrag von unseren Sohn und nicht von dir?"
- "..."
- "Ja, ich weiß, aber ich nehme dich auch ohne Heiratsantrag. Ich bin zu lange mit dir zusammen, um noch großartige Romantik von dir zu erwarten. Aber lass man, mir ist eine Lampe in der Siedeküche auch wertvoller als ein Blumenstrauß, der schnell verwelkt. Ich habe dich lieb, so wie du bist."

So wie du bist. Die ultimative Bestätigung, angenommen zu werden um seiner selbst willen.
Das passt doch wunderbar zu "Du bist mein Sohn, an dir habe ich meine Freude gefunden."

Genug philosophiert!

Alles Liebe
Postpanamamaxi

Kommentare:

  1. *knuddel* ein Glück das es mit deinem Großen aufwärts geht. Ich finde seine Idee übrigens gut. ;-) drei starke Männer an deiner Seite...wobei wie erklärt er es später seiner Freundin, dass er schon verheiratet ist ;-) Bin gespannt wie der kleine Schelm das umschifft.gaaanz liebe Grüße an deine Familie

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  2. Ach Du bist ja wieder süß...

    Lach....

    Schlafsack und Gitterbett, das erinnert mich an meine eigenen Kinder, die konnten mit dem Schlafsack besser laufen als ohne, grins und sie sind auch MIT Schlafsack aus dem Gitterbett gekommen, grins...

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  3. Tränchen der Rührung wegwisch...so eine liebevolle Geschichte und natürlich muß Mutti ihre Söhne heiraten, ist doch voll logisch!
    Na, dann freuen wir uns doch mal auf tolle Hochzeitsfotos.

    liebe Grüße
    Dörte

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  4. Schööööön! *schnieff*

    GLG
    Dagmar

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  5. Was für ein schöner Post! Da bekomm ich als Gluckenmama doch gleich feuchte Augen...

    Ich freu mich, daß Du auf meinen Blog gefunden hast. Na, meine Einkäufe sind ja wohl doch zu was nutze, wenn sie Dich amüsieren. Ich dachte, die ziehen mir immer nur das Geld aus der Tasche *lach*

    Aber hier gefällts mir - hier bleib ich auch.

    Liebe Grüße
    Elena

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  6. Schön, dass es Deinem Sohn schon besser geht und toll, dass so viele Männer Dich heiraten wollen!
    Das mit dem Award hab' ich jetzt gepostet und ich hoffe, ich hab's richtig gemacht. Nochmals vielen Dank an Dich - hab' mich tierisch gefreut!
    Liebe Grüße an Dich und Deine heiratswütigen Männer und weiter gute Besserung für Bräutigam Nr. 2

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  7. ich freue mich auch über den schönen beitrag.

    alles gute für euch alle von barbara, der moorhexe

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